Bachelorarbeit, 2016
57 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Der Garten der Lüste
2.1 Allgemeine Informationen
2.2 Bildbeschreibung
2.2.1 Die Außentafeln
2.2.2 Die linke Innentafel
2.2.3 Die Mitteltafel
2.2.4 Die rechte Innentafel
2.3 Bildanalyse
2.3.1 Die Außentafeln und linke Innentafel
2.3.2 Die Mitteltafel
2.3.3 Die rechte Innentafel
2.4 Chronologischer Überblick vergangener Deutungen
2.4.1 Jose de Siguenza
2.4.2 Carl Justi
2.4.3 Charles de Tolnay
2.4.4 Jacques Combe
2.4.5 Wilhelm Fraenger
2.4.6 Patrik Reuterswärd
2.4.7 Dirk Bax
2.4.8 Roger H. Marijnissen
2.4.9 Paul Vandenbroeck
2.5 Jüngere Deutungen des 21. Jahrhunderts
2.5.1 Hans Belting
2.5.2 Stefan Fischer
2.6 Eigene Stellungnahme
3. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Triptychon "Garten der Lüste" von Hieronymus Bosch, um durch eine ikonografische Analyse und einen chronologischen Vergleich der Forschungsgeschichte zu einer eigenen Deutung des komplexen Werkes zu gelangen.
2.4.1 Jose de Siguenza
Die Kunstforschung von der Mitte des 16. bis in das 19. Jahrhundert widmete sich mehr der Person Bosch sowie seinem sozialen Hintergrund. Demnach ist die Literatur dazu vorwiegend durch Anekdoten und von persönlichen Urteilen gekennzeichnet. Für diese Zeit steht sinnbildlich der spanische Priester Jose de Siguenza, der 1605 das geheimnisvolle Triptychon im christlichen, moralisierenden Sinne interpretiert. Er verteidigt Bosch gegen Verdächtigungen der Häresie und beschreibt die Kunstwerke erstmals ausführlich. Die Früchte auf der Mitteltafel deutet er als Sinnbild vergänglicher Genüsse der Menschheit. Besonders die Erdbeere, "weise auf die Vergänglichkeit der Sinnenfreuden" der Menschen hin. Auch die wilden Tiere, auf denen die Männer reiten, stellen eine Allegorie der "sündigen Leidenschaften" dar. Das Triptychon wird hier als eine Art "didaktische Predigt gegen die fleischlichen Genüsse" gedeutet.
1. Einleitung: Stellt den Gegenstand der Arbeit, das Triptychon von Hieronymus Bosch, vor und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Untersuchung.
2. Der Garten der Lüste: Bildet den Hauptteil, in dem eine detaillierte Bildbeschreibung und Analyse der einzelnen Tafeln erfolgt sowie historische und moderne Forschungspositionen chronologisch gegenübergestellt werden, gefolgt von einer eigenen Stellungnahme.
3. Schlussbetrachtung: Führt die Analyseergebnisse zusammen und reflektiert die bleibende Rätselhaftigkeit sowie die Faszination des Werkes vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Auslegungstraditionen.
Hieronymus Bosch, Garten der Lüste, Triptychon, Kunstgeschichte, Ikonografie, Sündenfall, Paradies, Hölle, Forschung, Interpretation, Symbolik, Mittelalter, Renaissance, Moral, Deutungsgeschichte
Die Arbeit befasst sich mit der ikonografischen Analyse und der Deutungsgeschichte des berühmten Triptychons "Garten der Lüste" von Hieronymus Bosch.
Zentrale Themen sind die Bildbeschreibung der Flügel und Mitteltafeln, die chronologische Aufarbeitung der Forschungsliteratur sowie die kritische Reflexion religiöser und moralischer Symbolik im Werk.
Das Ziel ist es, die vielfältigen und teils widersprüchlichen Interpretationen des Werkes von historischen Quellen bis hin zu modernen Forschern vergleichend darzustellen und eine eigene, fundierte Deutung zu entwickeln.
Die Arbeit stützt sich primär auf die kunsthistorische Methode der Ikonografie, kombiniert mit einer chronologischen Analyse der Forschungsgeschichte.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte formale und inhaltliche Bildbeschreibung, eine Analyse der Symbole, einen Forschungsüberblick und eine abschließende eigene Stellungnahme zur Interpretation des Triptychons.
Wichtige Begriffe sind Hieronymus Bosch, Triptychon, Garten der Lüste, Ikonografie, Sündenfall, Deutungsgeschichte und moralische Symbolik.
Siguenza sah Bosch als einen moralisch handelnden Künstler in christlicher Tradition, während moderne Forscher wie Belting die Vielschichtigkeit und eine bewusste Abkehr von einer rein kirchlichen Lesart in seiner Bildsprache betonen.
Die Arbeit diskutiert kontrovers, ob die Mitteltafel einen Zustand vor oder nach dem Sündenfall darstellt und ob sie als utopisches Paradies oder als moralische Warnung vor den Folgen menschlicher Begierden zu lesen ist.
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