Examensarbeit, 2009
98 Seiten
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
1 EINLEITUNG
1.1 ZIEL DER ARBEIT
1.2 AUFBAU DER ARBEIT
1.3 QUELLEN
1.4 FORSCHUNGSSTAND
2 DIE ROLLE DER BÜRGERLICHEN FRAUEN
2.1 EINFLUSS DER FRANZÖSISCHEN REVOLUTION
2.2 FRAUEN IN DER FRANZÖSISCHEN REVOLUTION
2.3 BÜRGERRECHTE UND EMANZIPATION
2.4 DIE BÜRGERLICHE FRAUENROLLE
3 PATRIOTISCHE FRAUENVEREINE
3.1 ANFÄNGE DES BÜRGERLICHEN VEREINSWESENS
3.2 DIE PATRIOTISCHEN FRAUENVEREINE
4 DAS PATRIOTISCHE INSTITUT DER FRAUENVEREINE IN SACHSEN-WEIMAR- EISENACH
4.1 WEIMAR – DAS PATRIOTISCHE FRAUENINSTITUT
4.1.1 Vaterlandsliebe und Nationalbewegung
4.1.2 Weimar um 1800
4.1.3 Entstehung des patriotischen Instituts
4.2 DAS „PATRIOTISCHE FRAUEN-INSTITUT“ VON 1814
4.3 DAS „PATRIOTISCHE FRAUEN-INSTITUT“ VON 1815
5 MARIA PAWLOWNA
5.1 DIE ENTSTEHUNG DER „GESETZLICHEN BESTIMMUNGEN“
5.2 DIE „GESETZLICHEN BESTIMMUNGEN“
5.3 DAS „CENTRAL-DIREKTORIUM“
5.4 AUSBLICK UND FAZIT
6 ZENTRALVEREIN JENA
6.1 DIE ANFÄNGE DES FRAUENVEREINS (1815 – 1817)
6.2 ORGANISATION DES VEREINS
6.3 ZWECK UND WIRKSAMKEIT
6.3.1 Fürsorge für Arme, Alte und Kranke
6.3.2 Vermittlung von Arbeit an Arbeitsfähige
6.3.3 Fürsorge für die weibliche Jugend
6.3.4 Kinderfürsorge
6.4 EINKÜNFTE DES FRAUENVEREINS
7 ENTWICKLUNG DER FRAUENVEREINE
7.1 DIE REVOLUTION VON 1848
7.2 DIE BÜRGERLICHE FRAUENBEWEGUNG
7.3 RESÜMEE
8 SCHLUSS
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung des Frauenvereins Jena im Kontext des Patriotischen Frauenvereins in Sachsen-Weimar-Eisenach von den Befreiungskriegen bis zur Revolution 1848/49. Das Hauptziel ist es zu klären, welchen Einfluss Frauen in dieser Zeit auf die Nationalbewegung hatten, wie sich ihre geschlechtsspezifische Identität formte und mit welchen gesellschaftlichen sowie behördlichen Konflikten sie im Spannungsfeld des bürgerlichen Weiblichkeitsideals konfrontiert waren.
2.1 Einfluss der Französischen Revolution
Die Französische Revolution mit ihren Forderungen nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ist als Ursprung und Hoffnung der Frauenbewegungen in ganz Europa anzusehen. Infolge des Umsturzes forderten Frauen vor allem in England und Frankreich ihre Rechte ein. Von Anfang an waren Frauen aktiv an der Revolution in Frankreich beteiligt gewesen, bereits beim Sturm auf die Bastille werden Namen von mitrebellierenden Frauen überliefert. Doch nachdem sie der Revolution zum Sieg verholfen hatten, sahen sich die Frauen von den Revolutionären nicht nur aus dem politischen Leben ausgeschlossen, sondern auch von den staatsbürgerlichen Rechten blieben sie ausgegrenzt. Da war auch die Tatsache, dass sie ganz offiziell zu Heldinnen der Revolution ernannt wurden, ein äußerst schwacher Trost. Mehr noch, als die Frauen im Code Napoleon 1804 auf eine Ebene mit Kindern, Kriminellen und Geisteskranken zurückgestuft wurden.
Doch ganz vermochten die Männer die weiblichen Ambitionen auf ihre Rechte nicht mehr auszulöschen. Schon während der Französischen Revolution hatten Frauen begonnen, eigene Vereine und Zeitungen zu gründen. Zwar ebbte diese Entwicklung bis zu den Juliereignissen 1830 in Frankreich wieder ab, doch gilt letztendlich festzuhalten, dass die Französische Revolution durch die Emanzipation des Dritten Standes auch auf die Emanzipation der Frauen, nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland eingewirkt hatte. Vor allem deshalb, weil die Errungenschaften im Bezug auf die Menschenrechte nach der Revolution nicht vollkommen waren, da sie die Frauen außen vor ließen.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Frauenvereine zwischen 1813 und 1848 sowie Darlegung von Zielsetzung, Quellenlage und Forschungsstand.
2 DIE ROLLE DER BÜRGERLICHEN FRAUEN: Untersuchung der gesellschaftlichen Stellung der Frau unter dem Einfluss der Französischen Revolution und der bürgerlichen Geschlechterrollenkonzepte.
3 PATRIOTISCHE FRAUENVEREINE: Historische Herleitung der Anfänge des bürgerlichen Vereinswesens und der Entstehung erster patriotischer Frauenvereine.
4 DAS PATRIOTISCHE INSTITUT DER FRAUENVEREINE IN SACHSEN-WEIMAR- EISENACH: Analyse der Entstehungsgeschichte des Patriotischen Instituts unter Berücksichtigung der Nationalbewegung und der spezifischen Gegebenheiten in Weimar.
5 MARIA PAWLOWNA: Darstellung des sozialen Engagements und der organisatorischen Rolle von Maria Pawlowna bei der Etablierung des Patriotischen Instituts.
6 ZENTRALVEREIN JENA: Detaillierte Betrachtung der Organisation, Zwecke und Wirksamkeit des Jenaer Frauenvereins, insbesondere in Bezug auf Industrieschulen und Kinderfürsorge.
7 ENTWICKLUNG DER FRAUENVEREINE: Analyse der Auswirkungen der Revolution von 1848 auf die bürgerliche Frauenbewegung und deren zukünftige Ausrichtung.
8 SCHLUSS: Zusammenfassende Beurteilung des Spannungsfeldes zwischen behördlicher Kontrolle und gesellschaftlichem Engagement der Frauenvereine.
Frauenverein, Patriotisches Institut, Sachsen-Weimar-Eisenach, Maria Pawlowna, 19. Jahrhundert, Bürgertum, Frauenbewegung, Wohltätigkeit, Emanzipation, Nationalbewegung, Industrieschule, Befreiungskriege, Armenpflege, Kinderfürsorge, Geschlechterrolle.
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Organisation des Frauenvereins in Jena im Kontext des Patriotischen Instituts in Sachsen-Weimar-Eisenach im Zeitraum zwischen den Befreiungskriegen und der Revolution 1848/49.
Im Zentrum stehen die Rolle der bürgerlichen Frau, die Entstehung des Vereinswesens, das Wirken von Maria Pawlowna sowie die praktische Wohlfahrtsarbeit durch Industrieschulen und Armenpflege.
Die Arbeit analysiert, inwieweit Frauen durch ihr Vereinsengagement gesellschaftliche Handlungsspielräume erweiterten, wie sie nationale und geschlechtsspezifische Identität verbanden und welche Konflikte dabei mit dem zeitgenössischen Weiblichkeitsideal auftraten.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die primär auf Behördenakten, zeitgenössischen Zeitungsberichten, Festschriften sowie weiterführender Literatur zur Frauenbewegung und zur nationalen Bewegung basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der allgemeinen Rolle der Frau, die Entstehung des patriotischen Vereinswesens, die spezifische Rolle des Patriotischen Instituts unter Maria Pawlowna und eine detaillierte Fallstudie des Zentralvereins Jena.
Wichtige Schlagworte sind Patriotischer Frauenverein, Maria Pawlowna, Bürgertum, Emanzipation, Wohlfahrtsarbeit, Industrieschule, Geschlechterrollen und die politische Partizipation im 19. Jahrhundert.
Als Obervorsteherin und „Mutter des Landes“ schuf sie mit ihrer Tatkraft und finanziellen Unterstützung einen stabilen Rahmen, der es den Frauen ermöglichte, trotz strenger gesellschaftlicher Normen und behördlicher Skepsis eine wirksame Wohlfahrtsorganisation aufzubauen.
Diese Schulen dienten der Armutsbekämpfung, indem sie Mädchen durch Handarbeit, hauswirtschaftliche Bildung und sittliche Erziehung auf eine selbstständigere Lebensführung vorbereiteten, was sie zu einem idealen, gesellschaftlich akzeptierten „weiblichen“ Arbeitsfeld machte.
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