Bachelorarbeit, 2022
106 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Gegenstand der Abhandlung
1.2 Gliederung und methodisches Vorgehen
2 Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz
2.1 Gender Mainstreaming und Identitäten
2.2 Hilfen zur Selbsthilfe
2.3 Inter- und Transdisziplinarität / Netzwerkarbeit
2.4 Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen
2.5 Beteiligung Betroffener mit präventiver Wirkung
2.6 Die Macht der Sprache
2.7 Erweiterung der Beteiligten / Ganzheitlichkeit
2.8 Ombudsstellen
2.9 Mitgestaltung von Beratungsgesprächen
2.10 Verfahrenslotse
2.11 Hilfen zur Erziehung
2.12 Notsituationen
2.13 Individualbetreuung
2.14 Inklusion in Tageseinrichtungen
2.15 Berücksichtigung von Geschwistern im Hilfeplan
2.16 Zuständigkeitsübergang im Hilfeplan
2.17 Beratung und Unterstützung von Herkunftsfamilien und Pflegefamilien
2.18 Beratung und Unterstützung für Pflegefamilien
2.19 Rechte von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien
2.20 Abwägung der Verbringung des Kindes in einer Pflegefamilie / Hilfeplan
2.21 Nach Beendigung der Hilfen / Hilfeplan
2.22 Schutzkonzepte in Einrichtungen
2.23 Einrichtungen mit und ohne Betriebserlaubnis
3 Das Pflegekinderwesen im Kyffhäuserkreis
4 Pflegeformen und zugehörige Hilfen
4.1 Vollzeitpflege und mögliche Hilfsformen
4.1.1 Hilfen zur Erziehung
4.1.2 Eingliederungshilfe
4.1.3 Hilfe für junge Volljährige
4.1.4 Inobhutnahme
4.1.5 Privates Pflegeverhältnis
4.1.6 Adoptionspflege
4.2 Herausforderungen an Pflege- und Herkunftsfamilien sowie an Fachkräfte
4.2.1 Pflegefamilien
4.2.2 Herkunftsfamilien
4.2.3 Herkunftsfamilien und Herausforderungen an Fachkräfte
4.3 Trennung der Kinder von Herkunftsfamilien
5 Auswertung der Befragung von Herkunfts- und Pflegefamilien
5.1 Forschungsfrage und Hypothesen
5.2 Angewandte Methoden
5.2.1 Studiendesign und Untersuchungsform
5.2.2 Studienpopulation und Stichprobe
5.2.3 Erhebungsinstrument
5.2.4 Durchführung
5.2.5 Datenanalyse
5.3 Ergebnisse der Stichproben
5.3.1 Lebensalter und eigene Kinder (Pflegefamilie)
5.3.2 Berufliche Aktivitäten
5.3.3 Kontakt zwischen Pflege- und Herkunftsfamilien
5.3.4 Kontaktabbrüche
5.3.5 Treffen zwischen Pflegekind und Herkunftsfamilien
5.3.6 Folgen von Treffen
5.3.7 Wahrnehmung des Entscheidungsfreiraumes
5.3.8 Unterstützungsbedarf in Lebensbereichen
5.3.9 Veränderungen der interpersonellen Beziehungen während der Sars-CoV-2-Pandemie
5.4 Zusammenfassung der Erkenntnisse - Diskussion
5.5 Beantwortung der Hypothesen
5.5.1 Herkunftsfamilien geben zunächst ihre Kinder nur interimsweise in Pflegefamilien, um prekäre lebensweltliche Herausforderungen zu bewältigen.
5.5.2 Pflegefamilien streben den Erhalt des Kontaktes zu den Herkunftsfamilien an.
5.5.3 Die Auswirkungen des KJSG stellen einen Förderfaktor für Pflegekinder, Herkunfts- und Pflegefamilien dar.
6 Ableitungen neuer oder ergänzender Hilfen
6.1 Freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe im Kyffhäuserkreis
6.2 Tätigkeitsfelder
6.3 Kontakt zur Herkunftsfamilie
6.4 Loyalitätskonflikte
6.5 Traumapädagogik und Biografiearbeit
6.6 Pädagogische Unterstützungen
6.7 Grundlegendes aus dem KJSG
7 Fazit
8 Würdigung und Danksagung
Die Arbeit untersucht, wie unter Berücksichtigung des neuen Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG) die Beteiligung von Herkunftsfamilien bei einer Inobhutnahme in Pflegefamilien verbessert werden kann, um das Kindeswohl nachhaltig zu sichern und zu fördern. Im Zentrum steht dabei die Trias aus Pflegekindern, Pflegeeltern und Herkunftsfamilien im Landkreis Kyffhäuserkreis.
2.1 Gender Mainstreaming und Identitäten
Nachdem die Arbeitsgruppe Gender Mainstreaming bereits 2005 mit dem EQUAL-Leitfaden zu Gender Mainstreaming Handlungsempfehlungen für die Gleichstellung biologischer und sozialer Geschlechter für alle EU-Staaten herausgegeben hat (vgl. Arbeitsgruppe Gender Mainstreaming der Europäischen Kommission 2005, 9), wurde das Gender Mainstreaming ebenso im Art. 1 Nr. 1b KJSG berücksichtigt. So wurde die Überschrift von § 9 SGB VIII wie folgt geändert: „In der Angabe zu § 9 werden die Wörter ‚Jungen und Mädchen‘ durch die Wörter ‚jungen Menschen‘ ersetzt“.
Diese kleine, jedoch relevante Änderung hat entwicklungspsychologisch für junge Menschen inmitten ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsausbildung eine starke Signalwirkung. Die individuell ausgeprägte Identität, unter starkem Einfluss ethnischer, kultureller, sozialer, politischer wie auch geschlechtsbezogener Erfahrungen, stellt ein Alleinstellungsmerkmal von Individuen dar, dient der Orientierung in Gesellschaft, Politik sowie Kultur und fördert die Persönlichkeitsentwicklung durch selbstreflektierende intrinsische und extrinsische Prozesse (vgl. Deutscher Verein für Öffentliche und Private Fürsorge 2011, 430). Durch den Verzicht auf binäre Geschlechtsbezeichnungen fühlen sich die Adressat:innen wahrgenommen, berücksichtigt und innerhalb der Gesetzgebung involviert.
1 Einleitung: Beschreibt das KJSG als gesetzliche Neuerung, die Relevanz der Inobhutnahmen und legt den Fokus auf die Kontaktfähigkeit zwischen Herkunfts- und Pflegefamilien.
2 Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz: Analysiert relevante Gesetzesänderungen im SGB VIII und deren Bedeutung für die sozialarbeiterische Praxis und die Rechte junger Menschen.
3 Das Pflegekinderwesen im Kyffhäuserkreis: Erläutert die institutionellen Strukturen und Hierarchien des Pflegedienstes im Landkreis.
4 Pflegeformen und zugehörige Hilfen: Differenziert verschiedene Pflegeformen und beleuchtet die Herausforderungen für die beteiligten Akteure in der Trias.
5 Auswertung der Befragung von Herkunfts- und Pflegefamilien: Präsentiert die empirischen Ergebnisse der Umfrage zu Kontaktqualität, Treffen und Unterstützungsbedarfen.
6 Ableitungen neuer oder ergänzender Hilfen: Identifiziert freie Träger und leitet aus den Erkenntnissen konkrete Empfehlungen für eine bessere Unterstützung und Kontaktgestaltung ab.
7 Fazit: Reflektiert das Potenzial des KJSG und resümiert, dass soziale und historische Gegebenheiten die praktische Umsetzung vor große Herausforderungen stellen.
Kinder- und Jugendstärkungsgesetz, KJSG, SGB VIII, Pflegekinderwesen, Kyffhäuserkreis, Inobhutnahme, Herkunftsfamilien, Pflegefamilien, Kindeswohl, Traumapädagogik, Biografiearbeit, Beratung, Elternbeteiligung, Hilfeplan, soziale Arbeit
Die Bachelor-Thesis untersucht das Spannungsfeld zwischen Herkunfts- und Pflegefamilien vor dem Hintergrund der neuen gesetzlichen Regelungen durch das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) und deren Umsetzung im Kyffhäuserkreis.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Rolle der Fachkräfte, die Unterstützungsmöglichkeiten für Pflege- und Herkunftsfamilien, die Bedeutung von Kontakten und Treffen für die Identitätsentwicklung des Kindes sowie die praktische Umsetzung des KJSG.
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie eine Beteiligung von Herkunftsfamilien bei einer Inobhutnahme so gestaltet werden kann, dass das Kindeswohl geschützt und die familiären Beziehungen stabilisiert werden.
Es wurde eine quantitative Sozialforschungsmethode gewählt, bei der zwei Online-Fragebögen eingesetzt wurden, um die Perspektiven von Herkunfts- und Pflegefamilien zu erfassen und deduktiv auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der Gesetzesneuerungen (KJSG), die Beschreibung der regionalen Trägerstrukturen im Kyffhäuserkreis sowie die detaillierte Analyse der empirischen Befragungsergebnisse.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören KJSG, Pflegekinderwesen, Inobhutnahme, Kindeswohl, Kontaktstabilisierung und Elternbeteiligung.
Biografiearbeit wird als zentraler Baustein identifiziert, um Kindern bei der Bewältigung traumatischer Erfahrungen zu helfen, ihre Lebensphasen besser zu verstehen und ihre Identitätsbildung zu stärken.
Der Autor stellt fest, dass die Bedürfnisse der Herkunftsfamilien oft in den Hintergrund geraten und plädiert dafür, sie als Partner im Hilfeprozess anzuerkennen, um nicht nur die Resignation, sondern die aktive Mitwirkung zu fördern.
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