Bachelorarbeit, 2022
41 Seiten, Note: mit Auszeichnung
1. Definitionen und Bedeutung
1.1. Menstruation
1.2. Menstruationszyklus
1.3. Tabu, Tabuisierung
1.3.1. Gibt es eine Tabuisierung des Menstruationszyklus?
2. Was bedeutet das für mich als Schauspielerin?
3. Der Hormonzyklus in der dramatischen Literatur
3.1. Lady Macbeth
3.2. Wendla in Frühlings Erwachen
3.3. Die Vagina-Monologe
3.4. Fazit
4. Leben im Theater
4.1. Hormone und Stimme
4.2. Im Theater
4.3. Ins Gespräch kommen
5. Gesamtfazit
6. Anhang und Quellen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Tabuisierung des Menstruationszyklus in der dramatischen Literatur und im Theater, um aufzuzeigen, wie diese gesellschaftliche und institutionelle Tabuisierung die künstlerische Arbeit von Schauspielerinnen beeinflusst und in welchem Maße ein bewussterer Umgang mit hormonellen Zyklen notwendig ist.
Die Vagina-Monologe – Eve Ensler
Die 1996 von Eve Ensler selbst uraufgeführte Monologsammlung aus 200 Interviews mit Frauen*, ist einer der bekanntesten modernen Theatertexte, der ungeniert eine Sammlung an tabuisierten Themen behandelt. Sexualisierte Gewalt an Frauen, das „weibliche“ Geschlecht, weibliche Lust, der weibliche Körper und schlussendlich und für meine Arbeit relevant: die Menstruation. Neben Kapiteln mit Titeln wie „Wie riecht eine Vagina?“, „Votze fordern“, „Meine Vagina war mein Dorf (für die bosnischen Frauen)“ steht „Ich war zwölf. Meine Mutter gab mir einen Klaps.“ als Kapitel über die Menstruation.
In einer sich aneinanderreihenden Aufzählung von Erfahrungen, Erinnerungen und Gedanken zur ersten Menstruation verschiedener Frauen wird das Gefühl von gemeinschaftlicher Erfahrung ausgelöst. Die einzelnen Stimmen vereinen sich zu einem zusammenhängenden Monolog, der Einblick gibt in die Komplexität der Bedeutung der Menstruation im Leben einer jeden menstruierenden Person. Solche Texte sind befreiend. Sie sprechen endlich an, worüber streng geschwiegen wird und lösen die verkrampfte Tabuisierung. Menstruierende Personen finden sich in Erfahrungen wieder, von denen sie vielleicht selber nicht wussten, wie normal diese sind. Ein für die Hälfte aller Menschen omnipräsentes Thema wird angesprochen. Nicht nur die Möglichkeit der Identifikation für menstruierende Personen in diesem Text ist ein Schritt zur Enttabuisierung. Auch nicht-menstruierende Personen können eine Idee vermittelt bekommen, welche Bedeutung der Menstruationszyklus für ihre Mitmenschen hat. Doch kann ein solch progressiver Text erst einmal nur die Tabuisierung offenlegen, nicht aber von einer Welt schreiben, in der keine Tabuisierung herrscht. Denn, was dieser Monolog macht, ist Erfahrungen aufzulisten, die nur deshalb unangenehm, peinlich, gefährlich sind, weil eine Tabuisierung existiert.
1. Definitionen und Bedeutung: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe wie Menstruation, Zyklus und Tabu, um die theoretische Basis für die Tabuisierungsanalyse zu schaffen.
2. Was bedeutet das für mich als Schauspielerin?: Die Autorin reflektiert die persönlichen Auswirkungen des eigenen Hormonzyklus auf ihre Energie, Stimme und emotionale Gestaltungskraft innerhalb ihres Berufsbildes.
3. Der Hormonzyklus in der dramatischen Literatur: Hier wird untersucht, wie Menstruationssymbole (wie bei Lady Macbeth oder in Frühlings Erwachen) in Theatertexten versteckt oder tabuisiert existieren.
4. Leben im Theater: Dieses Kapitel beleuchtet den Proben- und Vorstellungsalltag sowie die stimmphysiologischen Auswirkungen des Zyklus auf Schauspieler*innen in der Praxis.
5. Gesamtfazit: Die Erkenntnisse aus Literatur und Theaterpraxis werden zusammengeführt, um die Notwendigkeit einer aktiven Enttabuisierung zu unterstreichen.
6. Anhang und Quellen: Dieser Abschnitt enthält das für die Forschung verwendete Umfragematerial sowie die Literatur- und Internetquellen.
Menstruationszyklus, Theater, Tabuisierung, Schauspielerei, Hormonzyklus, dramatische Literatur, weibliche Körperlichkeit, Stimme, Gender, Feminismus, Lady Macbeth, Frühlings Erwachen, Vagina-Monologe, Enttabuisierung, Probenalltag
Die Arbeit untersucht, warum der Menstruationszyklus in der dramatischen Literatur und auf der Theaterbühne tabuisiert ist und welche Auswirkungen dies auf schauspielernde Personen hat.
Die Arbeit deckt medizinische Grundlagen, die literarische Darstellung in Klassikern, die psychologischen und physischen Folgen des Tabus sowie die spezifischen Bedingungen im Theaterbetrieb ab.
Die zentrale Frage ist, ob und wie der Menstruationszyklus in der Dramatik und im Theaterbetrieb tabuisiert wird und wie dies durchbrochen werden kann.
Es werden eine Literaturanalyse dramatischer Texte, eine Untersuchung zum Zusammenhang von Hormonen und Stimme sowie qualitative Interviews mit Theaterschaffenden durchgeführt.
Der Hauptteil analysiert spezifische Theaterstücke auf Menstruationsbezüge und dokumentiert persönliche Erfahrungen von Theaterschaffenden hinsichtlich des Umgangs mit dem Zyklus am Arbeitsplatz.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Tabuisierung, Menstruationszyklus, Theater, Schauspielkunst und feministische Dramenanalyse charakterisieren.
Die Autorin interpretiert die Abwesenheit der Menstruation bzw. die „Entweiblichung“ bei Lady Macbeth als eine literarische Metapher, die den damaligen medizinischen Glauben widerspiegelt.
Die Arbeit konstatiert, dass der Leistungsdruck und ein männlich geprägtes Verständnis von Professionalität dazu führen, dass zyklische Schwankungen als Schwäche oder Störung wahrgenommen werden, anstatt als natürlichen Teil des Lebens akzeptiert zu werden.
Die Autorin fordert mehr Offenheit und eine bewusste künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema, um Räume für eine neue, inklusive Theaterpraxis zu schaffen.
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