Magisterarbeit, 2008
117 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Auslegung
3. Aussage
4. Wahrheit
5. Eine Frage der Methode
6. Die formale Anzeige
7. Die Grundkategorien des Lebens
8. Die Bewegung des Lebens
9. Die Analytik des Daseins als Grundpfeiler und Basis zur Freilegung der Seinsfrage
10. Skizzierung der existenzialen Analytik des Daseins
11. Das Strukturganze des Daseins, die Sorge
12. Kurzer Rückblick des bisher Gesagten
13. Zwei Verhaltungen des Daseins zu sich selbst und seinen Möglichkeiten: Uneigentlichkeit und Eigentlichkeit
14. Das Ganzsein des Daseins und der Tod
15. Das eigentliche Sein zum Tode
16. Das existenziell mögliche Sein zum Tode und die damit verbundene Eigentlichkeit der Existenz des Daseins
17. Das möglich eigentliche Seinkönnen
18. Von der Interpretation zur Konkretion
Diese Magisterarbeit verfolgt das Ziel, Heideggers methodisches Vorgehen, insbesondere das Konzept der "formalen Anzeige", anhand seiner frühen Freiburger Vorlesungen und dessen Hauptwerk "Sein und Zeit" zu explizieren und zu untersuchen, wie durch diese Methode die Todesanalyse als zentrales Element der existenzialen Analytik des Daseins verstanden werden kann.
3. Die Aussage
Von alters her, angefangen bei den Griechen bis hin in die Neuzeit und sogar bis heute, wurde die Aussage bzw. der Logos als der eigentliche „Ort“ der Wahrheit gesehen. Logik und „Sprachphilosophie“ handeln ausschließlich von und mit ihm. Heidegger versucht nun klar zu machen, dass keine Aussage für sich steht und niemals voraussetzungslos ist. Er geht sogar soweit zu sagen, dass die Aussage ein „abkünftiger Modus“17 des Verstehens und der Auslegung ist. Letztere geht jeder Aussage – und sei sie noch so banal – voraus. Im alltäglichen Umgang mit Gegenständen trifft das Dasein keine Aussage über diese, sondern benutzt sie, welches nur so vonstatten gehen kann, als dass sie im Vorhinein auf ein Vorhaben (oder besser noch Entwurf) hin verstanden worden sind. Die Aussage ist ebenso wie die Auslegung mit festem Bezug zum grundlegenden Verstehen, nur auf einer anderen Ebene der Ausdrücklichkeit und Ausdrückbarkeit, sie ist immer schon hindurchgegangen durch die anderen Ebenen, dem Verstehen und der Auslegung, und auch immer verknüpft mit der Dreiheit von Vorhabe, Vorsicht und Vorgriff. Es geht Heidegger nicht darum, die Aussage abfällig abzuhandeln oder sonstwie zu schmälern, sondern einzig darum, aufzuweisen worin sie gründet und welche Struktur sie besitzt.
Die Struktur der Aussage ist eine dreifache. Sie, die Aussage, ist primär Aufzeigung18 dessen, was da ist nicht im Sinne einer Vorstellung von einem Gegenstand, sondern meint diesen ganz konkret so, wie er im Umgang als Seiendes von ihm selbst her ist.
1. Einleitung: Hinführung zur Fragestellung nach dem Sein bei Heidegger und Abgrenzung zur Tradition.
2. Die Auslegung: Erläuterung der Vor-Struktur des Verstehens und der Auslegung als Orientierung im Umgang mit der Welt.
3. Die Aussage: Analyse der Aussage als abkünftiger Modus des Verstehens und deren dreifache Struktur.
4. Wahrheit: Untersuchung des Wahrheitsbegriffs bei Kant und Heideggers ontologische Neufassung als Unverborgenheit.
5. Eine Frage der Methode: Erörterung von Heideggers methodischem Vorgehen unter Einbeziehung seiner frühen Vorlesungsschriften.
6. Die formale Anzeige: Detaillierte Betrachtung der formalen Anzeige als methodisches Instrument der Hermeneutik.
7. Die Grundkategorien des Lebens: Analyse der Sorge als Bezugssinn und der Welt als Gehaltssinn des Daseins.
8. Die Bewegung des Lebens: Beschreibung der Bewegungscharaktere des Lebens wie Ruinanz und Reluzenz.
9. Die Analytik des Daseins als Grundpfeiler und Basis zur Freilegung der Seinsfrage: Überführung der Erkenntnisse aus den Vorlesungen in das Projekt von "Sein und Zeit".
10. Skizzierung der existenzialen Analytik des Daseins: Einführung in die existenziale Analytik und die Seinsverfassung des In-der-Welt-seins.
11. Das Strukturganze des Daseins, die Sorge: Zusammenführung der Strukturmomente zur Einheit der Sorge.
12. Kurzer Rückblick des bisher Gesagten: Zusammenfassende Betrachtung der bisherigen methodischen Schritte.
13. Zwei Verhaltungen des Daseins zu sich selbst und seinen Möglichkeiten: Uneigentlichkeit und Eigentlichkeit: Untersuchung der Existenzmodi und der Bedeutung des "Man".
14. Das Ganzsein des Daseins und der Tod: Analyse des Todes als äußerste und unüberholbare Seinsmöglichkeit.
15. Das eigentliche Sein zum Tode: Untersuchung der Möglichkeit der eigentlichen Existenz durch das Vorlaufen in den Tod.
16. Das existenziell mögliche Sein zum Tode und die damit verbundene Eigentlichkeit der Existenz des Daseins: Rolle des Gewissensrufs bei der Wahl zur Eigentlichkeit.
17. Das möglich eigentliche Seinkönnen: Reflexion über die Möglichkeiten der Konkretion und die Grenzen des phänomenologischen Aufweisens.
18. Von der Interpretation zur Konkretion: Abschließende Betrachtung des methodischen Weges und der Bedeutung der Wiederholung in der Philosophie.
Heidegger, Sein und Zeit, Formale Anzeige, Dasein, Existenzial, Sorge, Wahrheit, Phänomenologie, Hermeneutik, Tod, Eigentlichkeit, Uneigentlichkeit, Ruinanz, In-der-Welt-sein, Gewissensruf
Die Arbeit untersucht das methodische Vorgehen Martin Heideggers, insbesondere die "formale Anzeige", und wie diese in "Sein und Zeit" genutzt wird, um das Sein des Daseins und dessen Todesanalyse zu explizieren.
Die zentralen Themen sind die methodische Begründung der Fundamentalontologie, die existenziale Analytik des Daseins sowie die Analyse der Seinsweisen des Daseins im Lichte seiner Endlichkeit.
Das Ziel ist es, das Verständnis der "formalen Anzeige" als methodisches Instrument zu schärfen und zu zeigen, wie sie den Zugang zur Todesanalyse und zur eigentlichen Existenz des Daseins ermöglicht.
Die Arbeit verwendet die phänomenologische Methode im Sinne Heideggers, die auf das Aufweisen und Interpretieren statt auf eine kategoriale Definition zielt.
Im Hauptteil werden zunächst die frühen Vorlesungen zur Hinführung der formalen Anzeige analysiert, um dann in "Sein und Zeit" die Sorge, das Verfallen, die Angst und das Sein zum Tode als Strukturmomente des Daseins zu untersuchen.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Dasein, formale Anzeige, Existenzialien, Sorge, Eigentlichkeit und Tod charakterisiert.
Die Angst ist laut Heidegger ein ausgezeichneter Modus der Befindlichkeit, da sie das Dasein aus der Verstrickung in das "Man" löst und es auf sein eigenes, ungestütztes Sein und seine Freiheit zurückwirft.
Entformalisierung bezeichnet den Schritt, in dem das formal Angezeigte durch das Dasein im konkreten Vollzug seiner Existenz in eine eigentliche Wahl oder ein eigentliches Handeln überführt wird.
Nein, das "Man" ist ein konstitutives Strukturmerkmal der Alltäglichkeit des Daseins; es wird nicht als "schlecht" gewertet, sondern als eine unhintergehbare Seinsweise beschrieben.
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