Masterarbeit, 2020
52 Seiten
1. Einleitung
2. Theoretische Konzepte
2.1. Kinder- und Jugendliteratur
2.2. Kategorie ‚class‘
2.3. Kategorie ‚gender‘
2.4. Kategorie ‚race‘
2.5. Intersektionalität
3. Darstellung der gesellschaftlichen Konventionen in Pippi Langstrumpf
3.1. Gesellschaftliche Konventionen der Kategorie ‚class‘
3.2. Gesellschaftliche Konventionen der Kategorie ‚gender‘
3.3. Gesellschaftliche Konventionen der Kategorie ‚race‘
4. Schlusswort
Die Arbeit untersucht die Figur Pippi Langstrumpf vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Konventionen und analysiert dabei die Wechselwirkungen der Kategorien 'class', 'gender' und 'race'. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Pippi als literarische Figur funktioniert und inwiefern ihr Verhalten die damaligen gesellschaftlichen Strukturen gleichzeitig bricht und widerspiegelt.
3.1. Gesellschaftliche Konventionen der Kategorie ‚class‘
Bei der Betrachtung von Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ darf die Perspektive der Klassenzugehörigkeit nicht fehlen. Zunächst lässt sich dabei feststellen, dass die Geschichte sich hauptsächlich innerhalb des gehobenen Bürgertums abspielt, welches auch als Bourgeoisie bezeichnet wird. Vor allem die Familie Settergren ist bei der Betrachtung der Kategorie ‚class‘ von großer Bedeutung, stellt sie doch den Prototypen des nordischen Familienidylls dar, was sich auch in deren Wohnsituation widerspiegelt. Die immer aufgeräumte Miniaturidylle der kleinbürgerlichen Gesellschaft wird in „Pippi Langstrumpf“ in witziger und ironischer Weise ins Gegenteil verkehrt. Dies wird gleich zu Beginn des ersten Pippi-Buches mit der Beschreibung der Villa Kunterbunt deutlich gemacht.77 „Außerhalb der kleinen, kleinen Stadt lag ein alter verwahrloster Garten, Im Garten stand ein altes Haus, und in dem Haus wohnte Pippi Langstrumpf.“78 Diese Beschreibung wird zu einem späteren Zeitpunkt noch weiter ausgestaltet.
Demgegenüber steht die Familienidylle der Familie Settergren. Das wird vor allem im Kapitel „Pippi geht zum Kaffekränzchen“ deutlich, da hier Pippi und Frau Settergren in einem direkten Vergleich gegenübergestellt werden können. „Im Wohnzimmer der Familie Settergren saßen drei vornehme Damen und Thomas und Annika und ihre Mutter. Es war ein herrlicher Kaffeetisch gedeckt, und in dem offenen Kamin brannte ein Feuer. Die Damen plauderten ruhig miteinander, und Thomas und Annika saßen auf dem Sofa und blätterten in einem Album. Alles war voller Frieden.“80 Der Normbruch, der in Pippi Langstrumpf vollzogen wird, bezieht sich nicht nur auf die gesellschaftlichen Gepflogenheiten und auf die finanzielle Situation. Hier wird vor allem das häusliche Umfeld in die Diskussion miteinbezogen. So entpuppt sich das verwahrloste Haus, in dem Pippi Langstrumpf wohnt bald als idyllisches Heim, in dem jedes Kind gerne leben würde. Dort wird es nie langweilig und es gibt immer etwas zu entdecken. Diese Umkehrung macht den programmatischen Normbruch in Pippi Langstrumpf aus.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Pippi Langstrumpf als literarische Figur und stellt die Forschungsfrage nach ihrer Rolle für die Emanzipation sowie die Relevanz der Analyse hinsichtlich historischer gesellschaftlicher Strukturen.
2. Theoretische Konzepte: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe und Konzepte eingeführt, darunter die Kinder- und Jugendliteraturforschung sowie die Kategorien 'class', 'gender', 'race' und die Intersektionalität als analytisches Instrumentarium.
3. Darstellung der gesellschaftlichen Konventionen in Pippi Langstrumpf: Der Hauptteil analysiert detailliert, wie Pippi Langstrumpf mit den gesellschaftlichen Konventionen der Kategorien Klasse, Geschlecht und Rasse interagiert und diese einer ironischen Normbruch-Analyse unterzieht.
4. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Notwendigkeit einer intersektionalen Betrachtungsweise, um Pippi Langstrumpf als ein komplexes Werk der 50er-Jahre in seinem soziokulturellen Kontext zu verstehen.
Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren, Intersektionalität, Gender Studies, class, gender, race, Kinderliteratur, Bourgeoisie, gesellschaftliche Konventionen, Postcolonial Studies, patriarchale Strukturen, Emanzipation, Rassismuskritik, soziale Schichtung.
Die Arbeit analysiert die Kinderbuchfigur Pippi Langstrumpf unter dem Aspekt, wie gesellschaftliche Konventionen der Kategorien Klasse, Geschlecht und Ethnie in den Werken von Astrid Lindgren dargestellt werden.
Zentral sind die Untersuchung von Machtverhältnissen, das Aufbrechen traditioneller Rollenbilder und die kritische Beleuchtung kolonialer sowie bürgerlich-sozialer Normen innerhalb der Erzählungen.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Pippi Langstrumpf als Figur trotz – oder gerade wegen – ihrer Tabubrüche funktioniert und wie ihr Verhalten heutige gesellschaftliche Kritik an den historischen Strukturen begründet.
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Anwendung intersektionaler Konzepte der Gender Studies, um die vielschichtigen sozialen Dimensionen der Romanfiguren zu dekonstruieren.
Im Hauptteil werden die Kategorien 'class', 'gender' und 'race' einzeln auf das Verhalten und Umfeld der Protagonistin sowie anderer Figuren wie der Familie Settergren oder Fräulein Rosenblom angewendet.
Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Intersektionalität, Rassismuskritik, bourgeoise Normen, soziale Schichtung und feministische Didaktik geprägt.
Diese Ausgabe wurde gewählt, um die Rassismuskritik an den Originaltexten verdeutlichen zu können, da spätere, ab 2009 vorgenommene Änderungen an der Textsprache die Debatte über diese Aspekte verfälschen könnten.
Die Autorin stellt fest, dass Pippi zwar als starke Persönlichkeit agiert, jedoch nicht bewusst eine modellierte Rolle als 'starke Frau' vertritt, sondern eher durch ihr natürliches Selbstbewusstsein Rollenbilder hinterfragt.
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