Bachelorarbeit, 2008
91 Seiten, Note: 1,7
1. Hinführung zum Thema
1.1 Die drei Steuerwettbewerbe
1.2 Kurzbeschreibung des Inhalts
2. Das Unternehmensteuerreformgesetz 2008
2.1 System der Unternehmensbesteuerung
2.1.1 Unternehmensteuerarten
2.1.2 Unternehmensteuerprinzipien
2.1.2.1 Rechtsformneutralität
2.1.2.2 Transparenz- und Trennungsprinzip
2.2 Ziele der Reform
2.2.1 Erhöhung der steuerlichen Standortattraktivität
2.2.2 Sicherung des deutschen Steuersubstrats
2.2.3 Stabilisierung der Gemeindesteuern
2.3 Gesetzgebungsverfahren
2.4 Finanzierung der Unternehmensteuerreform
3. Kleine und mittlere Unternehmen
3.1 Was sind kleine und mittlere Unternehmen?
3.1.1 Abgrenzung nach quantitativen Merkmalen
3.1.2 Abgrenzung nach qualitativen Merkmalen
3.2 Anknüpfungspunkt Rechtsform
4. Änderungen bei der Einkommensteuer
4.1 Die neue Besteuerung der Einkünfte aus Kapitalvermögen
4.1.1 Verfahren der Abgeltungsteuer
4.1.1.1 Was ist abgeltungsteuerpflichtig?
4.1.1.2 Was ist nicht abgeltungsteuerpflichtig?
4.1.1.3 Der neue Sparerfreibetrag
4.1.1.4 Veranlagungswahlrecht
4.1.1.5 Inkrafttreten der Änderungen
4.1.2 Teileinkünfteverfahren
4.1.3 Eigener Verlustverrechnungskreis
4.2 Die Thesaurierungsbegünstigung
4.3 Investitionsabzugsbetrag
4.4 Sonderabschreibungen
4.5 Betriebsausgabenabzugsverbot
4.6 Anhebung des Anrechnungsfaktors auf die Einkommensteuer
5. Änderungen bei der Gewerbesteuer
5.1 Senkung der Steuermesszahl
5.2 Änderungen bei der Hinzurechnung von Schuldzinsen
5.3 Änderungen bei den Kürzungstatbeständen
5.3.1 Grundstückserträge § 9 Nr. 1 GewStG
5.3.2 Schachtelprivileg § 9 Nr. 2a, 7, 8 GewStG
6. Änderungen bei der Körperschaftsteuer
6.1. Senkung des Körperschaftsteuersatzes
6.2 Neuregelungen zum Verlustabzug bei Körperschaften
6.3 Betriebsausgabenabzugsverbot
7. Weitere Änderungen
7.1 Die Zinsschranke
7.2 Änderungen bei der Abschreibung
7.2.1 Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)
7.2.2 Abschaffung der degressiven Abschreibung
8. Auswirkungen der einzelnen Maßnahmen auf kleine und mittlere Unternehmen
8.1 Rechtsformübergreifende Auswirkungen
8.1.1 Neue Tarifstrukturen bei der Gewerbesteuer
8.1.2 Änderungen bei den Hinzurechnungstatbeständen
8.1.3 Bilanzrechtliche Regelungen
8.1.4 Investitionsabzugsbetrag
8.1.5 Sonderabschreibungen gem. § 7g Abs. 5 und 6 EStG
8.1.6 Neuregelung der Kapitaleinkünftebesteuerung
8.1.6.1 Teileinkünfteverfahren
8.1.6.2 Abgeltungsteuer auf Ebene der Kapitalgesellschafter
8.2 Auswirkungen für Personenunternehmen
8.2.1 Steuerermäßigung bei Einkünften aus Gewerbebetrieb
8.2.2 Die Thesaurierungsbegünstigung
8.3 Auswirkungen für Kapitalgesellschaften
8.3.1 Senkung der Körperschaftsteuer
8.3.2 Neuregelung zum Verlustabzug bei Körperschaften
8.3.3 Die Zinsschranke
9. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, die komplexen steuerlichen Neuregelungen – wie die Abgeltungsteuer, die Zinsschranke und die Thesaurierungsbegünstigung – sowie deren Auswirkungen auf die steuerliche Belastung dieser Unternehmensgruppe verständlich darzustellen und kritisch zu hinterfragen.
1.1 Die drei Steuerwettbewerbe
Steuern sind Geldleistungen, die ohne direkte Gegenleistung von jedermann eingefordert werden können, nur weil ein gesetzlicher Tatbestand zutrifft. Ein „ungemütlicher“ Vorgang, wie schon Otto von Bismarck vor mehr als 100 Jahren bemerkte. Obwohl schon so lange in unseren Gesellschaftssystemen verwurzelt und ungeachtet der Tatsache, dass die Gesellschaft nach der Zweckzuführung der Steuereinnahmen durch den Staat in irgendeiner Form auch wieder am Ende der Zahlungskette steht, hat dieser Vorgang nichts von seiner Unannehmlichkeit eingebüßt. Besonderen Verdruss bereitet das Einlösen eines Tauschmittels ohne eine direkte Gegenleistung zu erhalten naturgemäß den Gewerbetreibenden. Ein Gewerbe wird (fast immer) zur Gewinnerzielung betrieben und dieser Gewinn wird durch Steuerzahlungen empfindlich geschmälert. Das Finanzamt wird zum Gegenspieler, der Steuerberater zum Verbündeten. Der Wettbewerb zwischen Geschäftswelt und Staat um die Höhe der Steuerzahlung beschert der Dienstleistung „Steuerberatung“ eine anhaltende Blüte. Zum 01.01.2008 gab es in Deutschland genau 81 437 Steuerberater. 1970 lag diese Zahl noch bei 25 997. Das bedeutet, zwischen 1970 und 2008 hat sich die Zahl an Steuerberatern mehr als verdreifacht bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 8,24 %.
Der zweite Steuerwettbewerb tobt zwischen den Nationalstaaten im sog. Wettbewerb der Steuersysteme. Europaweit wies Deutschland vor der Unternehmenssteuerreform 2008 mit 38,65 % (bei 400 % Gewerbesteuerhebesatz) einen der höchsten nominalen Steuerbelastungssätze für Kapitalgesellschaften aus. Da insbesondere aufgrund der fortschreitenden Globalisierung der Weltwirtschaft der Wettbewerbsdruck auf Unternehmen zunahm, waren Investitions- und Produktionsverlagerungen aus dem Hochsteuerland Deutschland in niedriger besteuernde Staaten die Folge. Eine Senkung der Besteuerung war aus dieser Sicht unumgänglich. Deutschland liegt nach den Steuersenkungen der Unternehmensteuerreform 2008 nun tatsächlich im europäischen Vergleich im Mittelfeld.
1. Hinführung zum Thema: Dieses Kapitel erläutert den steuerlichen Wettbewerb zwischen Staat und Wirtschaft sowie zwischen den Staaten selbst und definiert die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit.
2. Das Unternehmensteuerreformgesetz 2008: Hier werden das System der Unternehmensbesteuerung, die Ziele der Reform – insbesondere die Standortattraktivität – sowie der Prozess der Gesetzgebung und Finanzierung analysiert.
3. Kleine und mittlere Unternehmen: Dieses Kapitel widmet sich der Definition und Abgrenzung von kleinen und mittleren Unternehmen anhand quantitativer und qualitativer Merkmale sowie deren Rechtsformen.
4. Änderungen bei der Einkommensteuer: Es werden die Einführung der Abgeltungsteuer, das Teileinkünfteverfahren sowie weitere Regelungen wie der Investitionsabzugsbetrag detailliert dargestellt.
5. Änderungen bei der Gewerbesteuer: Die Senkung der Steuermesszahl sowie Änderungen bei der Hinzurechnung von Schuldzinsen und Kürzungstatbeständen stehen hier im Mittelpunkt.
6. Änderungen bei der Körperschaftsteuer: Dieses Kapitel analysiert die Absenkung des Körperschaftsteuersatzes und die neuen Regelungen zum Verlustabzug bei Kapitalgesellschaften.
7. Weitere Änderungen: Hier werden ergänzende Reformpunkte wie die Einführung der Zinsschranke und neue Abschreibungsregeln (GWG, degressive Abschreibung) behandelt.
8. Auswirkungen der einzelnen Maßnahmen auf kleine und mittlere Unternehmen: Das zentrale Kapitel bewertet die Auswirkungen der Reform spezifisch für Personenunternehmen und Kapitalgesellschaften im Mittelstand.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch, ob die Unternehmensgattung "KMU" durch die Reform tatsächlich gefördert wurde.
Unternehmensteuerreform 2008, kleine und mittlere Unternehmen, Abgeltungsteuer, Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Zinsschranke, Investitionsabzugsbetrag, Thesaurierungsbegünstigung, Rechtsformneutralität, KMU, Steuerwettbewerb, Standortattraktivität, Unternehmensbesteuerung, Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der umfassenden Unternehmensteuerreform von 2008 speziell auf kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland.
Zentrale Felder sind die Abgeltungsteuer, die Änderungen bei der Gewerbe- und Körperschaftsteuer sowie neue bilanzrechtliche Regelungen für den Mittelstand.
Ziel ist es, die Auswirkungen der steuerlichen Neuregelungen auf kleine und mittlere Betriebe verständlich darzulegen und deren tatsächlichen Einfluss auf die Steuerbelastung und Investitionstätigkeit dieser Gruppe zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine detaillierte Auseinandersetzung mit den gesetzlichen Neuregelungen, unterstützt durch statistische Daten, Modellrechnungen und einen Vergleich der Steuerbelastung vor und nach der Reform.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Reforminhalte (Einkommen-, Gewerbe- und Körperschaftsteuer) sowie eine spezifische Untersuchung, wie diese Maßnahmen kleine und mittlere Unternehmen in der Praxis betreffen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Thesaurierungsbegünstigung, der Investitionsabzugsbetrag, die Zinsschranke und die Abgeltungsteuer, welche die Kernpunkte der Reform bilden.
Aufgrund einer Freigrenze von 1 Mio. Euro und einer spezifischen Konzernklausel spielt die Zinsschranke für den Großteil kleiner und mittlerer Unternehmen eine untergeordnete Rolle.
Das Fazit kommt zu dem Ergebnis, dass die Unternehmensgattung der kleinen und mittleren Unternehmen durch die Reform nicht explizit gefördert wurde und viele Betriebe eher zu den Verlierern der Reform zählen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

