Bachelorarbeit, 2009
70 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Eliten und Elitensoziologie
2.1. Definition Elite
2.2. Die Elitensoziologie
2.2.1. Die historischen Strömungen
2.2.1.1. Die klassische Elitensoziologie
2.2.1.1.1. Niccolò Machiavelli
2.2.1.1.2. Vilfredo Pareto
2.2.1.1.3. Gemeinsamkeiten der Klassiker
2.2.1.2. Funktionseliten
2.2.1.3. Kritische Elitensoziologie
2.2.2. Die aktuellen Ansätze der Elitensoziologie
2.2.2.1. Pluralistisch-demokratische Ansätze
2.2.2.2. Konzept der Machtelite
2.2.2.3. Das neue Elite-Paradigma
2.2.2.4. Einordnung der aktuellen Strömungen
3. Operationalisierung der Eliten
3.1. Das Untersuchungsfeld und Probleme
3.1.1. Die Schweiz als Untersuchungsfeld
3.1.2. Das Problem der Zeitspanne
3.1.3. Fehlende empirische Daten für die Vergangenheit
3.1.3.1. Bourdieu und die Chancenungleichheit
3.1.4. Indikatoren anhand von Bourdieu
3.2. Die drei Kapitalarten
3.2.1. Das ökonomische Kapital
3.2.1.1. Operationalisierung des ökonomischen Kapitals
3.2.2. Das kulturelle Kapital
3.2.2.1. Das objektivierte Kulturkapital
3.2.2.2. Das inkorporierte Kulturkapital
3.2.2.3. Das institutionalisierte Kulturkapital
3.2.2.4. Operationalisierung des kulturellen Kapitals
3.2.3. Das soziale Kapital
3.2.3.1. Operationalisierung des sozialen Kapitals
3.2.4. Konvertierbarkeit der Kapitalarten
3.3. Der Habitus
3.3.1. Operationalisierung des Habitus
3.4. Geschlecht
4. Empirische Untersuchung der Eliten
4.1. Eliten in den 1960er
4.1.1. Bildung
4.1.2. Netzwerke
4.1.3. Soziale Herkunft
4.1.4. Geschlecht
4.1.5. Merkmale der ökonomischen Elite in den 1960er
4.2. Aktuelle wirtschaftliche Elite in der Schweiz
4.2.1. Bildung
4.2.2. Netzwerke
4.2.2.1. Die Swiss American Chamber of Commerce
4.2.3. Soziale Herkunft
4.2.3.1. Bildung und Herkunft
4.2.4. Geschlecht
4.2.5. Das Zusammenspiel der Indikatoren
5. Vergleich
5.1. Bildung
5.2. Netzwerke
5.3. Soziale Herkunft
5.4. Geschlecht
6. Schlussfolgerung
7. Literatur
Die Arbeit untersucht den Wandel der wirtschaftlichen Elite in der Schweiz, indem sie die Strukturen und Rekrutierungsmechanismen der 1960er Jahre mit heutigen Gegebenheiten vergleicht. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob sich die wirtschaftliche Elite von einer geschlossenen Gruppe hin zu einer durchlässigeren, leistungsbasierten Struktur entwickelt hat.
2.2.1.1.1. Niccolò Machiavelli
Als Vorläufer der Elitensoziologie gilt Niccolò Machiavelli und sein 1532 erschienenes Werk „Der Fürst“. Dieses Buch kann als eine Art Anleitung für die Herrscher der damaligen Zeit in Italien verstanden werden. Dabei geht es um die realistische Situation und nicht um eine politische Utopie. In erster Linie handelt es von der Machterreichung und der Machtkonservierung des Fürsten.
„Deshalb ist es für einen Fürsten, der sich erhalten und behaupten will, notwendig zu lernen, zum Nicht-Guten fähig zu sein, und das zu benutzen oder nicht zu benutzen, je nach dem wie die Notwendigkeit es erfordert“ (Machiavelli 2007: 84). Diese gefühllos erscheinende Einstellung brachte ihm bis heute viel Kritik ein. Es existiert sogar der Begriff „Machiavellismus“. Dabei geht es um ein moralloses Handeln, welches auf den persönlichen Profit ausgerichtet ist (Horvath 2007: 9-19).
Machiavelli möchte das in viele Kleinstaaten zerfallene Italien einigen. Diese Idee wurde vom Faschismus aufgenommen und sie versuchten, Machiavelli für ihre Zwecke auszulegen. Bei genauer Betrachtung ist diese These aber unhaltbar. Viel eher ist Machiavelli als Vorläufer eines geeinten Europas einzuordnen (Horvath 2007: 9-19). Jedenfalls ist er einer der ersten Autoren, der die Unterscheidung zwischen Masse und Elite genauer untersucht. Er glaubt, ein Volk kann ohne Herrscher keine Krise überwinden. Es braucht dafür einen „Fürst“ (Machiavelli 1532: 38ff). Es geht um den schlauen Hirten, der die Schäfchen führt.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Kritik an ökonomischen Eliten ein und formuliert die zentrale Fragestellung nach deren Wandel in der Schweiz.
2. Eliten und Elitensoziologie: Dieses Kapitel definiert den Elitebegriff und ordnet die historischen sowie modernen Forschungstraditionen der Elitensoziologie ein.
3. Operationalisierung der Eliten: Hier werden die methodischen Grundlagen basierend auf Bourdieus Konzepten der Kapitalarten und des Habitus für die empirische Analyse entwickelt.
4. Empirische Untersuchung der Eliten: Das Kapitel analysiert die Indikatoren Bildung, Netzwerke, soziale Herkunft und Geschlecht für die 1960er Jahre sowie die heutige Situation.
5. Vergleich: Die Ergebnisse aus dem vorherigen Kapitel werden direkt gegenübergestellt, um Kontinuitäten und Brüche in der Entwicklung der Elite aufzuzeigen.
6. Schlussfolgerung: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und bewertet das Ausmaß des Wandels hin zu einer offeneren, bildungsorientierten Elite.
Elitensoziologie, Pierre Bourdieu, ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital, Habitus, Schweiz, Wirtschaftsgeschichte, Bildungsexpansion, Rekrutierung, Machtelite, Geschlechtergerechtigkeit, Netzwerktheorie, interlockings.
Die Arbeit analysiert den Wandel der wirtschaftlichen Elite in der Schweiz durch einen Vergleich der Verhältnisse in den 1960er Jahren mit der heutigen Zeit.
Zentrale Felder sind Bildung, soziale Herkunft, Geschlecht sowie die Bedeutung von sozialen Netzwerken für den Zugang zu Führungspositionen.
Das Ziel ist festzustellen, ob sich die Elite von einer geschlossenen Schicht hin zu einer durchlässigeren, nach Leistung rekrutierten Struktur gewandelt hat.
Die Untersuchung basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Pierre Bourdieu und einer Analyse existierender empirischer Studien, die für die Schweiz operationalisiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition von Eliten, die Entwicklung methodischer Indikatoren und die detaillierte empirische Gegenüberstellung historischer und aktueller Daten.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Elitensoziologie, Kapitalarten, Habitus, Rekrutierung und soziale Netzwerke.
Die Untersuchung zeigt, dass Frauen in der wirtschaftlichen Elite unterrepräsentiert sind, jedoch eine langsame Zunahme und positive Tendenzen in den Führungsebenen erkennbar sind.
Die soziale Herkunft wirkt heute subtiler als in den 1960ern; zwar ist Bildung das formale Hauptkriterium, doch bleibt die Herkunft indirekt über den erworbenen Habitus und den Zugang zu Bildungsressourcen relevant.
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