Diplomarbeit, 2002
216 Seiten, Note: 1,3
1. Short Message Service
1.1 Was ist Short Message Service?
1.1.1 Definition
1.1.2 Sozialdemographie
1.1.3 Forschungsstand in Deutschland
1.2 Alltägliche Nutzung von SMS und Nutzungsmotive
1.3 Soziale Bedeutung des SMS für Jugendliche
1.4 Einordnung des SMS zwischen mündliche und schriftliche Kommunikationsformen
1.4.1 Telefon
1.4.2 Mobiltelefon
1.4.3 Brief
1.4.4 E-Mail
1.4.5 Chat
2. Kommunikationsregeln
2.1 Kommunikation als regelgeleitetes soziales Handeln
2.1.1 Merkmale von Regeln
2.1.2 Funktion von Regeln
2.2 Regelgeleitete mediatisierte interpersonale Kommunikation
3. Methodik
3.1 Rekonstruktion von Regeln
3.2 Formulierung von Regeln
3.3 Erhebungsmethoden für die Rekonstruktion von Regeln
3.3.1 Experteninterview
3.3.2 Begründung für qualitatives Experteninterview
3.4 Methodische Gütekriterien und Auswertungsvorgehen
4. Rekonstruktion von Medienregeln
4.1 Medienregeln für „alte“ Medien
4.1.1 Medienregeln für die Telefonkommunikation
4.1.2 Medienregeln für die telefonische Kommunikation über Mobiltelefon
4.1.3 Medienregeln für die Briefkommunikation
4.1.4 Medienregeln für die E-Mail-Kommunikation
4.1.5 Medienregeln für die Chat-Kommunikation
4.2 Prognose von Medienregeln für die SMS-Kommunikation
4.3 Rekonstruktion von Medienregeln für die SMS-Kommunikation
5. Medienregeln für die SMS-Kommunikation
5.1 Auswertung der Interviews
5.1.1 Rekrutierung von Experten
5.1.2 Zusammenfassung der Interviews
5.2 Konstruktion von Typen der SMS-Kommunikation
5.3 Medienbezogene Regeln für die SMS-Kommunikation
5.3.1 Wahrnehmung von SMS
5.3.2 Gelegenheiten für die SMS-Kommunikation
5.4 Prozedurale Regeln für die SMS-Kommunikation
5.4.1 Höflichkeitsregeln
5.4.2 Inhaltsregeln
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die sozialen Regeln der SMS-Kommunikation, da diese Form des interpersonalen Austauschs trotz ihrer hohen Popularität in der sozialwissenschaftlichen Forschung bisher weitgehend vernachlässigt wurde. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob und welche spezifischen Medienregeln sich bereits für die SMS-Kommunikation herausgebildet haben, um einen reibungslosen Ablauf dieser Interaktionen zu ermöglichen.
Einordnung des SMS zwischen mündliche und schriftliche Kommunikationsformen
Der SMS ist eine Möglichkeit der „technisch vermittelten interpersonalen Kommunikation“ (Höflich 1996). Die bisherige Betrachtung hat verdeutlicht, dass die Kommunikation mittels Textnachrichten sowohl Funktionen übernimmt, „die man durchaus als ,brieflich’ bezeichnen könnte, ebenso wie sie allerdings auch Funktionen [...] [übernimmt, J.H.], die ,telefonisch’ sind“ (Höflich 2001, S. 12). Deshalb soll die SMS-Kommunikation im folgenden in die Reihe anderer Formen medial vermittelter interpersonaler Kommunikation eingeordnet werden.
Wie schon besprochen wurde, ist der SMS kein Medium im strengen Sinne der Definition von Holly (1997) und bleibt aus diesem Blickwinkel immer an das Mobiltelefon gebunden. Betrachtet man andere Möglichkeiten der interpersonalen Kommunikation, zwischen die der SMS eingeordnet werden soll, dann finden sich mit E-Mail und Chat weitere Kommunikationsformen, die nicht eigentlich ein Medium, sondern ebenfalls an eines gebunden sind, nämlich an den PC.
Andere Kommunikationsformen wie das Telefon, das Mobiltelefon und der Brief können legitim als Medien betrachtet werden. Zwar kann man den Brief nicht gerade als „technisch“ vermittelndes Medium bezeichnen, jedoch soll er trotzdem in die Analyse mit aufgenommen werden, da die SMS-Kommunikation Analogieschlüsse zur Brief-Kommunikation geradezu provoziert (vgl. Höflich 2001)19.
1. Short Message Service: Dieses Kapitel definiert SMS, untersucht die sozialdemographischen Hintergründe der Nutzung und ordnet SMS als Kommunikationsform im Vergleich zu Telefon, Brief, E-Mail und Chat ein.
2. Kommunikationsregeln: Hier werden die theoretischen Grundlagen des regelgeleiteten sozialen Handelns erörtert, inklusive der Merkmale und Funktionen von Kommunikationsregeln.
3. Methodik: Der methodische Ansatz zur Rekonstruktion von Regeln, insbesondere durch qualitative Experteninterviews mit Jugendlichen, wird dargelegt und begründet.
4. Rekonstruktion von Medienregeln: Dieses Kapitel leitet aus der bestehenden Etikette-Literatur für klassische Medien (Telefon, Brief, E-Mail, Chat) Prognosen ab, die als Basis für die Analyse der SMS-Regeln dienen.
5. Medienregeln für die SMS-Kommunikation: Dies ist der empirische Hauptteil, der die Interviewauswertungen präsentiert, verschiedene Typen der SMS-Nutzung konstruiert und konkrete medienbezogene sowie prozedurale Regeln extrahiert.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, die unterstreicht, dass SMS im Mediengefüge des Alltags einen festen Platz als eigenständige Kommunikationsform eingenommen hat.
SMS, Kurzmitteilung, Kommunikationsregeln, Mobiltelefon, Jugendkultur, mediatisierte Kommunikation, Experteninterview, Alltagskommunikation, Techniknutzung, soziale Identität, Asynchronität, Schriftlichkeit, Mediensoziologie.
Die Arbeit analysiert die bislang soziologisch vernachlässigte Kommunikation über Short Message Service (SMS) und versucht, die zugrunde liegenden sozialen Regeln dieses Mediums zu identifizieren.
Die Autorin beleuchtet die Nutzungsmotive, die Bedeutung für die Jugendkultur („Generation @“) und die Einordnung der SMS zwischen mündlichen und schriftlichen Kommunikationsformen.
Ziel ist es, durch eine explorative Studie mit jungen SMS-Vielschreibern die unbewussten oder expliziten Regeln für den Gebrauch dieses Mediums zu extrahieren und zu systematisieren.
Es handelt sich um eine explorative, qualitative Studie. Als Haupterhebungsmethode dienen Experteninterviews mit Jugendlichen, die sich selbst als SMS-Vielschreiber definieren.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung zu Kommunikationsregeln, eine Analyse bestehender Medienregeln für „alte“ Medien und die konkrete Rekonstruktion von Medienregeln für die SMS-Kommunikation.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Medienregeln, soziale Nahraumkommunikation, Asynchronität, mediale Schriftlichkeit und die peer group.
Die Autorin identifiziert vier Idealtypen: die organisatorische Nutzung, die psychologische Rückversicherung, den Gesprächsersatz und die spielerische Nutzung.
Jugendliche werden als „Pioniere“ der SMS-Nutzung betrachtet, bei denen sich die neuen Medienregeln am deutlichsten und schnellsten herausbilden, was sie zu idealen Experten für die Untersuchung macht.
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