Diplomarbeit, 2003
131 Seiten, Note: 2
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Bindung
2.1.1 Die Bindungstheorie nach John Bowlby
2.1.2 Entwicklung der Bindung
2.1.3 Die inneren Arbeitsmodelle
2.1.4 Bindung und Entwicklung
2.1.5 Bindung und Psychobiologie
2.1.6 Bindung und Psychoneuroimmunologie
2.2 Handlungsorientierung
2.2.1 Theorie der Handlungsorientierung von Julius Kuhl
2.2.2 Konzept der Handlungskontrolle
2.2.3 Handlungs- und Lageorientierung
2.2.4 Neuere Ansätze
2.2.4.1 Theorie der willentlichen Handlungssteuerung
2.2.4.2 Persönlichkeits-System-Interaktions-Theorie
2.2.4.3 Die PSI-Theorie und das Bindungskonzept von Bowlby
2.2.5 Handlungs- und Lageorientierung im Kindesalter
2.3 Lebensqualität
2.4 Psychosomatische Erkrankungen
2.4.1 Definition Psychosomatik
2.4.2 Atopie, Immunsystem und Stress
2.4.2.1 Atopie
2.4.2.2 Das Immunsystem
2.4.2.3 Beziehung zwischen Nervensystem und Immunsystem
2.4.3 Asthma Bronchiale
2.4.3.1 Geschichte
2.4.3.2 Erscheinungsformen und Krankheitsmodell
2.4.3.3 Psychobiologisches Modell
2.4.4 Neurodermitis
2.4.4.1 Geschichte
2.4.4.2 Erscheinungsformen
2.4.4.3 Psychobiologisches Entstehungsmodell
2.4.5 Adipositas
2.4.5.1 Geschichte und Klassifikation
2.4.5.2 Ätiologie
2.4.5.3 Essstörung und Entwicklung
3 Methodik
3.1 Fragestellung und Hypothesen
3.2 Verwendete Erhebungsinstrumente
3.2.1 Der Separation-Anxiety-Test (SAT)
3.2.1.1 Testbeschreibung
3.2.1.2 Testauswertung nach Slough, Goyette und Greenberg (1988)
3.2.2 Der HAKEMP für Grundschüler
3.2.3 Der KINDL-Fragebogen zur Lebensqualität
3.3 Kritische Betrachtung der verwendeten Verfahren
3.4 Statistische Methoden der Auswertung
3.4.1 Verwendete Methoden
3.4.2 Problem der kleinen Stichproben
3.4.3 Konsequenzen für die Stichprobenplanung
3.5 Stichprobe
3.6 Ablauf der Datenhebung
3.7 Probleme bei der Umsetzung der Untersuchung
4 Ergebnissteil
4.1 Darstellung der Teilstichproben
4.1.1 Teilstichproben zu Bindungsverhalten
4.1.2 Teilstichproben zu Handlungsorientierung
4.1.3 Teilstichproben zu Lebensqualität
4.2 Auswertung und Darstellung der Ergebnisse
5 Diskussion und Zusammenfassung
5.1 Datendiskussion
5.2 Teststärke- und Problemdiskussion
5.3 Abschließende Betrachtung und Diskussion
5.4 Konsequenzen für spätere Studien
5.4.1 Erhöhung des Stichprobenumfangs
5.4.2 Erhöhung der Effektstärke
Die Diplomarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Bindungsverhalten, Handlungsorientierung und Lebensqualität bei psychosomatisch erkrankten Kindern (Neurodermitis, Adipositas, Asthma Bronchiale) im Vergleich zu gesunden Kindern. Ziel ist es, auf Basis der Bindungstheorie von John Bowlby und der PSI-Theorie von Julius Kuhl zu prüfen, ob psychosomatische Symptome mit spezifischen Bindungsmustern oder Defiziten in der Handlungssteuerung einhergehen.
2.1.3 Die inneren Arbeitsmodelle
Wie bereits erwähnt, entwickelt das Kind eine innere Repräsentation („inner working model“) über die Bezugsperson, sich selbst und die Situation. Dieses Modell ermöglicht es ihm, eine Situation vorauszuplanen und Ereignisse gedanklich vorwegzunehmen. Man könnte auch sagen, es simuliert mit seinen Mitteln die reale Welt. Je besser die Simulation der Realität entspricht, desto angepasster ist das eigene Verhalten und umso geringer die wahrgenommene Belastung.
Diese „inner working models“ oder auch Arbeitsmodelle sind relativ stabil und begleiten uns bis zum Tod (Spangler & Zimmermann, 1997). Basierend auf dem erlangten Wissen über zwischenmenschliche Beziehungen bestimmen sie unser Handeln und unsere Gefühle. Dabei beinhalten sie selber affektive und kognitive Elemente (Bretherton, 1985) und sind maßgeblich an der Entwicklung von persönlichen Regeln beteiligt. Zur Ermittlung des Arbeitsmodells führten Ainsworth und Wittig (1969) den Fremde-Situations-Test (FST) in die Bindungsforschung ein.
Mit diesem wurde bei ein- bis zweijährigen Kindern das Bindungsverhalten in belastenden Trennungssituationen beobachtet und anschließend einem Bindungsstil zugeordnet. Abgeleitet aus diesem Test wurden weitere Untersuchungen (z. B. Fremmer-Bombik, 1987, Wartner, Grossmann, Fremmer-Bombik & Suess, 1994, Mehldau, 1989) durchgeführt und vier Bindungsmodelle/ -stile bestimmt.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die psychosomatische Komponente von Zivilisationskrankheiten wie Neurodermitis, Asthma und Adipositas und deren Zusammenhang mit sozialen Umweltfaktoren.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel fundiert die Arbeit in der Bindungstheorie, der Theorie der Handlungsorientierung sowie den aktuellen Erkenntnissen zu psychosomatischen Erkrankungen und deren immunologischen Zusammenhängen.
3 Methodik: Hier werden die Hypothesen der Pilotstudie aufgestellt und die verwendeten Messinstrumente (SAT, HAKEMP, KINDL) sowie die statistische Vorgehensweise detailliert erläutert.
4 Ergebnissteil: Der Ergebnisteil präsentiert die Teilstichproben und analysiert die statistischen Daten in Bezug auf die aufgestellten Hypothesen zu Bindung, Handlungsorientierung und Lebensqualität.
5 Diskussion und Zusammenfassung: Die Diskussion reflektiert das Scheitern der Hypothesenbestätigung, führt dies auf die geringe Stichprobengröße und Teststärke zurück und formuliert Konsequenzen für die Forschung.
Bindungstheorie, Bindungsverhalten, Handlungsorientierung, Lageorientierung, Lebensqualität, Psychosomatik, Asthma Bronchiale, Neurodermitis, Adipositas, Psychoneuroimmunologie, Cortisol, Stressbewältigung, Kindesentwicklung, Klinische Psychologie, Pilotstudie.
Die Diplomarbeit untersucht, ob psychosomatisch erkrankte Kinder (mit Asthma, Neurodermitis oder Adipositas) im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen Unterschiede im Bindungsverhalten oder in ihrer Handlungssteuerung aufweisen.
Die zentralen Felder sind die Bindungstheorie, die Theorie der Handlungskontrolle (nach Kuhl) und die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Kindern.
Ziel ist es zu erforschen, ob Defizite in der Bindungsqualität oder der Selbststeuerungsfähigkeit mit der Entwicklung oder Aufrechterhaltung psychosomatischer Symptome korrelieren.
Es handelt sich um eine explorative Pilotstudie. Die Daten wurden mittels standardisierter Fragebögen (KINDL, HAKEMP) und eines teilstrukturierten Interviews (Separation-Anxiety-Test) erhoben und statistisch ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche theoretische Aufarbeitung der Bindungssysteme und Handlungssteuerung, die methodische Darlegung der Erhebungsinstrumente und eine detaillierte Ergebnisanalyse.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Bindungsverhalten, Handlungsorientierung, Psychosomatik und Lebensqualität bei Kindern definieren.
Stressreaktionen werden als Auslöser für immunologische Prozesse verstanden. Die Arbeit untersucht, ob mangelnde Bewältigungsstrategien bei Kindern zu einer überschießenden Immunreaktion führen, die psychosomatische Beschwerden verstärken kann.
Die Studie identifiziert die geringe Stichprobengröße (n=36) und die daraus resultierende zu schwache Teststärke als Hauptgrund dafür, dass statistisch signifikante Unterschiede in den meisten Hypothesen nicht nachgewiesen werden konnten.
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