Examensarbeit, 2019
82 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Der Deutsche Orden
3.1. Gründung
3.2. Aufbau/Struktur
3.3. wirtschaftliche Grundlagen im Reich
3.4. Zwischenfazit
4. Die Deutschordensballei Thüringen
4.1. Auswertung des UB
4.1.1 Die Ballei und die lokalen Herrschaftsgewalten
4.1.2 Die Ballei und weitere Herrschaftsträger
4.1.3 Die Ballei und der Papst sowie das Episkopat
4.1.4 Fälschungen
4.2. Kommenden der Ballei Thüringen im Einzelnen
4.3. Zusammenfassung: Karte & Grafiken
4.4. Die wirtschaftliche Grundlage der Ballei
4.4.1 Der Deutsche Orden und seine grundherrschaftlichen Einnahmen
4.4.2 weitere Einnahmequellen
5. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Entwicklungen und wirtschaftlichen Grundlagen der Deutschordensballei Thüringen von ihren Anfängen bis in das 14. Jahrhundert und analysiert dabei das Verhältnis zwischen dem Orden und seinen Adels- und Herrschaftsförderern.
Die Deutschordensballei Thüringen von ihren Anfängen bis ins 14. Jahrhundert
Eine Beschäftigung mit der Deutschordensballei Thüringen ist geprägt von einem darstellerischen Spannungsfeld zwischen deutscher bzw. europäischer Ordensgeschichte einerseits und thüringischer Landesgeschichte andererseits. Wo fängt Balleigeschichte an, wo hört Landesgeschichte auf? Dieser Frage kann abschließend nicht geklärt werden, zumindest wenn, wie in der folgenden Arbeit, eine Art Balleigeschichte geschrieben werden soll; hier haben es die Autoren von Literatur über Landesgeschichte sicherlich etwas einfacher, die den DO bei ihren Erzählungen mitunter auch ausklammern können bzw. diesen nur marginal erwähnen (müssen).
Denken wir an den Deutschen Orden, fallen uns wahrscheinlich zuerst Schlagworte wie Jerusalem, Preußen oder Schlacht bei Tannenberg ein. Das ist nicht verwunderlich. Um 1190 in Jerusalem unter dem Banner deutscher Kaufleute gegründet, war es seiner Zeit einer unter nun drei existenten Heiligen Orden. Dies waren jene Orden, die innerhalb der Kreuzzüge auf der Seite des Christentums stehend erst die eigenen Verletzten zu versorgen hatten, später selbst in den Kampf gegen die ungläubigen Muselmanen zogen. Im Einzugsgebiet des Deutschen Reichs wiederum bringen wir den Deutschen Orden zumeist mit Preußen in Verbindung – zusätzlich dazu noch mit dem Baltikum. Auch die Schlacht bei Tannenberg 1410 betraf das Ordensland Preußen und zusätzlich, als gegnerische Partei, natürlich die litauische Union.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Spannungsfeld zwischen Ordens- und Landesgeschichte und erläutert die methodische Herangehensweise durch die Auswertung des Urkundenbuchs.
2. Forschungsstand: Gibt einen Überblick über die bisherige Literatur sowie das Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen und zeigt bestehende Forschungslücken auf.
3. Der Deutsche Orden: Umfasst die Gründung, Organisationsstruktur und die wirtschaftlichen Grundlagen des Gesamtordens als notwendige Basis für die Analyse.
4. Die Deutschordensballei Thüringen: Kernstück der Arbeit, welches die spezifische Entwicklung in Thüringen, die einzelnen Kommenden und deren Gönner detailliert untersucht.
5. Resümee: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und reflektiert kritisch über das methodische Vorgehen und die Quellenlage.
Deutscher Orden, Ballei Thüringen, Kommenden, Urkundenbuch, Landgrafen, Staufer, Grundherrschaft, Schenkungspolitik, Wirtschaftsgeschichte, Urkundenanalyse, Ministerialität, Mittelalter, Ordensgeschichte, Kommende Altenburg, Mittelalterliche Geschichte.
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung der Deutschordensballei Thüringen sowie deren Einbettung in das politische und wirtschaftliche Geflecht der Region vom 13. bis zum frühen 14. Jahrhundert.
Im Fokus stehen die Beziehungen des Ordens zu regionalen Herrschaftsträgern, die Organisation der verschiedenen Kommenden und die Analyse der landwirtschaftlichen und finanziellen Einnahmequellen.
Ziel ist es, die Entwicklung der Ballei Thüringen anhand der Auswertung des Urkundenbuchs nachzuzeichnen und aufzuzeigen, wie politisches Kalkül und religiöse Stiftungspraxis zusammenwirkten.
Die Arbeit basiert primär auf der Auswertung und quellenkritischen Analyse erhaltener Diplome aus dem Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen in Verbindung mit der Fachliteratur.
Der Hauptteil analysiert die Förderer aus unterschiedlichen sozialen Schichten, wie Staufer, Ludowinger und Wettiner, sowie die Spezifika einzelner Kommenden wie Altenburg, Plauen und Zschillen.
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Ordensgeschichte, Schenkungspraxis, Grundherrschaft, diplomatischer Analyse und thüringischer Ministerialität.
Der Autor vermutet, dass wirtschaftlicher Leidensdruck oder der Verlust früherer Dokumente den Orden dazu veranlassten, Ansprüche durch neu angefertigte Urkunden formal abzusichern.
Zschillen nimmt eine Sonderstellung ein, da sie durch Restriktionen des Meißner Bischofs stärker in ihrer wirtschaftlichen Handlungsfreiheit eingeschränkt war als andere Kommenden.
Ja, der Autor relativiert die wirtschaftliche Spitzenstellung der thüringischen Ballei und ordnet ihr stattdessen eine hohe politische Bedeutung durch ihre königsnahe Lage zu.
Das Resümee reflektiert die Einseitigkeit der Quellenlage, die politisch-geschichtliche Färbung des Textes und die Herausforderungen einer nicht-chronologisch orientierten Analyse.
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