Fachbuch, 2009
48 Seiten
Vorwort
Biographisches
1. Die große Verheißung
1.1. Der Zeitgeist des 18.- und 19. Jahrhunderts
1.2. Das Ende der Illusion
1.3. Die Entwicklung der Haben-Struktur
2. Fromms Marxistische Verwendung Freudscher Gedanken
3. Die Kunst des Lebens: HABEN oder SEIN als letzte Wertung menschlicher Wirklichkeit
3.1. Charakterologische Begriffe
3.1.1. Sünde und Vergebung
3.1.2. Vergnügen
3.1.3. Freude
3.1.4. Leben und Tod
3.1.5. Hier und jetzt / Vergangenheit und Zukunft
4. Fromms Menschenbild
5. Die vaterlose Gesellschaft
6. Religion
7. Thesen über Fromms humanistisches Ideal
8. Religion, Charakter, Gesellschaft
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Erich Fromms sozialphilosophischem Werk "Haben oder Sein" auseinander, um die Ursachen der gesellschaftlichen Misere zu analysieren und Wege zu einem erfüllten, nicht entfremdeten Leben aufzuzeigen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie der Mensch die destruktiven Mechanismen des "Haben-Modus" überwinden und durch eine Transformation des Bewusstseins zum "Seins-Modus" gelangen kann.
3.1. Charakterologische Begriffe
Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Betrachtungsweise des Menschen stehen bei Erich Fromm zwei Weisen des sozialpsychologisch umfassend zu verstehenden Begriffes „Charakter“.
Fromm erklärt, der Charakter sei strukturiert, d.h. er hat, je nach Prägung, eine bestimmte Eigenart, die sich als Orientierung des Charakters idealtypisch fassen und im Hinblick auf seine Funktionalität bzw. Dysfunktionalität, für die Entfaltung des Systems Mensch qualifizieren lässt.
Prinzipiell erkannte Fromm zwei Charaktersyndromen:
• den biophilen, ausgerichtet am Wachstum bzw. Leben,
• den nekrophilen, orientiert am Verfall bzw. Tod.
Jedes menschliche Denken, Fühlen und Handeln geschieht entweder in der Weise des Habens oder des Seins.
Diese Alternative ist ein Schlüssel zum Verständnis menschlicher Wirklichkeit überhaupt, und zwar auch der religiösen und ethischen, so dass hier Humanismus und religiöses Ethos sich vereinigen.
Haben oder Sein sind keine Orientierungen, so fand Fromm heraus, sondern Modi der Erfahrung, Modi menschlicher Existenz, die den Charakterorientierungen vorausgehen.
Biographisches: Ein kurzer Abriss über das Leben Erich Fromms, seine Ausbildung, seine Verbindung zur Frankfurter Schule und die Entwicklung seines sozialpsychologischen Ansatzes.
1. Die große Verheißung: Untersuchung der historischen Hoffnungen des 18. und 19. Jahrhunderts auf unbegrenzten Fortschritt und deren heutiges Scheitern in einer von Habgier geprägten Zivilisation.
2. Fromms Marxistische Verwendung Freudscher Gedanken: Erörterung, wie Fromm die Entdeckungen von Marx und Freud vereint, um das psychische Geschehen sozialpsychologisch im Kontext der Klassengesellschaft zu erklären.
3. Die Kunst des Lebens: HABEN oder SEIN als letzte Wertung menschlicher Wirklichkeit: Definition der zentralen Modi der Existenz und Untersuchung ihrer Auswirkungen auf menschliche Grundphänomene wie Freude, Sünde und Zeit.
4. Fromms Menschenbild: Darstellung von Fromms Verständnis des Menschen als gesellschaftliches Wesen, dessen Psyche und Charakter durch das dynamische Wechselspiel von Trieben und gesellschaftlichen Bedingungen geformt werden.
5. Die vaterlose Gesellschaft: Analyse der Anonymisierung von Autorität in der modernen Industriegesellschaft und deren Folgen für die Entwicklung des Gewissens und die Entfremdung des Einzelnen.
6. Religion: Vergleich von Fromms humanistischem Gottesverständnis mit Paul Tillichs Theologie und Suche nach einem neuen Sinnbegriff außerhalb dogmatischer Strukturen.
7. Thesen über Fromms humanistisches Ideal: Zusammenfassung der humanistischen Ziele, die durch Selbsterkenntnis und die Überwindung von Illusionen zu einer produktiven Lebensführung führen sollen.
8. Religion, Charakter, Gesellschaft: Reflexion über die notwendige Wechselwirkung zwischen individueller Transformation, religiösen Impulsen und gesellschaftlicher Umwälzung hin zu einer "Stadt des Seins".
Erich Fromm, Haben, Sein, Sozialpsychologie, Humanismus, Gesellschaftscharakter, Entfremdung, Liebe, Psychoanalyse, Fortschrittsreligion, Industriegesellschaft, Existenzweise, Selbstwerdung, Produktivität, Kapitalismus.
Die Arbeit analysiert die gesellschaftskritische Philosophie von Erich Fromm, insbesondere seine Unterscheidung zwischen dem Haben- und dem Seins-Modus und deren Bedeutung für das menschliche Überleben.
Zentrale Themen sind die menschliche Natur, der Einfluss des Kapitalismus auf die Psyche, die Bedeutung von Liebe und Religion sowie die Kritik an der modernen Industriegesellschaft.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Mensch durch eine bewusste Hinwendung zum "Seins-Modus" seine Entfremdung überwinden und eine humanere Gesellschaftsstruktur mitgestalten kann.
Die Arbeit nutzt die humanistische Psychoanalyse und eine subjekttheoretische Reflexion, die sich maßgeblich auf die Ansätze von Karl Marx und Sigmund Freud stützt.
Der Hauptteil befasst sich mit der Charakterologie Fromms, dem Konzept der Haben-Struktur, der Rolle der Religion sowie der kritischen Auseinandersetzung mit der "vaterlosen Gesellschaft".
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Haben oder Sein", "humanistischer Humanismus", "Gesellschaftscharakter" und "Entfremdung" definiert.
Der Haben-Modus führt zu einer ständigen Gier, Angst und inneren Leere, da er den Menschen dazu zwingt, sich über Besitz zu definieren, statt seine inneren Kräfte zu entfalten.
Das "Sein" bezeichnet einen aktiven Zustand, in dem sich der Mensch durch Liebe, Teilen, Vernunft und schöpferische Tätigkeit selbst verwirklicht, statt nur nach Konsum zu streben.
Sie beschreibt eine Gesellschaft, in der patriarchale Autorität durch anonyme Sachzwänge ersetzt wurde, was zu einer Identitätskrise und zum Verlust ethischer Werte führt.
Ja, durch einen "Wandel des menschlichen Herzens" und die gelebte Liebe, die den Menschen aus seiner Isolation führt und ihn als liebendes Subjekt begreifen lässt.
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