Wissenschaftliche Studie, 2009
19 Seiten, Note: 1
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. Einleitung
2. Marx und Lukács: Die entfremdete Arbeit
3. Marx und Lukács: Verdinglichte Beziehungen
4. Horkheimer/Adorno: Die rationale Kultur
5. Habermas: Rationalität bei Weber, Lukács und Horkheimer
6. Honneth: Bedingungen und drei Formen der Verdinglichung
7. Nussbaum: Verdinglichte Sexualität als etwas Schönes
8. Böhme: Der expandierende Fetischismus
9. Schluss
10. Literatur
Die vorliegende Arbeit bietet eine systematische Einführung in die zentralen Begriffe der Entfremdung und Verdinglichung, indem sie deren theoretische Entwicklung von den Ursprüngen bei Marx und Lukács bis hin zu zeitgenössischen Positionen nachzeichnet. Ziel ist es, die philosophische Herleitung der Konzepte zu verdeutlichen und deren fortbestehende Relevanz in der modernen Gesellschaft zu analysieren.
3. Marx und Lukács: Verdinglichte Beziehungen
1867 widmete Marx in seinem Hauptwerk 'Das Kapital' ein Kapitel der Ware und warum sie zum Fetisch werden würde. Damit übertrug er den ethnologischen Begriff des Fetischs auf die Ökonomie.
Zunächst erklärt er, dass die Ware als Gebrauchswert entweder vorhandene Bedürfnisse befriedigt oder neue weckt. Als Form hingegen wird sie zur gesellschaftlichen Form, zur gegenständlichen Form der Arbeit. Fetischismus nun ist nach Marx ein gesellschaftliches Verhältnis des Menschen: die Produkte werden 'belebt', eigenständige, im Verhältnis untereinander und zum Menschen stehende Gestalten. Die Ware ist eigentlich ein Gebrauchsgegenstand, der von unabhängiger Privatarbeit erstellt wurde. Das Produkt erhält im Kapitalismus aber zwei Seiten: Nutzen für andere, Wert für den Produzenten. Dadurch, dass Produkte gleichgesetzt werden, wird auch die menschliche Arbeit gleichgesetzt. Da der Wert eines Produktes aber unklar ist, versucht der Mensch ihn zu bestimmten. Dies geschieht durch die Anrechnung der benötigten Arbeitszeit. Der Produzent fängt an sein Erzeugnis als Ware und nicht mehr als etwas besonders zu sehen. Über den Austausch von Waren werden auch die Menschen Tauschwerte. So nennt Marx die Ökonomie den Fetischismus des Monetersystems.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die begriffliche Verknüpfung von Entfremdung und Verdinglichung ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2. Marx und Lukács: Die entfremdete Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die marxistische Fundierung des Entfremdungsbegriffs sowie dessen Weiterentwicklung durch Georg Lukács im Kontext der ökonomischen Verhältnisse.
3. Marx und Lukács: Verdinglichte Beziehungen: Es wird analysiert, wie der Warencharakter menschliche Beziehungen zu objektivierten, dinghaften Strukturen transformiert.
4. Horkheimer/Adorno: Die rationale Kultur: Das Kapitel untersucht die Gefahren einer durch Rationalisierung geprägten Medienkultur und die damit einhergehende soziale Gleichschaltung.
5. Habermas: Rationalität bei Weber, Lukács und Horkheimer: Eine vergleichende Analyse der Rationalisierungstheorien und deren Auswirkungen auf die menschliche Identität und Lebenswelt.
6. Honneth: Bedingungen und drei Formen der Verdinglichung: Axel Honneths Versuch einer Neudefinition der Verdinglichung als anerkennungstheoretisches Defizit wird hier kritisch beleuchtet.
7. Nussbaum: Verdinglichte Sexualität als etwas Schönes: Eine Diskussion der These, dass Verdinglichung im Kontext sexueller Beziehungen nicht zwangsläufig negativ oder erniedrigend sein muss.
8. Böhme: Der expandierende Fetischismus: Dieses Kapitel thematisiert die Beständigkeit des Fetischismus als eine die Moderne durchdringende, irrationale Praxis.
9. Schluss: Zusammenfassung der theoretischen Entwicklung der Begriffe und ihrer Bedeutung für die Zukunft.
10. Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Entfremdung, Verdinglichung, Warenfetischismus, Marxismus, Rationalisierung, Kritische Theorie, Kapitalismus, Subjektivität, Autonomie, Anerkennung, Sexuelle Verdinglichung, Moderne, Kulturkritik, Fetisch, Objektbeziehung.
Die Arbeit bietet eine fundierte Übersicht und historische Einordnung der Begriffe Entfremdung, Verdinglichung und Fetischismus in der philosophischen Tradition.
Die Themenfelder umfassen die ökonomischen Ursprünge der Entfremdung, die kulturkritische Analyse rationaler Gesellschaften sowie sozialpsychologische und ethische Aspekte der Verdinglichung.
Das Ziel ist es, die Entwicklung dieser Konzepte von Marx bis zu zeitgenössischen Denkern wie Böhme oder Nussbaum nachzuvollziehen und ihre Bedeutung für unser Verständnis von zwischenmenschlichen Beziehungen und moderner Gesellschaft zu verdeutlichen.
Die Autorin/der Autor nutzt eine hermeneutische Herangehensweise, indem sie/er klassische und moderne philosophische Texte analysiert, gegenüberstellt und kritisch diskutiert.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Denker: Er beginnt bei Marx und Lukács, führt über Horkheimer, Adorno und Habermas zu Honneth, Nussbaum und schließt mit einer Betrachtung von Hartmut Böhme ab.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Entfremdung, Verdinglichung, Warenfetischismus und Kritische Theorie charakterisiert.
Nussbaum bricht mit der meist pejorativen Verwendung des Begriffs der sexuellen Verdinglichung und argumentiert, dass diese unter bestimmten Bedingungen des gegenseitigen Respekts auch als positiv oder bereichernd empfunden werden kann.
Honneth erweitert das Verständnis, indem er die Verdinglichung nicht mehr rein ökonomisch begründet, sondern als ein Scheitern der Anerkennung und als ein sozialpsychologisches Phänomen analysiert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

