Bachelorarbeit, 2022
76 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Medienbildung und Medienkompetenz in der Schule
3. Lernen über soziale Bewegtbildnetzwerke im Deutschunterricht
4. Soziale Bewegtbildnetzwerke
4.1 YouTube
4.2 TikTok
5. Methodik
6. Qualitative Analyse
6.1. Emotionalisierung
6.1.1 Emotionalisierte Reaktionen
6.1.2 Mooding
6.1.3 Indexikalische und symbolische Sounds
6.2. Komik
6.2.1 Visuelle Komik
6.2.2 Auditive Komik
6.3. Parasoziale Interaktionen
6.3.1 Anrede
6.3.2 Intimität
6.4 Werbung
6.5 Darstellung von Alkohol
7. Anschlusskommunikation
8. OER-Materialien
9. Fazit und Ausblick
Die Bachelorarbeit untersucht, wie beliebte Influencer-Videos auf YouTube und TikTok im Deutschunterricht integriert werden können, um medienkritische Kompetenzen zu fördern und Anschlussmöglichkeiten für einen zeitgemäßen, lebensnahen Unterricht zu identifizieren.
6.3.2 Intimität
Für die Herstellung von intimen Settings sind die Privaträume der Influencer:innen ein häufiger Drehort. So zum Beispiel im Video Polizei. Hier ist das gesamte Video in den privaten Räumlichkeiten der Protagonistin Anne Wünsche gedreht. Drehorte sind unter anderem eine Küche (vgl. Abb. 11) ein Waschraum (vgl. Abb. 12) und ein Kinderzimmer (vgl. Abb. 13). Die Zuschauer:innen nehmen so an einer alltäglichen Situation in einem privaten Raum teil. Sozial werden sie damit auf die Stufe von Familie und Freunden der Videoprotagonistin gehoben, denen normalerweise ein exklusiver Zugang zu diesem privaten Setting der eigenen Wohnung oder des eigenen Hauses eingeräumt wird. Hier unterstützen die konsequenten Naheinstellungen auf Anne, sowie ihre direkte Ansprache in die Kamera und die bereits thematisierten direkten Anreden der Zuschauer:innen die Intimisierung durch das private Setting. Den Zuschauer:innen wird so der Eindruck eines intimen Gespräches im privaten Raum von Anne Wünsche vermittelt.
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Zunahme des Medienkonsums während der Corona-Pandemie und leitet zur Notwendigkeit über, soziale Bewegtbildnetzwerke im Deutschunterricht didaktisch zu integrieren.
2. Medienbildung und Medienkompetenz in der Schule: Das Kapitel definiert zentrale medienpädagogische Begriffe und stellt die Rolle der Schule bei der Vermittlung von kritischer Medienkompetenz und Medienbildung dar.
3. Lernen über soziale Bewegtbildnetzwerke im Deutschunterricht: Hier wird die Relevanz von Webvideos für die Lebensrealität von Jugendlichen diskutiert und gefordert, den Textbegriff im Deutschunterricht auf audiovisuelle Formate zu erweitern.
4. Soziale Bewegtbildnetzwerke: Dieses Kapitel analysiert die Funktionen und Strukturen der Plattformen YouTube und TikTok sowie deren Bedeutung als Leitmedien für Jugendliche.
5. Methodik: Die methodische Vorgehensweise zur qualitativen Analyse von 20 Influencer-Videos wird erläutert, inklusive der Auswahlkriterien für die Stichprobe.
6. Qualitative Analyse: Das Hauptkapitel untersucht detailliert verschiedene Stilmittel in Influencer-Videos, wie Emotionalisierung, Komik, parasoziale Interaktion, Werbung und die Darstellung von Alkohol.
7. Anschlusskommunikation: Der Abschnitt diskutiert die Übertragbarkeit der Analyseergebnisse auf den Schulunterricht und adressiert Herausforderungen wie Fake News oder algorithmische Filterblasen.
8. OER-Materialien: Es werden zwei entwickelte Arbeitsblätter vorgestellt, die Lehrkräften konkrete Möglichkeiten zur praktischen Analyse und Produktion von Webvideos im Unterricht bieten.
9. Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird das Potenzial von Bewegtbildnetzwerken für den Deutschunterricht auf Meta-, formaler und produktiver Ebene bekräftigt und weiterer Forschungsbedarf aufgezeigt.
Medienbildung, Medienkompetenz, Deutschunterricht, Influencer, YouTube, TikTok, Bewegtbildnetzwerke, parasoziale Interaktion, Webvideos, Filmbildung, OER-Materialien, digitale Kommunikation, Filmanalyse, Emotionalisierung, Werbekompetenz.
Die Arbeit untersucht die Relevanz von sozialen Bewegtbildnetzwerken wie YouTube und TikTok für den Deutschunterricht und analysiert, wie diese als moderne Medien für den Erwerb von Medienkompetenz genutzt werden können.
Zentrale Themen sind die filmanalytische Untersuchung von Influencer-Videos, Strategien der parasozialen Interaktion, die Darstellung von Werbung und Konsum sowie die Entwicklung didaktischer Konzepte für die Schule.
Das Ziel ist es, Anschlussmöglichkeiten dieser Netzwerke an den Deutschunterricht zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Schülerinnen und Schüler den kritischen Umgang mit diesen Medien lernen können.
Es wird eine qualitativen Inhaltsanalyse von 20 Videos der Plattformen YouTube und TikTok durchgeführt, die an der Methode nach Mayring orientiert und für audiovisuelle Formate angepasst wurde.
Der Hauptteil analysiert filmische und parasoziale Ästhetik, insbesondere Techniken der Emotionalisierung, komische Elemente, die Mechanismen der parasozialen Beziehung zu Influencern sowie Formen der Werbung.
Sie beschreiben die Beziehung zwischen Influencern und Zuschauern durch simulierte Intimität sowie das primäre Lernmedium, das aufgrund seiner hohen Alltagsbedeutung für Lernende analysiert werden muss.
Die Arbeit macht deutlich, dass es nicht reicht, digitale Medien nur als Werkzeug zu nutzen (mit); vielmehr müssen sie als Lerngegenstand reflektiert werden, um deren Wirkungsweisen und Geschäftsmodelle zu verstehen (über).
Der Autor sieht trotz rechtlicher Herausforderungen und Fluktuation großes Potenzial im kreativen, kollaborativen Produzieren von eigenen Videos durch die Schülerinnen und Schüler auf TikTok.
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