Bachelorarbeit, 2009
48 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Der Einfluss von Handel auf die Entwicklung einer Volkswirtschaft aus Sicht der Außenhandelstheorie
2.1. Die klassische Außenhandelstheorie
2.1.1. Absolute Kostenvorteile
2.1.2. Theorie relativer Kostenvorteile
2.2. Neoklassische Außenhandelstheorie
2.3. Kritik an der traditionellen Außenhandelstheorie als Grundlage für eine entwicklungspolitische Strategie
2.3.1. Fixe Ressourcen
2.3.2. Nationale Faktormobilität
2.3.3. Konstante Skalenerträge und vollkommener Wettbewerb
2.4. Neue Außenhandelstheorie
2.4.1. Steigende Skalenerträge
2.4.2. Monopolistischer Wettbewerb und Außenhandel
2.5. Zwischenergebnis
3. Politik des internationalen Handels
3.1. Importsubstituierende Industrialisierung
3.1.1. Rechtfertigung der Importsubstitution
3.1.1.1. Prebisch-Singer-Hypothese
3.1.1.2. Erziehungszollargument: Infant Industry Theorem
3.1.1.3. Dumping
3.1.2. Instrumente der Importsubstitution
3.1.2.1. Zölle
3.1.2.2. Kontingente
3.1.3. Kritik an der importsubstituierenden Industrialisierung
3.2. Exportförderung
3.3. Zwischenergebnis
4. Der Einfluss von Handel auf die Entwicklung einer Volkswirtschaft aus empirischer Sicht
4.1. Brasilien - Industrialisierung durch Importsubstitution?
4.1.1. Die Volkswirtschaft Brasiliens vor der Weltwirtschaftskrise
4.1.2. Die erste Phase der Importsubstitution 1929 – 1954
4.1.3. Die zweite Phase der Importsubstitution 1955 - 1964
4.1.4. Das brasilianische Wirtschaftswunder 1964 - 1974
4.1.5. Rückkehr der Importsubstitutionspolitik
4.1.6. Importsubstitution als erfolgreiches Entwicklungskonzept?
4.2. Südkorea – Entwicklung durch Exportförderung?
4.2.1. Die Volkswirtschaft Südkoreas – Charakteristika und Entstehung
4.2.2. Die Importsubstitutionspolitik Südkoreas 1945 - 1961
4.2.3. Die 1. Phase der Exportförderungspolitik Südkoreas 1962 - 1973
4.2.4. Die 2. Phase der südkoreanischen Exportförderungspolitik 1974 - 1979
4.2.5. Die Liberalisierung ab 1980
4.2.6. Exportförderung als erfolgreiches Entwicklungskonzept?
4.3. Wichtige Aspekte eines Vergleichs der Ländererfahrungen
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Teilnahme am Welthandel auf das Wirtschaftswachstum von Entwicklungsländern. Dabei wird analysiert, inwieweit handelsorientierte Strategien – insbesondere die Abgrenzung durch Importsubstitution versus die gezielte Exportförderung – zum wirtschaftlichen Aufstieg beitragen können.
2.1.1. Absolute Kostenvorteile
Adam Smiths Theorie absoluter Kostenvorteile geht von einer 2 x 2 x 1– Ökonomie aus. Das heißt, zwei Länder produzieren zwei Güter, ausschließlich durch den Einsatz eines Produktionsfaktors (Arbeit). Unter der Annahme konstanter Skalenerträge, vollkommenen Wettbewerbs, nationaler Faktormobilität/internationaler Faktorimmobilität, nicht-existenten Transportkosten und unterschiedlichen Produktionsfunktionen beider Länder lässt sich ein Vorteil durch Handel erzielen, wenn jedes Land ausschließlich das Gut produziert, für dessen Produktion es absolut weniger Arbeitseinsatz benötigt. Diese These begründet Smith wie folgt: Arbeitseinheiten, die in der Produktion des – im Vergleich zu Land 2 – absolut arbeitsintensiver produzierten Gutes B des Landes 1 gebunden sind, könnten durch Spezialisierung und Aufnahme von Außenhandel effizienter in der Produktion des Gutes A eingesetzt werden. Land 1 würde sich ausschließlich auf die Produktion des Gutes A spezialisieren und könnte dessen Produktion durch die frei gewordenen Faktorkapazitäten ausdehnen.
Die Produktionsverhältnisse zeigen, dass Land A Schokolade und Land B Autos schneller und damit kostengünstiger produzieren kann als das jeweils andere Land. Spezialisieren sich nun beide Länder auf die Produktion des jeweiligen Gutes, für das sie einen absoluten Kostenvorteil besitzen, kann Land A durch die 6 frei gewordenen Arbeitsstunden, die in der Autoproduktion benötigt wurden, 2 zusätzliche Einheiten Schokolade produzieren. Land B, das keine Schokolade mehr produziert, sondern diese nun importiert, kann die 12 ungebundenen Arbeitsstunden in die zusätzliche Produktion von 3 Autos investieren.
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung bezüglich des Zusammenhangs von Welthandel und wirtschaftlicher Entwicklung sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Der Einfluss von Handel auf die Entwicklung einer Volkswirtschaft aus Sicht der Außenhandelstheorie: Theoretische Untersuchung der klassischen, neoklassischen und neuen Außenhandelstheorie hinsichtlich Wohlfahrtseffekten und deren Anwendbarkeit auf Entwicklungsländer.
3. Politik des internationalen Handels: Analyse der handelspolitischen Strategien Importsubstitution und Exportförderung sowie deren theoretische Rechtfertigungen und Instrumente.
4. Der Einfluss von Handel auf die Entwicklung einer Volkswirtschaft aus empirischer Sicht: Empirische Überprüfung der Strategien anhand der historischen Fallbeispiele Brasilien und Südkorea sowie ein direkter Vergleich der Erfahrungen.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage auf Basis der gewonnenen theoretischen und empirischen Erkenntnisse.
Welthandel, Entwicklungsländer, Außenhandelstheorie, Importsubstitution, Exportförderung, Brasilien, Südkorea, Komparativer Vorteil, Wirtschaftswachstum, Protektionismus, Terms of Trade, Skalenerträge, Industrialisierung, Fallbeispiel, Wirtschaftsentwicklung.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Teilnahme am Welthandel und dem wirtschaftlichen Wachstum von Entwicklungsländern.
Die Arbeit deckt die Außenhandelstheorie, handelspolitische Strategien wie Importsubstitution und Exportförderung sowie die historische wirtschaftliche Entwicklung von Brasilien und Südkorea ab.
Das Ziel ist zu klären, ob die Teilnahme am Welthandel eine förderliche Strategie für Entwicklungsländer darstellt oder ob protektionistische Ansätze effektiver sein können.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus theoretischer Analyse (Literaturrecherche zu den Außenhandelstheorien) und eine empirische Fallstudienanalyse der Länder Brasilien und Südkorea.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Abschnitt, in dem klassische und neue Außenhandelstheorien geprüft werden, und einen empirischen Teil, der die historische Umsetzung von Handelsstrategien in Brasilien und Südkorea vergleicht.
Zentrale Begriffe sind Importsubstitution, Exportförderung, komparative Kostenvorteile, Schwellenländer und das Terms-of-Trade-Argument.
Brasilien verfolgte über weite Teile des 20. Jahrhunderts eine explizite Strategie der binnenwirtschaftlichen Orientierung, um Industrien unabhängig von Weltmarktimporten aufzubauen, was in der Arbeit detailliert in Phasen analysiert wird.
Während Südkorea eine sehr erfolgreiche, flexible Abfolge von Importsubstitution als Vorstufe zur Exportdiversifizierung vollzog, kämpfte Brasilien stärker mit den langfristigen Kosten einer dauerhaften Importsubstitution wie hoher Staatsverschuldung und Inflation.
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