Examensarbeit, 2009
95 Seiten, Note: 1
1 Kindheit und Entwicklung
1.1 Lebensphase Kindheit
1.2 Grundlegendes Entwicklungsverständnis am Beispiel des Risiko- und Schutzfaktorenmodells
2 Begriffsbestimmung ‚Körperbehinderung‘
3 Der Zusammenhang zwischen körperlich-sportlicher Aktivität und Gesundheit
3.1 Sozialisations- vs. Selektionshypothese
3.2 Ein heuristisches Modell zum Wirkungszusammenhang von sportlicher Aktivität und Gesundheit
4 Motorik
4.1 Begriffsklärung und Systematisierung
4.2 Eckdaten der motorischen Entwicklung im mittleren Kindesalter
4.3 Spielen, Üben, Lernen im Ballschul-Projekt ‚Umspiel dein Handicap‘
4.4 Motorik (körper-) behinderter Menschen
4.4.1 Grundannahmen
4.4.2 Empirische Datenlage zu sportlicher Aktivität körperbehinderter Kinder
5 Selbstkonzept
5.1 Vorstellung grundlegender Selbstkonzepttheorien
5.1.1 Die Theorie von William James
5.1.2 Der symbolische Interaktionismus nach Cooley und Mead
5.1.3 Das hierarchische multidimensionale Selbstkonzeptmodell von Shavelson, Hubner und Stanton
5.1.4 Zur Ein- vs. Multidimensionalität des Selbstkonzepts
5.1.5 Susan Harter
5.2 Selbstkonzept körperbehinderter Menschen
5.2.1 Geschädigter Körper – behindertes Selbst? Eine Betrachtung aus theoretischer und empirischer Perspektive
5.2.2 Strukturelle Gegebenheiten des Selbstkonzepts körperbehinderter Kinder aus theoretischer und empirischer Perspektive
6 Motorik und Selbstkonzept
6.1 Grundannahmen
6.2 Empirische Datenlage zum Zusammenhang von Motorik und Selbstkonzept bei körperbehinderten Kindern
7 Empirie
7.1 Projektbeschreibung
7.2 Probandenstichprobe
7.3 Vorbemerkungen, Fragestellungen und Hypothesen
7.4 Motorik
7.4.1 Untersuchungsinstrument
7.4.2 Deskriptive Darstellung
7.4.3 Inferenzstatistische Prüfung
7.4.4 Auswertung und Interpretation
7.5 Selbstkonzept
7.5.1 Untersuchungsinstrument
7.5.2 Deskriptive Darstellung
7.5.3 Inferenzstatistische Prüfung
7.5.4 Auswertung und Interpretation
7.6 Zusammenhang von Motorik und Selbstkonzept
7.6.1 Deskriptive Darstellung
7.6.2 Inferenzstatistische Prüfung
7.6.3 Auswertung und Interpretation
7.7 Zusammenschau und Diskussion
8 Resümee und Ausblick
Die vorliegende Arbeit evaluiert das Trainingsprojekt „Ballschule – Umspiel dein Handicap“ hinsichtlich seiner Auswirkungen auf die motorische Leistungsfähigkeit und das Selbstkonzept bei körperbehinderten Kindern. Ziel ist es, zu untersuchen, ob sportliche Förderung als Ressource für eine positivere Selbstwahrnehmung und motorische Kompetenzentwicklung dieser Zielgruppe dienen kann.
4.3 Spielen, Üben, Lernen im Ballschul-Projekt ‚Umspiel dein Handicap‘
Bereits das im zweiten Kapitel dargelegte grundlegende Entwicklungsverständnis gibt Anlass zur Vermutung, dass die motorische Leistungsfähigkeit (körper-) behinderter Menschen besonderer Förderung bedarf. Die Erkenntnis eines Förderbedarfs liegt auch dem Heidelberger Ballschulkonzept zu Grunde, in dessen Rahmen das vorliegende Projekt (vgl. Kap. 7.1) mit körperbehinderten Kindern durchgeführt wurde. Mit dem Verweis auf weiterführende Literatur zur allgemeinen Ballschule (z.B. Kröger & Roth, 2005) soll ihr Konzept an dieser Stelle nur an Hand der Eckpfeiler vorgestellt und im Hinblick auf eine theoretische Untermauerung des durchgeführten Trainingsprogramms reflektiert werden: Die Sportspielmethodik geht davon aus, dass nur durch eine allgemeine ballsportbezogene Grundausbildung Entwicklungsdysharmonien und Motivationsverlusten bei längerer Vereinsmitgliedschaft im Kindes- und Jugendalter vorgebeugt werden kann und auch nur auf diesem Wege eine Spezialisierung sinnvoll und erfolgversprechend ist (vgl. ebd.). Der Tatsache folgend, dass die Straßenspielkultur, als sogenannte ‚natürliche Ballschule‘ heute kaum noch existiert, wurde das Ballschulkonzept entwickelt und mit großem Andrang sowie Erfolg auf den Weg gebracht. „Es handelt sich um ein Lehr-/Lernmodell, das sich der integrativen Denkweise verpflichtet fühlt“ (Roth, Memmert & Schubert, 2006, S. 9), da es über ein dreistufiges Modell – das Modell des spielerisch-impliziten Lernens – vom Spielenlernen über Spielfamilien zur Spezialisierung in einem bestimmten Zielspiel hinführt.
Im Teilprojekt ‚Umspiel dein Handicap‘ galten die Bestrebungen keinem Zielspiel, sondern es wurde auf Grund der Heterogenität der körperbehinderten Kinder und ihrer motorischen Voraussetzungen sowie der nur fünfmonatigen Interventionszeit die erste Stufe, das sogenannte ABC des Spielenlernens in den Blick genommen. In seiner Grundkonzeption stützt sich dieses auf drei methodische Grundpfeiler: den spielerisch-situationsorientierten, den fähigkeitsorientierten und den fertigkeitsorientierten Zugang (vgl. Kröger & Roth, 2005).
1 Kindheit und Entwicklung: Dieses Kapitel erläutert die Lebensphase Kindheit und das Risiko-Schutzfaktorenkonzept als theoretische Grundlage für die kindliche Entwicklung.
2 Begriffsbestimmung ‚Körperbehinderung‘: Hier erfolgt eine Definition von Körperbehinderung unter Berücksichtigung medizinischer und sozialer Aspekte sowie der Förderdimensionen.
3 Der Zusammenhang zwischen körperlich-sportlicher Aktivität und Gesundheit: Das Kapitel veranschaulicht die Bedeutung sportlicher Aktivität für physische und psychosoziale Ressourcen mittels verschiedener theoretischer Modelle.
4 Motorik: Es erfolgt eine Systematisierung motorischer Grundlagen und eine Darstellung der Bedeutung des sportlichen Spielens für die kindliche Entwicklung, insbesondere bei Körperbehinderung.
5 Selbstkonzept: Dieser Teil widmet sich den theoretischen Grundlagen des Selbstkonzepts und seiner besonderen Bedeutung für das Erleben und Verhalten körperbehinderter Kinder.
6 Motorik und Selbstkonzept: Hier werden die Zusammenhänge zwischen motorischen Erfahrungen und der Ausbildung eines positiven Selbstkonzepts erörtert.
7 Empirie: Dieser Teil beschreibt die Längsschnittuntersuchung, das Ballschul-Projekt, die Testverfahren (KKB-K, SPPC-D) und wertet die Ergebnisse hinsichtlich motorischer und psychologischer Veränderungen aus.
8 Resümee und Ausblick: Eine abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse sowie Reflexion über die Bedeutung der Intervention für die Zielgruppe und Ausblicke auf zukünftige Forschung.
Körperbehinderung, Ballschule, Motorik, Selbstkonzept, Sportpädagogik, Interventionsstudie, Kindheit, Entwicklungsförderung, Gesundheit, Selbstwertgefühl, KKB-K, SPPC-D, Inklusion, psychosoziale Ressourcen, Bewegungserfahrungen.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen eines sportspielübergreifenden Trainingsprogramms („Ballschule – Umspiel dein Handicap“) auf die Motorik und das Selbstkonzept von körperbehinderten Kindern.
Die zentralen Themen sind die theoretische und empirische Betrachtung der motorischen Entwicklung, die Grundlagen des Selbstkonzepts und deren Wechselwirkung im Kontext von Sport und Körperbehinderung.
Das primäre Ziel ist die Evaluation des Projekts, um herauszufinden, ob durch gezielte sportliche Förderung positive Effekte auf die motorischen Fähigkeiten und das Selbstbild der teilnehmenden Kinder erzielt werden können.
Es handelt sich um eine Längsschnittuntersuchung mit einer Interventions- und einer Kontrollgruppe. Zur Messung wurden der „Körperkoordinationstest für körperbehinderte Kinder“ (KKB-K) und die deutsche Fassung des „Self-Perception Profile for Children“ (SPPC-D) verwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der Entwicklung, Motorik und Selbstkonzept bei körperbehinderten Kindern beleuchtet, sowie einen empirischen Teil, der die Projektdurchführung und statistische Auswertung dokumentiert.
Wichtige Begriffe sind Körperbehinderung, Ballschule, Motorik, Selbstkonzept, Interventionsstudie, psychosoziale Ressourcen und Entwicklungsförderung.
Das Projekt „Ballschule – Umspiel dein Handicap“ passte die technischen, taktischen und koordinativen Anforderungen an die individuellen Voraussetzungen der Kinder an, um jedes Kind dort abzuholen, wo es motorisch steht.
Der KKB-K ist ein eigens für diese Stichprobe entwickeltes Messinstrument, das sowohl fein- als auch grobmotorische Anforderungen unter Zeit- und Präzisionsdruck erfasst und als Basis für die Leistungsbewertung dient.
Die Studie belegt, dass die Interventionsgruppe durch das Ballschul-Programm hochsignifikante Verbesserungen in motorischen Bereichen sowie Zuwächse in allen untersuchten Selbstkonzeptfacetten verzeichnen konnte, im Gegensatz zur Kontrollgruppe.
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