Bachelorarbeit, 2021
50 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Grundlagen des Islamischen Bankwesens
2.1. Islamische Geschäftsprinzipien
2.1.1. Zinsverbot
2.1.2. Verbot von Glücksspiel und Wetten
2.1.3. Verbot von Spekulation und Risiko
2.1.4. Verbot unmoralischer Geschäfte
2.2. Islamkonforme Finanzierungstechniken und Finanzprodukte
2.2.1. Fremdkapital-basierte Finanzierungstechniken
2.2.1.1. Murabahah
2.2.1.2. Tawarruq
2.2.1.3. Salam
2.2.1.4. Ijarah
2.2.2. Eigenkapital-basierte Finanzierungstechniken
2.2.2.1. Mudarabah
2.2.2.2. Musharaka
2.2.3. Sukuk
2.3. Scharia-Aufsichtsrat
3. Risikomanagement islamischer Banken
3.1. Richtlinien für das Risikomanagement islamischer Banken
3.1.1. Islamic Financial Services Board
3.1.2. Accounting and Auditing Organisation of Islamic Financial Institutions
3.1.3. Nationale Richtlinien
3.2. Risikoidentifizierung, Risikomessung und Risikosteuerung
3.2.1. Marktrisiken
3.2.1.1. Arten von Marktpreisrisiken
3.2.1.2. Messung von Marktpreisrisiken
3.2.1.3. Steuerung von Marktrisiken
3.2.2. Kreditrisiken
3.2.2.1. Messung von Kreditrisiken
3.2.2.2. Steuerung von Kreditrisiken
3.2.3. Liquiditätsrisiken
3.2.3.1. Messung von Liquiditätsrisiken
3.2.3.2. Steuerung von Liquiditätsrisiken
3.2.4. Operationelle Risiken
3.2.5. Reputationsrisiken und rechtliche Risiken
4. Vorteile und Risiken des Risikomanagements islamischer Banken
4.1. Stabilität und Antifragilität
4.2. Vielseitigere und höhere Risiken
4.3. Begrenzte Möglichkeiten der Risikoabsicherung
4.4. Liquiditätsrisiken durch beschränkten Zugang zum Geldmarkt
5. Perspektiven für das islamische Bankwesen in Deutschland
Die vorliegende Arbeit untersucht die Besonderheiten des Risikomanagements in islamisch geprägten Bankinstituten. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern das islamische Bankwesen durch den Verzicht auf klassische Zinsmodelle und durch spezifische ethische sowie religiöse Vorgaben ein potenziell krisenresistenteres System darstellt und welche spezifischen Herausforderungen sich dabei für die Risikosteuerung ergeben.
2.1. Islamische Geschäftsprinzipien
Alle islamkonformen Finanzinstitute müssen sich nicht nur an das nationale Recht des jeweiligen Landes halten, sondern auch zu jedem Zeitpunkt die Vereinbarkeit der Geschäftstätigkeit mit dem islamischen Rechtssystem, der Scharia, gewährleisten. Dieses Rechtssystem entstand durch die Interpretation einer Vielzahl von Werken, darunter des Korans und der Sunna als wichtigste Quellen und Grundlagen des islamischen Rechts. Vorgegeben werden diverse Verbote, als auch Prinzipien, an die sich jeder gläubige Moslem und jedes islamische Finanzinstitut strengstens zu halten hat. Dabei wird in der Scharia der Grundsatz verfolgt, dass alles, was nicht explizit erlaubt ist, verboten ist. Das betrifft auch das Vertragsrecht, sodass nur Verträge geschlossen werden dürfen, die Scharia-konform sind. Dies steht in starkem Gegensatz zu der in Deutschland nach dem Gesetz geltenden Vertragsfreiheit.
Jedoch können Verbote und Gebote der Scharia unter bestimmten Voraussetzungen umgangen werden. So gelten Notstandslagen und Rechtskniffe als Rechtfertigungsgrund für die Nichtbefolgung der Scharia. Bei Rechtskniffen (Hiyal) handelt es sich um Vorgehensweisen, um (wirtschaftliche) Bedürfnisse zu erfüllen, die auf direktem Wege nicht mit der Scharia in Einklang gebracht werden können. Diese Beschränkungen werden durch geschickte Verträge umgangen, ohne dabei islamisches Recht zu verletzen. Der Großteil der islamischen Finanzprodukte beruht auf diesen Rechtskniffen, um die wirtschaftlichen Interessen der Banken, aber auch den Schein der Legalität zu wahren. Folgend werden zunächst die wichtigsten Verbote und Gebote für die islamische Finanzwelt vorgestellt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung und die aktuelle Bedeutung des islamischen Bankwesens ein und definiert das Ziel, das Risikomanagement dieses Systems zu untersuchen.
2. Grundlagen des Islamischen Bankwesens: Dieses Kapitel erläutert die wesentlichen Prinzipien unter Scharia-konformen Bedingungen und stellt verschiedene Finanzierungstechniken wie Murabahah oder Mudarabah vor.
3. Risikomanagement islamischer Banken: Hier werden die regulatorischen Rahmenbedingungen sowie die Methoden zur Identifizierung, Messung und Steuerung der spezifischen Risikoarten in islamischen Instituten detailliert dargelegt.
4. Vorteile und Risiken des Risikomanagements islamischer Banken: Dieses Kapitel diskutiert die Stärken hinsichtlich Systemstabilität und Antifragilität sowie die Herausforderungen durch begrenzte Hedging-Instrumente und Liquiditätsengpässe.
5. Perspektiven für das islamische Bankwesen in Deutschland: Das Fazit skizziert das Wachstumspotenzial und die Marktsituation für islamkonforme Finanzprodukte im deutschen Bankenumfeld.
Islamisches Bankwesen, Scharia, Risikomanagement, Zinsverbot, Murabahah, Sukuk, Liquiditätsrisiko, Marktrisiko, Kreditrisiko, Finanzmarktstabilität, Antifragilität, Compliance, Kapitalmarkt, Finanzprodukte, Bankenregulierung.
Die Arbeit behandelt die Funktionsweise und das spezifische Risikomanagement im islamischen Bankwesen, wobei der Fokus auf dem Vergleich zum konventionellen Bankensystem liegt.
Die Schwerpunkte liegen auf den religiösen Grundprinzipien des islamischen Rechts, den konkreten Finanzierungsmodellen (z.B. Sukuk) und der praktischen Anwendung von Risikosteuerungsinstrumenten.
Es soll untersucht werden, ob das islamische Bankwesen aufgrund seiner spezifischen Strukturen und ethischen Vorgaben krisenresistenter ist als herkömmliche Finanzmodelle.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, eine strukturelle Auswertung von regulatorischen Richtlinien sowie den theoretischen Vergleich von Finanzierungskonzepten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung islamischer Finanztechniken, die Darstellung der Aufsichtsmechanismen (Scharia-Aufsichtsrat) und die detaillierte Untersuchung der Risikoarten (Markt-, Kredit-, Liquiditäts- und operationelle Risiken).
Wichtige Begriffe sind unter anderem Scharia-Konformität, Zinsverbot, Risikomanagement, Sukuk, Stabilität und Finanzmarktregulierung.
Beim Murabahah-Geschäft wird kein Zins berechnet; stattdessen erwirbt die Bank das Objekt und verkauft es mit einem transparenten, vertraglich vereinbarten Gewinnaufschlag an den Kunden weiter.
Antifragilität beschreibt die Fähigkeit eines Finanzsystems, nicht nur robust gegenüber Krisen zu sein, sondern durch unvorhergesehene negative Volatilität oder Stressereignisse sogar zu profitieren oder zu wachsen.
Da viele konventionelle Hedging-Instrumente wie Zinsderivate aufgrund des Zinsverbots nicht genutzt werden können, fehlt es oft an passenden, Scharia-konformen Finanzinstrumenten zur kurzfristigen Liquiditätssteuerung.
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