Masterarbeit, 2016
109 Seiten, Note: 1,3
0. Einführung
1. Die literaturgeschichtliche Entwicklung des byzantinischen Romans
2. Die historische Entstehung des byzantinischen Romans
2.1. Historische Vorläufer A: Antike Motivik in den antiken Romanen
2.1.1. Antiker Roman – Ilias, Odyssee, Aeneis
2.1.1.1. Antiker Kampf
2.1.1.2. Antike Liebe
2.1.2. Griechischer Roman – Äthiopika: Antike Pilgerfahrt
2.2. Historische Vorläufer B: Christliche Motivik in den Ritterromanen
2.2.1. Amadís de Gaula
2.2.1.1. Christlicher Kampf
2.2.1.2. Christliche Liebe
2.2.2. Tirante el Blanco
2.2.2.1. Christlicher Kampf
2.2.2.2. Christliche Liebe
3. Die Entwicklung und Ausprägung des byzantinischen Romans im 16. Jahrhundert: Antike und Christliche Motivik
3.1. Clareo y Florisea
3.1.1. Antiker und Christlicher Kampf
3.1.2. Christliche Pilgerfahrt
3.2. Selva de Aventuras
3.2.1. Antike und Christliche Liebe
3.2.2. Christliche Pilgerfahrt
4. Die Vollendung des byzantinischen Romans im Persiles und Sigismunda: Antike, Christliche und Byzantinische Motivik
4.1. Antiker und Christlicher Kampf
4.1.1. Antiker Kampf
4.1.2. Christlicher Kampf
4.2. Antike und Christliche Liebe
4.2.1. Antike Liebe
4.2.2. Christliche Liebe
4.3. Christliche Pilgerfahrt
5. Schlussbetrachtung
Die Masterarbeit hat zum Ziel, die literaturgeschichtliche Entstehung und Entwicklung der Motivik des byzantinischen Romans im Goldenen Zeitalter, insbesondere bei Miguel de Cervantes, zu analysieren. Dabei wird untersucht, wie antike kosmologische und christlich heilsgeschichtliche Zeitstrukturen sowie entsprechende Motivkreise (Kampf, Liebe und christliche Pilgerfahrt) in den byzantinischen Roman einfließen und in dessen Vollendung im Persiles und Sigismunda münden.
2.1.1.1. Antiker Kampf
Das Kampf-Motiv im antiken Epos ist vor allem in der Ilias (7., 16., u. 22. Gesang) und der Aeneis (10. u. 12. Gesang) deutlich nachweisbar. Die analysierten Szenen betreffen den Kampf zwischen Ajax und Hektor, Patroklos und Hektor, und Achilleus und Hektor, in der Ilias, sowie Pallas und Turnus, und Aeneas und Turnus, in der Aeneis.65 Ein häufig auftretendes Schema ist dabei der Tod einer Nebenfigur durch den Antagonisten sowie die anschließende Rache durch den Freund und Protagonisten. Dies ist der Fall beim Tod des Patroklos durch Hektor oder auch beim Tod des Pallas durch Turnus. Daraufhin wird Patroklos durch Achilleus gerächt bzw. Pallas durch Aeneas: Hektor und Turnus sterben beide am Ende des jeweiligen Epos.
In der ersten und berühmten Kampf-Szene der Ilias (7. Gesang) kämpft der Grieche Ajax in einem Zweikampf gegen den Trojaner und Königssohn Hektor.66 Helenos der Seher, ein Bruder von Hektor, beobachtet wie Apollon und Athene miteinander über den Ausgang der Schlacht um Troja reden. Phöbos Apollon erwidert gegenüber Pallas Athene, dass ein Zweikampf mit Hektor eine schnelle Lösung des Konflikts herbeibringen könnte. Helenos hört diesen Vorschlag und begibt sich zu Hektor, um ihn davon zu unterrichten, weshalb Hektor daraufhin dem Kampf in der Schlacht Einhalt gebietet.67 Die Trojaner sind von dem Zweikampf überzeugt, da Hektor ihr stärkster Krieger ist und sicher fast jeden Gegner bezwingen kann.
0. Einführung: Die Einleitung etabliert die methodische Grundlage durch die Kosellecksche Zeit- und Geschichtsstrukturanalyse und führt in die zentrale Fragestellung der Arbeit ein.
1. Die literaturgeschichtliche Entwicklung des byzantinischen Romans: Dieses Kapitel verknüpft die Entstehung der byzantinischen Romanmotivik mit den geschichtlichen Analysen der Zeitstrukturen nach Koselleck.
2. Die historische Entstehung des byzantinischen Romans: Hier werden die antiken Vorläufer (Epen und griechischer Roman) sowie die christlichen Vorläufer (Ritterromane) hinsichtlich ihrer Kampf-, Liebes- und Pilgermotivik differenziert analysiert.
3. Die Entwicklung und Ausprägung des byzantinischen Romans im 16. Jahrhundert: Antike und Christliche Motivik: Die Untersuchung zeigt auf, wie durch die Kombination antiker und christlicher Motivkreise in Werken wie "Clareo y Florisea" der Grundstein für den byzantinischen Roman des 16. Jahrhunderts gelegt wurde.
4. Die Vollendung des byzantinischen Romans im Persiles und Sigismunda: Antike, Christliche und Byzantinische Motivik: Dieses Hauptkapitel analysiert das Spätwerk von Cervantes als kulturellen und literarischen Kulminationspunkt, in dem die christliche Pilgerfahrt zur vollendeten Leitstruktur wird.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die diachronischen und synchronischen Analysen zusammen und bestätigt die These der Motiv-Synthese bei Cervantes.
Byzantinischer Roman, Miguel de Cervantes, Persiles y Sigismunda, Antike Motivik, Ritterroman, Christliche Pilgerfahrt, Koselleck, Kampf-Motiv, Liebes-Motiv, Literaturgeschichte, Goldene Zeitalter, Pilgerreise, Epik, Antike, Mittelalter.
Die Arbeit untersucht die diachronische und synchronische Entstehung sowie die Vollendung der Motivik des byzantinischen Romans mit besonderem Fokus auf das Werk "Persiles und Sigismunda" von Miguel de Cervantes.
Die zentralen Themen sind die literaturgeschichtliche Entwicklung von Kampf-, Liebes- und Pilgermotiven, die bis in die Antike und das christliche Mittelalter zurückreichen und sich diachronisch verändern.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die byzantinische Gattung durch eine kumulative Anhäufung antiker und mittelalterlich-christlicher Motive geprägt wurde und unter Cervantes ihre theoretische und literarische Vollendung fand.
Die Autorin/der Autor nutzt methodisch die geschichtlichen Analyse-Kriterien von Reinhart Koselleck (Zweiteilung in kosmologische Antike und heilsgeschichtliches Mittelalter/Neuzeit), um literarische Zeitstrukturen zu interpretieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der antiken Vorläufer, der christlich-mittelalterlichen Ritterromane sowie der frühen byzantinischen Romane des 16. Jahrhunderts, die schließlich in der ausführlichen Studie von Cervantes' Text kulminieren.
Schlüsselbegriffe sind byzantinischer Roman, Motivik, Koselleck, christliche Pilgerfahrt, Kampf- und Liebes-Motivik sowie das Goldene Zeitalter.
Die christliche Pilgerfahrt gilt als das gattungsprägende Leitmotiv, das den byzantinischen Roman von den reinen antiken Liebesromanen oder den Ritterromanen abgrenzt und als strukturierendes Element für das Ziel "Rom" fungiert.
Die Nebenfiguren dienen im Persiles oft als Gegenbild der leidenschaftlichen, unreflektierten körperlichen Liebe, um durch den Kontrast die von idealer christlicher Keuschheit geprägte Liebe der Protagonisten Periandro und Auristela hervorzuheben.
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