Magisterarbeit, 2008
179 Seiten, Note: 1,0
1 DAS THEMA UND MEIN BEZUG DAZU
1.1 Sowjetische Besatzungszone und DDR
1.2 Die Sowjetischen Streitkräfte
1.3 Fürstenberg/Ravensbrück
1.4 Auswirkungen auf den Alltag sowohl von Angehörigen der Sowjetischen Streitkräfte als auch der deutschen Bevölkerung in der Region
1.5 Die zeitliche Begrenzung zwischen Mai 1945 bis Ende 1993
2 THEORETISCHER RAHMEN, THESEN UND FRAGESTELLUNGEN
2.1 Die Schichten in Raum und Zeit
2.2 Konnektive Struktur
2.2.1 Exkurs: Ich-Identität und Wir-Identität
2.2.2 Konnektive Struktur
2.3 Thesen und Fragestellungen
2.3.1 Die Schichten in Raum und Zeit
2.3.2 Konnektive Struktur und Identitäten
3 FORSCHUNGSWEGE, METHODEN UND QUELLEN
3.1 Experteninterviews
3.1.1 Akquise
3.1.2 Charakteristik
3.1.3 Formen des vorhandenen Interviewmaterials
3.1.4 Zugang zu Expertinnen und Experten sowie aufgetretene Probleme
3.2 Erkundungsgänge im verlassenen Feld
3.2.1 Charakteristik
3.2.2 Resultate
3.2.3 Reflexionen zur Methode
3.3 Recherchen in Archiven
3.3.1 Auswahl der Archive
3.3.2 Vorliegende Resultate und Probleme
3.4 Quellenkritik – Quellenanalyse
3.4.1 Experteninterviews
3.4.2 Archivalische Quellen
3.4.3 Textquellen
3.4.4 Bildquellen
3.4.5 Dinge als Quellen
3.4.6 Internet als Quelle
4 FÜRSTENBERG/RAVENSBRÜCK ALS POLITISCH-MILITÄRISCHER STANDORT DER UDSSR – ÜBERBLICK
5 DIE SCHICHTEN IN RAUM UND ZEIT – EINBLICKE
5.1 Röblinseesiedlung
5.1.1 Historie
5.1.2 Infrastruktur
5.1.3 Wohnverhältnisse
5.1.4 Der Zustand Ende 2007
5.2 Ravensbrück
5.2.1 Historie
5.2.2 Infrastruktur
5.2.3 Wohnverhältnisse
5.2.4 Der Zustand Ende 2007
5.3 Fazit
6 KONNEKTIVE STRUKTUREN – EINBLICKE
6.1 Der 23. Februar als mythologisiertes Ritual
6.1.1 Material
6.1.2 Zeitdimension
6.1.3 Sozialdimension
6.1.4 Konnektive Struktur und die Wirkung in den Alltag der Akteure
6.2 Spendenaktion für den Park der Freundschaft
6.2.1 Material
6.2.2 Zeitdimension
6.2.3 Sozialdimension
6.2.4 Konnektive Struktur und die Wirkung in den Alltag der Akteure
6.3 Der Klub „Rote Nelke“
6.3.1 Material
6.3.2 Zeitdimension
6.3.3 Sozialdimension
6.3.4 Konnektive Struktur und die Wirkung in den Alltag der Akteure
6.4 Fazit
6.4.1 Die konnektive Struktur des Interferenzbereiches im Betrachtungszeitraum
6.4.2 Die konnektive Struktur heute
6.4.3 Zusammenfassung
7 AUSBLICK
Diese Arbeit untersucht die Alltagsstrukturen und die zwischenmenschlichen Beziehungen in Fürstenberg/Ravensbrück während der Anwesenheit der sowjetischen Streitkräfte (GSSD) zwischen 1945 und 1993. Das primäre Ziel ist es, durch eine ethnologische Perspektive die von offizieller, militärischer Rhetorik geprägte Darstellung der "Freundschaft" zu hinterfragen und die menschliche Ebene der Koexistenz zwischen Besatzungsmacht und deutscher Bevölkerung sowie die räumlichen und sozialen Trennungen zu rekonstruieren.
1.2 Die Sowjetischen Streitkräfte
Die folgenden Informationen sind hauptsächlich dem Werk Torkes entnommen: Gemäß dem Parteiprogramm der KPdSU und Lenins Aprilthesen von 1917 sollte das stehende Heer abgeschafft und durch eine „allgemeine Bewaffnung des Volkes“ ersetzt werden. Nach der Oktoberrevolution vom 7. November 1917 wurden alle militärischen Titel, Orden und Dienstabzeichen abgeschafft. Die Truppen sollten sich ihre Vorgesetzten wählen. Am 28. Januar 1918 wurde die „Sozialistische Rote Arbeiter- und Bauernarmee“, kurz und im Folgenden „Rote Armee“, gegründet. Geplant war eine Freiwilligenarmee aus der Arbeiter- und Bauernschaft. Noch im Frühjahr 1918 wurde diese Idee aufgegeben und eine reguläre Armee aufgebaut, wobei die besitzenden Schichten von der Dienstpflicht ausgeschlossen waren. Es wurden strenge Disziplinvorschriften erlassen und eine „straff organisierte Militärverwaltung geschaffen“.
1935 wurden die seit der Oktoberrevolution abgeschafften Offiziersränge wieder eingeführt. Seit 1936 war der Armeedienst für alle Pflicht, auch für die bis dahin ausgeschlossenen Bevölkerungskreise der besitzenden Schichten. Für die Durchsetzung der Parteiideologie setzte Iosif V. Stalin ab 1937 politische Militärkommissare ein. Im August 1940 wurden die politischen Militärkommissare kurzzeitig abgeschafft, um nach dem Überfall Deutschlands auf die UdSSR 1941 gleichberechtigt neben dem Kommandeur wieder in das System eingegliedert zu werden. Mit der Wende des Krieges 1942 wurden die Vollmachten der politischen Militärkommissare zurückgenommen. Sie waren nun für den politischen Bereich zuständige Stellvertreter des Kommandeurs. „1942 wurden erste Garderegimenter aufgestellt, 1943 die (alte) Unterteilung in Mannschaften, Unteroffiziere, Offiziere und Generalität wieder eingeführt.“
1 DAS THEMA UND MEIN BEZUG DAZU: Der Autor erläutert den historischen Kontext von SBZ und DDR sowie die Bedeutung von Fürstenberg/Ravensbrück als GSSD-Standort und legt seine persönliche Motivation für die Arbeit dar.
2 THEORETISCHER RAHMEN, THESEN UND FRAGESTELLUNGEN: Es werden kulturwissenschaftliche Konzepte wie "Schichten in Raum und Zeit" sowie die "konnektive Struktur" nach Assmann als Analysemodell für das Zusammenleben im Interferenzbereich eingeführt.
3 FORSCHUNGSWEGE, METHODEN UND QUELLEN: Der methodische Zugang über Experteninterviews, Archivarbeit und Erkundungsgänge im "verlassenen Feld" sowie die damit verbundene quellenkritische Reflexion werden beschrieben.
4 FÜRSTENBERG/RAVENSBRÜCK ALS POLITISCH-MILITÄRISCHER STANDORT DER UDSSR – ÜBERBLICK: Dieser Abschnitt gibt einen historischen Überblick über die militärische Bedeutung der Region und die strategische Nutzung der Infrastruktur durch die Rote Armee bzw. GSSD.
5 DIE SCHICHTEN IN RAUM UND ZEIT – EINBLICKE: Anhand der Röblinseesiedlung und der Ravensbrücker Siedlung wird die historische Entwicklung der Infrastruktur und Wohnverhältnisse unter dem Einfluss der Militärpräsenz aufgezeigt.
6 KONNEKTIVE STRUKTUREN – EINBLICKE: Drei Fallbeispiele (Feiertage, Spendenaktionen, Klub "Rote Nelke") werden analysiert, um die "konnektive Struktur" im Alltag und deren rituelle Dimension zu verdeutlichen.
7 AUSBLICK: Die Arbeit endet mit Reflexionen über das "unauffällige" Verschwinden der sowjetischen Akteure und weist auf Forschungsbedarfe für die Zukunft hin.
Fürstenberg, Ravensbrück, GSSD, Sowjetische Streitkräfte, Alltagsgeschichte, konnektive Struktur, Interferenzbereich, DDR, Experteninterviews, Erinnerungskultur, Militärstandort, Identität, Raum und Zeit, deutsch-sowjetische Beziehungen, Sozialgeschichte.
Die Arbeit untersucht das Zusammenleben und die Auswirkungen der sowjetischen Militärpräsenz auf den Alltag in Fürstenberg/Ravensbrück in der Zeit von 1945 bis 1993.
Im Fokus stehen die infrastrukturellen Veränderungen, die sozialen Grenzziehungen zwischen Militär und Bevölkerung sowie die "konnektiven Strukturen", die durch Rituale und gemeinsame Lebensräume entstanden sind.
Die Autorin untersucht, wie sich die Anwesenheit der GSSD auf den Alltag der deutschen Bevölkerung auswirkte und ob es trotz der Trennung gemeinsame Handlungslinien und Wertesysteme gab.
Die Arbeit nutzt einen kulturwissenschaftlichen Ansatz, kombiniert mit qualitativen Methoden wie Zeitzeugeninterviews, Archivstudien und Begehungen vor Ort.
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Siedlungsstrukturen in Fürstenberg und Ravensbrück sowie spezifische Rituale und soziale Aktivitäten, die als konnektive Elemente zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen fungierten.
Die wichtigsten Begriffe sind: Fürstenberg, Ravensbrück, GSSD, Interferenzbereich, Alltag, konnektive Struktur und Erinnerungskultur.
Die Trennung erfolgte räumlich durch Mauern und Kontrollposten sowie sozial durch hierarchische Unterschiede, wurde jedoch durch alltägliche Kontakte, Tauschgeschäfte und nachbarschaftliche Hilfen an einigen Stellen durchbrochen.
Die räumliche Nähe zur Gedenkstätte erzeugte ein Spannungsfeld zwischen der NS-Vergangenheit und der sowjetischen Militärpräsenz, was zu komplexen Aushandlungsprozessen über Nutzung, Ordnung und Gedenk-Rituale führte.
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