Masterarbeit, 2015
88 Seiten, Note: 1,0
I. Einführung
1. Problembeschreibung
2. Ziele und Struktur der Arbeit
II. Forschungsgegenstand und Themenabgrenzung
1. Mittelstandsforschung
a. Definition
b. Charakteristika
c. Motive für M&A
2. M&A-Forschung
a. Due Diligence-Verfahren zur Datenerhebung
b. Methoden der Unternehmensbewertung
c. Besonderheiten bei KMUs
III. Human Capital als Bewertungsgegenstand
1. Definition Human Capital
2. HR und Management Due Diligence
a. Ziele & Funktionen
b. Prozessuale Gestaltung
c. Risikobereiche als Analysegegenstand
d. Berücksichtigung im Rahmen der Unternehmensbewertung
3. Modelle für die Bewertung von Human Capital
a. Marktwertorientierte Ansätze
b. Accountingorientierte Ansätze
c. Value Added-Ansätze
d. Ertragsorientierte Ansätze
e. Mischmodell: Saarbrücker Formel
f. Indikatorenbasierte Ansätze
g. Kritische Würdigung
IV. Personenabhängigkeit als Bewertungsgegenstand
1. Personenbezogene Einflüsse
2. Modifizierung der prognostizierten Erträge
a. Abschmelzung personenbezogener Einflüsse gemäß des IDW
b. Subjektive Korrektur aufgrund der Unternehmerqualitäten
c. Fluktuationskostenbewertung
d. Extremfall in Form der Bewertung zum Liquidationswert
3. Modifizierung des Diskontierungsfaktors
a. Pauschale Risikozuschläge bzw. Bewertungsabschläge
b. Branchenspezifika
V. Implikationen bzgl. der Personenabhängigkeit
1. Instrumente zur Reduzierung der Personenabhängigkeit
2. Earn-Out-Klauseln im Rahmen der Vertragsgestaltung
VI. Schlussbetrachtung
1. Fazit
2. Ausblick
Die Arbeit fokussiert sich auf die Herausforderungen der Bewertung von Human Capital innerhalb von M&A-Transaktionen von mittelständischen Unternehmen. Ziel ist es, die quantitative Bewertbarkeit und die spezifische Problematik der Personenabhängigkeit – insbesondere bei Unternehmensinhabern und Schlüsselkräften – im Rahmen der Unternehmensbewertung systematisch aufzuarbeiten.
a. Marktwertorientierte Ansätze
Um den Human Capital-Wert eines Unternehmens zu berechnen, verwenden marktwertorientierte Verfahren als Bezugsgröße den aus dem Produkt der Aktienanzahl und des Aktienkurses berechneten Marktwert des Unternehmens. Beispiele dieser Vorgehensweise bilden u.a. die Ansätze Human Capital Market Value, Investor-Assigned Market Value, Tobin's q, Marktwert/Mitarbeiter-Quotient, Value Creation Index sowie die im Folgenden erklärten Ansätze Markt-/Buchwert-Differenz bzw. -Relation. Das Differenz-Verfahren als ein simplizistischer Ansatz betrachtet die Differenz zwischen Markt- und Buchwert bzw. der Börsenkapitalisierung als HC-Wert. Zwecks Vergleichbarkeit über Zeitreihen bzw. unter Wettbewerbern wird anstatt der Differenz zwischen Markt- und Buchwert der Quotient dieser Größen gebildet. Ein Wert größer als 1 impliziert „das Vorhandensein bilanziell nicht abgebildeter immaterieller Vermögenswerte“. Eine ähnliche Berechnung wie die Marktwert-Buchwert-Relation erfolgt auch zur Ermittlung der Kennzahl Tobin’s q, bei der anstelle des Buchwertes der Wiederbeschaffungskostenwert zwecks Vermeidung etwaiger Auswirkungen durch die zugrunde liegende Abschreibungsmethode gewählt wird.
I. Einführung: Definition der Problemstellung im Kontext der M&A-Bewertung von Human Capital und Festlegung der Zielsetzung der Masterarbeit.
II. Forschungsgegenstand und Themenabgrenzung: Charakterisierung mittelständischer Unternehmen (KMU) und Einordnung der M&A-spezifischen Due-Diligence-Verfahren sowie Bewertungsrahmen.
III. Human Capital als Bewertungsgegenstand: Analyse der Komponenten von Human Capital, Durchführung der HR Due Diligence und Evaluierung verschiedener Bewertungsmodelle.
IV. Personenabhängigkeit als Bewertungsgegenstand: Untersuchung der spezifischen Wertminderungsrisiken durch den Inhaberaustritt und Darstellung von Berechnungsverfahren zur Adjustierung von Erträgen und Kapitalisierungssätzen.
V. Implikationen bzgl. der Personenabhängigkeit: Analyse praktischer Lösungsansätze wie Nachfolgeplanung, Führungskräfteentwicklung und die Nutzung von Earn-Out-Klauseln zur Risikominimierung.
VI. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit der Ergebnisse sowie Identifikation von zukünftigem Forschungsbedarf in der Personalbilanzierung.
Human Capital, M&A-Transaktionen, Unternehmensbewertung, Personenabhängigkeit, Mittelstand, HR Due Diligence, Abschmelzung, Risikoaufschlag, Schlüsselpersonen, Earn-Out-Modelle, Unternehmensnachfolge, Personalbewertung, Goodwill, Humankapitalbilanzierung, Unternehmenswert.
Die Arbeit analysiert, wie der Wert des „menschlichen Kapitals“ und die Abhängigkeit eines Unternehmens von einzelnen Personen bei Unternehmenskäufen (M&A) sachgerecht bewertet und in Kaufpreisüberlegungen einbezogen werden kann.
Zentral sind die HR Due Diligence als Analysewerkzeug, verschiedene quantitative Bewertungsmodelle für Human Capital sowie die Methodik zur Abschmelzung von Erträgen aufgrund von Abhängigkeiten vom Inhaber oder wichtigen Leistungsträgern.
Untersucht wird, wie sich die Abhängigkeit von Schlüsselpersonen im Mittelstand quantifizieren lässt und inwiefern diese Faktoren korrekt in das klassische, auf Erträgen basierende Unternehmensbewertungsmodell integriert werden können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender betriebswirtschaftlicher Forschung. Ergänzend werden mathematische Modelle wie DCF-Verfahren oder Formeln (z.B. Saarbrücker Formel) zur Quantifizierung und Sensitivitätsanalyse der Unternehmenswerte herangezogen.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Erfassung von Humankapital, die Analyse von Risikofeldern im Personalbereich sowie die explizite Behandlung der Personenabhängigkeit durch Modifikationen in der Finanzplanung und beim Diskontierungssatz.
Wichtige Begriffe hierfür sind Human Capital, HR Due Diligence, M&A, KMU-spezifische Unternehmensbewertung, Inhaberabhängigkeit und Ertragswertverfahren.
Das Ausscheiden führt laut Arbeit oft zu einer partiellen oder temporären Übertragbarkeit der Ertragskraft, was durch eine Abschmelzung der zukünftigen Erträge im Bewertungsmodell (z.B. nach IDW Praxishinweis 1/2014) abgebildet werden muss.
Earn-Out-Modelle dienen als vertragliches Instrument, um die Unsicherheit zwischen Käufer und Verkäufer bezüglich der zukünftigen Übertragbarkeit der Ertragskraft zu überbrücken und den Verkäufer am tatsächlichen Erfolg nach der Übergabe partizipieren zu lassen.
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