Diplomarbeit, 2008
104 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung in die Arbeit
1.1 Problemstellung und -abgrenzung
1.2 Zielsetzung der Diplomarbeit
1.3 Theoretische Basis der Diplomarbeit
1.4 Gang der Untersuchung
2 Balanced Scorecard als Ansatz eines Markencontrollingsystems im Finanzdienstleistungssektor
2.1 Zentrale Herausforderungen für Finanzdienstleistungsunternehmen
2.1.1 Struktureller Wandel des Finanzdienstleistungssektors
2.1.2 Produktspezifische Charakteristika
2.1.3 Nachfrageverhalten
2.2 Stellenwert des Markencontrollings als Funktion des Markenmanagements
2.2.1 Funktionen der Marke
2.2.2 Ziele und Aufgaben des Markenmanagements
2.2.3 Ziele und Aufgaben des Markencontrollings
2.3 Grundzüge des Balanced Scorecard-Ansatzes
2.3.1 Leitidee der Balanced Scorecard
2.3.2 Klassische Perspektiven der Balanced Scorecard
2.3.3 Managementprozess der Balanced Scorecard
2.4 Fazit: Eignung des Balanced Scorecard-Ansatzes für das Markencontrolling eines Finanzdienstleistungsunternehmens
3 Marken-Scorecard – Balanced Scorecard des Markenmanagements
3.1 Ziele und Aufgaben der Marken-Scorecard
3.2 Strukturdimension der Marken-Scorecard
3.2.1 Marken-Scorecard-Modell nach Kriegbaum
3.2.2 LIM-Marken-Scorecard nach Burmann, Blinda und Nitschke
3.2.3 Marken-Scorecard-Modell nach Meffert und Koers
3.2.4 Marken-Scorecard-Modell nach Bauer und Valtin
3.2.5 BrandScoreCard nach Linxweiler
3.3 Prozessdimension der Marken-Scorecard
3.4 Kritische Würdigung des Marken-Scorecard-Ansatzes
4 Anforderungen an eine Marken-Scorecard für Finanzdienstleistungsunternehmen
5 Schlussbetrachtung
Ziel der Arbeit ist es, die Eignung des Balanced Scorecard-Modells als konzeptionellen Rahmen für ein Markencontrollingsystem im Finanzdienstleistungssektor zu evaluieren und daraus Anforderungen für eine spezifische Marken-Scorecard abzuleiten.
2.1.2 Produktspezifische Charakteristika
„Im betriebswirtschaftlichen Sprachgebrauch werden Finanzdienstleistungen dem Kreis der Dienstleistungen zugeordnet, die durch Geldbezogenheit gekennzeichnet sind.“ Diese Definition von Richter (1996) impliziert, dass Finanzdienstleistungen Merkmale aufweisen, die Dienstleistungen generell von Sachgütern unterschieden. Aufgrund des finanziellen Charakters differenzieren sie sich jedoch zudem durch Zusatzeigenschaften.
Die merkmalsbezogene Abgrenzung zwischen Dienstleistungen und Sachgütern findet in der wissenschaftlichen Literatur insbesondere anhand der folgenden Kriterien statt:
◊ Immaterialität,
◊ Nichtlagerfähigkeit und Nichttransportfähigkeit,
◊ Leistungsfähigkeit des Dienstleistungsanbieters und
◊ Integration des externen Faktors.
Dies sind allgemeine Dienstleistungsmerkmale, die auch den Finanzdienstleistungen zugeordnet werden können.
Aufgrund ihres immateriellen Charakters verfügen Finanzdienstleistungen über keine physischen Differenzierungsmerkmale, die einen Rückschluss auf deren Qualität zulassen. Dieser Sachverhalt hat zum einen zur Folge, dass die Nachfrager die Produktauswahl auf der Grundlage nur weniger Informationen treffen und dem Anbieter mit der Kaufentscheidung einen Vertrauensvorschuss entgegen bringen müssen (Vorkaufphase). Zum anderen erschwert das körperlose Leistungsresultat die Beurteilung bereits in Anspruch genommener Finanzdienstleistungen (Nachkaufphase). Dies birgt die Gefahr für das Zustandekommen kognitiver Nachkaufdissonanzen, die eine Kundenbeziehung gefährden.
Gemäß dem institutionsökonomischen Dreieck (Abbildung 7) weisen Finanzdienstleistungen einen geringen Anteil an Sucheigenschaften auf. Sie charakterisieren sich aufgrund der beschriebenen Immaterialität im hohen Maße durch Erfahrungs- und Vertrauenseigenschaften. Da diese vor und zum Teil auch nach dem Kauf nicht oder nur sehr schwer bewertet werden können, empfinden die Nachfrager tendenziell ein erhöhtes Kaufrisiko. Dessen Ausmaß unterliegt jedoch grundsätzlich den individuellen Beurteilungsmöglichkeiten sowie der Art der Leistung und der Häufigkeit der Inanspruchnahme.
1 Einführung in die Arbeit: Darstellung der Problemstellung und der Relevanz der Markenführung im Finanzdienstleistungssektor sowie Definition der Zielsetzung der Diplomarbeit.
2 Balanced Scorecard als Ansatz eines Markencontrollingsystems im Finanzdienstleistungssektor: Analyse der Herausforderungen der Branche und Prüfung der Eignung der Balanced Scorecard zur Steuerung von Marken.
3 Marken-Scorecard – Balanced Scorecard des Markenmanagements: Vorstellung und Vergleich verschiedener Referenzmodelle der Marken-Scorecard sowie Analyse ihrer Struktur- und Prozessdimensionen.
4 Anforderungen an eine Marken-Scorecard für Finanzdienstleistungsunternehmen: Formulierung von spezifischen Anforderungen unter Berücksichtigung der in Kapitel 2 und 3 erarbeiteten Erkenntnisse.
5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf die praktische Anwendbarkeit der Marken-Scorecard.
Markencontrolling, Balanced Scorecard, Marken-Scorecard, Finanzdienstleistungssektor, Markenmanagement, Markenidentität, Markenimage, Markenwert, Markenführung, Erfolgsfaktoren, Kundenorientierung, Prozessmanagement, Leistungsfähigkeit, Strategieumsetzung, Marktpositionierung.
Die Arbeit befasst sich mit der Eignung der Balanced Scorecard als Steuerungsinstrument für ein effektives Markencontrolling innerhalb von Finanzdienstleistungsunternehmen.
Im Zentrum stehen die Besonderheiten des Finanzdienstleistungssektors, die Grundlagen des Markencontrollings und die Anwendung des Balanced Scorecard-Ansatzes zur Markensteuerung.
Ziel ist es, die konzeptionelle Eignung des Balanced Scorecard-Ansatzes zu prüfen und daraus Anforderungen an eine praxisorientierte Marken-Scorecard für Finanzdienstleister abzuleiten.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse wissenschaftlicher Literatur, die durch eine vergleichende Betrachtung bestehender Marken-Scorecard-Modelle und eine Ableitung von Anforderungen aus der Branchendynamik ergänzt wird.
Der Hauptteil analysiert die Herausforderungen der Finanzdienstleistungsbranche, den Stellenwert des Markencontrollings, die Struktur- und Prozessdimensionen der Balanced Scorecard sowie verschiedene Marken-Scorecard-Modelle.
Markencontrolling, Balanced Scorecard, Marken-Scorecard, Markenidentität und Finanzdienstleistungssektor sind die zentralen Begriffe.
Ihre Abstraktheit und die damit verbundene Unsicherheit der Kunden hinsichtlich der Problemlösungsfähigkeit führen zu einem hohen Beratungsbedarf und Vertrauensvorschuss.
Aufgrund der Immaterialität der Leistungen fungieren Mitarbeiter als entscheidende Markenbotschafter, deren Identifikation mit der Marke die Servicequalität maßgeblich beeinflusst.
Sie zeichnet sich durch eine vernetzte Struktur aus, bei der die Marke den Mittelpunkt bildet und weitere Perspektiven als Treiber des Markenerfolgs um diese angeordnet sind.
Der Autor betont, dass trotz konzeptioneller Eignung die Marken-Scorecard stets einzelfallspezifisch unter Berücksichtigung der individuellen Unternehmensumstände angepasst werden muss.
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