Bachelorarbeit, 2022
54 Seiten
1 Gendererklärung
2 Einleitung
3 Sex und Soziokultur
3.1 Aktualität der Sexualwissenschaft
3.2 Psychosexualtheorien
3.2.1 Sexuelle Sozialisation
3.2.2 Die Triade Sexualität, Sozialisation und Psychoanalyse
3.2.3 Sexualität des Mannes
3.2.4 Männliche Hypersexualität als pathologisches Sexualverhalten
3.2.5 Sexsucht und Kultur aus historisch-vergleichender Perspektive
4 Psychosexualität und Filmwissenschaft
5 Der Film Shame (2011)
5.1 Gesellschaftliche Relevanz
5.2 Inhaltsangabe und Darstellungsmethodik
5.3 Theorien in Bezug auf Shame (2011)
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der männlichen Hypersexualität im Kontext soziokultureller Prägungen und individueller psychosexueller Verfassungen. Anhand einer filmwissenschaftlichen Analyse des Films Shame (2011) wird der Frage nachgegangen, inwiefern ein gestörtes Sexualverhalten – konkret die Sexsucht – als erworbener Mechanismus im Spannungsfeld zwischen biografischen Traumata, gesellschaftlicher Sozialisation und der modernen, durch Urbanisierung und Medien geprägten Sexualkultur zu verstehen ist.
3.2.1 Sexuelle Sozialisation
„The first thing most of us want to know about sexuality is if we are born with our sexual orientations and preferences or if it is our social environment that creates them.”
Einige Sexualwissenschaftler vertreten die Ansicht, es gebe zu wenige Beweise, um gänzlich von der ursprünglichen Triebtheorie abzusehen. Daher sei immer noch umstritten, inwiefern gewisse sexuelle Verhaltensmuster und Präferenzen genetisch festgelegt sind oder durch Sozialisationsprozesse gesellschaftlich entwickelt werden. Mit der Beschreibung jüngster Forschung zur menschlichen Sexualität, jene sei ein Konstrukt aus Biologie, Sozio-Kultur sowie Individualität, bilden sich Neologismen wie etwa der Terminus der sexuellen Sozialisation oder der auf ihn zurückgehende, synonym verwendete Begriff der Sexualisierung. Beiden gelingt eine erfolgreiche Etablierung, sowohl im wissenschaftlichen als auch im gesellschaftlich alltäglichen Munde.
1 Gendererklärung: Erläutert die Entscheidung für die durchgehende Verwendung des generischen Maskulinums zur besseren Lesbarkeit bei gleichzeitiger Wahrung des Gleichheitsgrundsatzes.
2 Einleitung: Führt in das Thema der männlichen Hypersexualität ein und skizziert die methodische Untersuchung am Beispiel des Films Shame.
3 Sex und Soziokultur: Behandelt theoretische Ansätze der Sexualwissenschaft und diskutiert die Entwicklung von Sexualität als Interaktion zwischen Biologie und sozialer Prägung.
4 Psychosexualität und Filmwissenschaft: Untersucht die Verbindung zwischen psychoanalytischen Konzepten (wie Trauma) und deren filmästhetischer Darstellung.
5 Der Film Shame (2011): Analysiert den Film als Fallbeispiel für männliche Sexsucht im Kontext der modernen urbanen Gesellschaft und männlicher Rollenbilder.
6 Fazit: Führt die Analyseergebnisse zusammen und betont die Bedeutung von Sozialisationsinstanzen bei der Entstehung von Sexsucht.
Hypersexualität, Sexsucht, sexuelle Sozialisation, Psychoanalyse, Traumatisierung, Sexualforschung, Filmwissenschaft, männliche Sexualität, Intrapsyche, Libido, Adoleszenz, Soziokultur, Shame (2011), Sexualerziehung.
Die Arbeit untersucht das Krankheitsbild der männlichen Hypersexualität im Spannungsfeld zwischen individueller psychosexueller Entwicklung, Kindheitstraumata und dem soziokulturellen Umfeld.
Dazu gehören die psychologische Triebtheorie, die Bedeutung von Sozialisationsinstanzen wie der Familie, der Einfluss der modernen urbanen Sexualkultur und die filmische Inszenierung dieser Suchtproblematik.
Ziel ist es zu klären, ob männliche Hypersexualität primär genetisch oder durch lebenslange soziale und psychische Konstruktionsprozesse determiniert ist, visualisiert durch den Film Shame.
Die Autorin nutzt die Methode des "Close Reading" in Kombination mit einer interdisziplinären Anwendung psychosexueller und soziologischer Theorien auf das Fallbeispiel des Films.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Psychosexualität und Sozialisation sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Film Shame, um die theoretischen Aspekte der Sexsucht am Protagonisten Brandon Sullivan zu belegen.
Zentrale Begriffe sind Hypersexualität, Sexsucht, sexuelle Sozialisation, Trauma, Psychoanalyse, soziale Konstruktion und Männlichkeit.
Der Film dient als visuelles Anschauungsobjekt, das die abstrakten wissenschaftlichen Theorien über Suchtdynamiken konkretisiert und die Rolle von Anonymität und Urbanisierung für ein Suchtverhalten unterstreicht.
Die Unterscheidung verdeutlicht, dass kurzfristige sexuelle Betätigung (Erregung) nicht das Bedürfnis nach tiefergehender psychosozialer Befriedigung (Erregbarkeit) stillt, was für die Diagnose der chronischen Sexsucht entscheidend ist.
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