Examensarbeit, 2009
104 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
1 Der Mythos des Narzissus
1.1 Die griechische Sage
1.2 Interpretationen des Mythos
1.3 Darstellungen des Narzissus in der Kunst
1.3.1 „Narziss“ von Caravaggio
1.3.2 „Metamorphose des Narziss“ von Salvador Dali
1.3.3 „Echo und Narziss“ von John William Waterhouse
2 Freuds Narzissmus- Begriff
2.1 Primärer Narzissmus
2.2 Sekundärer Narzissmus
3 Die narzisstische Persönlichkeitsstörung
3.1 Was ist eine Persönlichkeitsstörung?
3.2 Was heißt narzisstisch? Was ist Narzissmus?
3.3 Zur Entstehung des gesunden Narzissmus
3.4 Zur Entstehung des pathologischen Narzissmus
3.5 „Charakterzüge“ des Narzissten
3.6 Grandiosität und Depression
3.7 Narzissmus und Destruktivität
3.8 Narzissmus uns mangelhafte Gefühlsintensität
3.9 Pathologischer Narzissmus und Sucht
3.10 Heilung der narzisstischen Persönlichkeitsstörung
4 Diagnostik der narzisstischen Persönlichkeitsstörung
4.1 Diagnostische Kriterien nach „DSM“
4.2 Diagnostische Kriterien nach „ICD“
5 Psychische Abwehrmechanismen des Narzissten
5.1 Der Abwehrmechanismus der „Spaltung“
5.2 Der Abwehrmechanismus der „primitiven Idealisierung“
6 Der Gefühlsbaum – ein Modell
7 Narzisstische Persönlichkeitsstörungen in der Schule
7.1 Narzisstische Störungen in der Schule und „Mobbing“
7.2 Der narzisstisch beeinträchtigte Schüler
7.3 Der Narzisst in der Rolle des Lehrers
7.4 Herausforderung für Pädagogik, Erziehungswissenschaft und Schule
7.5 Narzissmus und Sozialisation
7.6 Schule als Erfahrungsprozess
8 Fazit
Diese wissenschaftliche Hausarbeit untersucht die narzisstische Persönlichkeitsstörung und deren Auswirkungen auf den schulischen Kontext, indem sie die psychologischen Grundlagen und Abwehrmechanismen mit dem pädagogischen Alltag in Verbindung bringt und Strategien für einen Umgang mit dieser Störung an Schulen diskutiert.
1.1 Die griechische Sage
Der Terminus „Narzissmus“ hat seinen Ursprung in der griechischen Mythologie: „Narziss“ ist die Translation des griechischen Wortes „Nárkissos“ und die Translation des lateinischen Wortes „Narcissus“ und meint den schönen griechischen Jüngling Narzissus. Dieser ist der Sohn des Flussgottes Cephisus und der Liriope, einer Nymphe. Die Bezeichnung der narzisstischen Selbstwertstörung gehe auf diesen griechischen Jüngling zurück (vgl. Asper, 1986, S. 93). Narzissus sei ein schöner Jüngling gewesen, der sich in sein eigenes Spiegelbild im Wasser verliebte, vor Sehnsucht danach dahinschwand und schließlich in die Blume Narzisse verwandelt wurde. Ovid, ein römischer Dichter, geboren 43 v. Chr., gestorben 17 n. Chr., habe die griechische Überlieferung mit der Sage von Echo verbunden und im dritten Buch seiner Metamorphosen² beschrieben (vgl. ebd., 1986, S. 93).
Ovid nach sei der Jüngling das Produkt einer Vergewaltigung: Cephisus, der Flussgott, habe die Nymphe Liriope, Narzissus Mutter, in sein „gewundenes Flussbett“ (vgl. Ovid, Vers Nr. 343) gelockt aus dem sie nicht mehr entfliehen konnte und habe sie dort vergewaltigt (vgl. Asper, 1986, S. 96). In der Folge habe Liriope dann das Kind Narzissus geboren. Nach dessen Geburt habe man einen Seher namens Theiresias befragt, ob das Kind ein langes Leben haben werde, woraufhin dieser entgegnete, dass er sehr alt werde, unter der Voraussetzung, dass er sich selbst niemals kennen lernt und dass er sich selbst fremd bleibt (vgl. Asper, 1986, S. 94). Diese Vorhersage des Sehers spielt bereits auf die sich entwickelnde psychische Problematik des Narzissus an, worauf jedoch erst später genauer eingegangen werden soll.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung des Themas Narzissmus im Kontext der gesellschaftlichen Entfremdung und definiert das Ziel der Arbeit, einen Schulbezug zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung herzustellen.
1 Der Mythos des Narzissus: Dieses Kapitel erläutert den mythologischen Ursprung des Begriffs Narzissmus anhand der griechischen Sage und deren künstlerische sowie tiefenpsychologische Interpretation.
2 Freuds Narzissmus- Begriff: Hier wird die psychoanalytische Fundierung des Narzissmusbegriffs durch Sigmund Freud in Bezug auf den primären und sekundären Narzissmus dargelegt.
3 Die narzisstische Persönlichkeitsstörung: Dieses zentrale Kapitel analysiert die klinischen Aspekte der Störung, von ihrer Entstehung über die typischen Charakterzüge, wie Grandiosität und Depression, bis hin zu Suchtgefahren und Heilungsansätzen.
4 Diagnostik der narzisstischen Persönlichkeitsstörung: Dieses Kapitel vergleicht die diagnostischen Kriterien der Störung gemäß den internationalen Systemen DSM und ICD.
5 Psychische Abwehrmechanismen des Narzissten: Es werden die zentralen Abwehrmechanismen des Narzissten, namentlich die „Spaltung“ und die „primitive Idealisierung“, theoretisch eingeordnet.
6 Der Gefühlsbaum – ein Modell: Kapitel 6 stellt das Modell des „Gefühlsbaums“ zur Visualisierung der emotionalen Struktur und Blockaden vor.
7 Narzisstische Persönlichkeitsstörungen in der Schule: Das Kapitel überträgt die narzisstische Problematik auf den schulischen Raum, thematisiert Mobbing-Dynamiken und das Verhalten von Schülern und Lehrern.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, emotionales Lernen als integralen Bestandteil schulischer Bildung zur Mündigkeit zu etablieren.
Narzissmus, narzisstische Persönlichkeitsstörung, Selbstwertgefühl, Identitätskrise, Schule, Mobbing, Spaltung, Idealisierung, Psychoanalyse, Gefühlsblockaden, Sucht, Grandiosität, Depression, Pädagogik, Sozialisation.
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Narzissmus im Kontext der modernen Gesellschaft und insbesondere in seinem Auftreten, Wirken und der Bewältigung innerhalb der Institution Schule.
Die zentralen Felder umfassen tiefenpsychologische Grundlagen des Narzissmus, klinische Störungsbilder, diagnostische Klassifikationen sowie pädagogische Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf Mobbing und die Gestaltung von Lernprozessen.
Das primäre Ziel ist es, die „narzisstische Persönlichkeitsstörung“ wissenschaftlich zu untersuchen und einen konkreten Schulbezug herzustellen, um zu klären, inwieweit diese Störung den Schulalltag prägt und was pädagogisch dagegen unternommen werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer systematischen theoretischen Aufarbeitung und Diskussion psychologischer und soziologischer Fachliteratur, ergänzt durch die Analyse von Modellen (wie dem „Gefühlsbaum“) und diagnostischen Systemen (DSM/ICD).
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Mythos, die historische und psychoanalytische Entwicklung des Narzissmusbegriffs, die klinische Symptomatik und Diagnostik sowie die spezifische Anwendung auf die Schule, inklusive Mobbing und Lehrerverhalten.
Wichtige Begriffe sind Narzissmus, Selbstwertgefühl, Identitätskrise, Schule, Mobbing, Spaltung, Idealisierung und psychische Abwehrmechanismen.
Abwehrmechanismen wie die „Spaltung“ und die „primitive Idealisierung“ sind zentral, da sie erklären, wie Narzissten ihre Realitätswahrnehmung verzerrten, um ihr fragiles Selbstwertgefühl vor Kränkungen zu schützen.
Der Autor diskutiert, dass sowohl Opfer- als auch Täterrollen bei Mobbing mit narzisstischen Persönlichkeitsstrukturen korrelieren können, wobei insbesondere die Ich-Schwäche oder ein übersteigertes Anspruchsdenken problematische Dynamiken in der Klassengemeinschaft befeuern.
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