Examensarbeit, 2009
80 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Eine kleine sozialgeschichtliche Einführung in das Fußballspiel
2.1 Anstoß – Wer spielt wo?
2.2 Der gepflegte Ball – Fußball an den Public Schools
2.3 Die Regeln des Spiels
2.4 Gesunde Härte – Fußball und Gewalt
2.5 Ballannahme – Die Verbreitung des Fußballs
3. Fußball und Arbeit
3.1 Fußball wird zum Arbeitersport
3.1.1 Fußball als Kompensation
3.1.2 Fußball als analoge Handlungsformen zur Arbeit
3.2 Einer von uns vs. Judas – Die Rolle des Fußballspielers im Wandel
3.2.1 Der Amateur
3.2.2 Der Profi
4. Auf den Tribünen ist die Hölle los - Fußballfans
4.1 Die historische Entwicklung des Zuschauers
4.2 Zuschauer und ihre Handlungen – Versuch einer Einordnung in das menschliche Handlungssystem
4.2.1 Physiologische Prozesse
4.2.2 Psychische Einstellungen
4.2.3 Soziale Erwartungen
4.2.4 Kulturelle Werte
4.2.5 Die physisch-organische Umwelt
4.3 Fußballfankultur
4.3.1 Die neuen Traditionalisten – Die Ultras
4.3.2 Die dritte Halbzeit – Die Hooligans
5. Fußball als Show – Die Folgen der Kommerzialisierung
6. Abseits – Frauen und Fußball
7. Fußball ist Kultur?!
7.1 Ist Sport Kultur?
7.2 Das soziokulturelle Kapital des Fußballs
8. Abpfiff – Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Fußballspiel aus einer sozio-kulturellen Perspektive und analysiert dessen Entwicklung von einem einfachen Volksspiel zu einem globalen, kommerzialisierten Phänomen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie Fußball als Spiegelbild der Gesellschaft fungiert und welche Bedeutung das Spiel für die Identitätsbildung, die Arbeitswelt und soziale Strukturen besitzt.
2.4 Gesunde Härte - Fußball und Gewalt
Nicht eindeutig Bestandteil des Phasenmodells nach DUNNING, jedoch wichtig im Zusammenhang der Entwicklung des Fußballsports zu einem modernen Sportspiel, ist die Veränderung der körperlichen Gewalt innerhalb des Spiels, die an dieser Stelle einfügend betrachtet werden soll, da sie eng an die Verregelung des Spiels geknüpft ist.
Den folgenden Ausführungen, die sich auf einen Aufsatz von GUNTER A. PILZ, beziehen, liegt die These zugrunde, dass der Fußball kein gesellschaftlicher Freiraum, sondern ein Teilbereich des menschlichen Zusammenlebens ist. PILZ unterscheidet darin körperliche Gewalt in (a) expressive, affektive Gewalt und (b) instrumentelle, rationale Gewalt.
(a) Affektive Gewalt definiert er als gewalttätige Handlungen, die keine Belastung des Gewissens nach sich ziehen, die gesellschaftlichen Standards entspricht und Lustgewinn verschafft.
PILZ verwendet für diese Form der körperlichen Gewalt auch die Typologie von NORBERT ELIAS, in dem er sie mit ‚Angriffslust’ bezeichnet.
(b) Instrumentelle Gewalt oder auch rationale Gewalt, definiert er als weniger lustbetonte, ungehemmt umgesetzte Handlung von gewalttätigen Bedürfnissen, die jedoch kalkuliert, geplant und rational eingesetzt werden und dabei gesellschaftliche und auch sportspezifische Gewaltstandards überschreiten und ein übergeordnetes Ziel verfolgen.
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und erläutert die Relevanz der soziokulturellen Betrachtung des Fußballs.
2. Eine kleine sozialgeschichtliche Einführung in das Fußballspiel: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Fußballs vom unregulierten Volksspiel zum formalisierten Sport nach.
3. Fußball und Arbeit: Hier werden die Zusammenhänge zwischen Fußball und der industriellen Arbeitswelt, inklusive des Wandels vom Amateur zum Profi, analysiert.
4. Auf den Tribünen ist die Hölle los - Fußballfans: Dieses Kapitel widmet sich der soziologischen Einordnung von Zuschauern, Fans sowie spezifischen Gruppen wie Ultras und Hooligans.
5. Fußball als Show – Die Folgen der Kommerzialisierung: Der Fokus liegt hier auf den ökonomischen Entwicklungen und der Medialisierung, die den Fußball zu einem Produkt machen.
6. Abseits – Frauen und Fußball: Ein kritischer Blick auf die Rolle der Frau in der männlich dominierten Fußballwelt.
7. Fußball ist Kultur?!: Abschließend wird theoretisch diskutiert, ob Fußball im soziologischen Sinne als Kultur definiert werden kann und welches Kapital darin liegt.
8. Abpfiff – Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über den Fußball als reguliertes und zugleich faszinierendes soziales System zusammen.
Fußball, Soziologie, Sozialgeschichte, Zivilisationsprozess, Fankultur, Kommerzialisierung, Arbeitersport, Profifußball, Identität, Gewalt, Zuschauer, Ultras, Hooligans, Frauenfußball, Kultur
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des Fußballs aus sozio-kultureller Sicht und untersucht, wie das Spiel eng mit gesellschaftlichen Strukturen verwoben ist.
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie, der Beziehung zur Arbeitswelt, der Fankultur, der Kommerzialisierung und der Rolle der Frau im Fußball.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich Fußball zu einem bedeutenden kulturellen Phänomen entwickelt hat, das weit über ein bloßes Spiel hinausgeht.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse soziologischer Theorien, insbesondere jener von Norbert Elias und Eric Dunning.
Der Hauptteil analysiert die Zivilisierung des Spiels, den Wandel zur professionellen Show sowie die soziologische Einordnung der Fankulturen und des Zuschauerverhaltens.
Schlüsselbegriffe sind Fußball, Soziologie, Zivilisationsprozess, Kommerzialisierung und Fankultur.
Ultras sehen sich als Hüter der Fankultur und nutzen Kreativität zur Protestform, während Hooligans die Gewalt als Ziel an sich (Erlebnis) suchen und sich vom sportlichen Kontext lösen.
Da er eine Symbiose aus Sport, Kommerz und medialer Präsentation darstellt, bei der wirtschaftliche Interessen zunehmend die ideellen Aspekte dominieren.
Es diente den höheren Klassen zur Abgrenzung und zur Aufrechterhaltung von Exklusivität gegenüber den aufkommenden Arbeitervereinen.
Fußball dient Zuschauern als Ventil für den ungefährlichen Abbau von Spannungen und seelischen Konflikten, vergleichbar mit der Funktion der Tragödie in der Antike.
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