Bachelorarbeit, 2020
62 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Diskriminierung
2.1 Begriffsklärung
2.2 Diskriminierungsformen
2.3 Diskriminierungsebenen
3. Institutionelle Diskriminierung
3.1 Begriffsklärung
3.2 Direkte und indirekte institutionelle Diskriminierung
4. Schwellen institutioneller Diskriminierung im Primarbereich
4.1 Einschulung
4.2 Umschulung
4.3 Übergang zur Sekundarstufe
5. Mechanismen und Erklärungsansätze
5.1 Schuleinzugsbezirke
5.2 Sprachkompetenz
5.3 Ethnische Herkunft
5.4 Soziale Herkunft
6. Zusammenfassung und Fazit
7. Literaturverzeichnis
7.1 Internetverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen institutioneller Diskriminierung gegenüber Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem, mit einem besonderen Fokus auf die Übergangsschwellen innerhalb der Primarstufe und beim Wechsel in weiterführende Bildungseinrichtungen.
3.1 Begriffsklärung
Unter institutioneller Diskriminierung versteht man „Praktiken der Herabsetzung, Benachteiligung und Ausgrenzung von sozialen Gruppen und ihnen angehörigen Personen auf der Ebene von Organisationen und der in ihnen tätigen Professionen […]“ (Gomolla 2017, S.134). Der Begriff der institutionellen Diskriminierung hebt dabei hauptsächlich auf anonyme Handlungen von organisatorischer, berufskultureller oder gesellschaftlicher Natur ab, die zu benachteiligenden Wirkungen führen können. Die besagte Anonymität gelingt hierbei insofern, als dass die beteiligten Akteure die Existenz von Rassismus und Sexismus in ihren Praktiken leugnen und sich dabei selbst aus der Verantwortung der daraus resultierenden Folgen ziehen können (vgl. Gomolla/Radtke 2009, S.43). Die Perspektive der institutionellen Diskriminierung zielt in einer analytischen Abgrenzung von einer historisch sozialstrukturellen sowie von einer individuumsbezogenen Anschauung von Rassismus und anderen Diskriminierungsformen auf „dauerhafte Benachteiligungen sozialer Gruppen, die auf überindividuelle Sachverhalte wie Normen, Regeln und Routinen sowie auf kollektiv verfügbare Begründungen zurückgeführt werden“ (Hasse und Schmidt 2012, S.883; zit. n. Gomolla 2017, S.134) ab.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, warum institutionelle Diskriminierung an Übergangsschwellen des deutschen Schulsystems auftritt und definiert das Ziel der Arbeit, diese komplexen Mechanismen aufzudecken.
2. Diskriminierung: In diesem Kapitel werden grundlegende theoretische Begrifflichkeiten geklärt sowie Formen und Ebenen der Diskriminierung definiert und kategorisiert.
3. Institutionelle Diskriminierung: Dieser Abschnitt widmet sich der theoretischen Definition sowie der historischen Entwicklung des Begriffs der institutionellen Diskriminierung im Kontext organisationaler Praktiken.
4. Schwellen institutioneller Diskriminierung im Primarbereich: Hier werden die drei Kernbereiche - Einschulung, Umschulung und Übergang zur Sekundarstufe - detailliert beleuchtet und als Schwellen für Diskriminierungspraxen analysiert.
5. Mechanismen und Erklärungsansätze: Dieses Kapitel erläutert die tieferliegenden Mechanismen wie soziale Lenkung durch Einzugsbezirke sowie die Bedeutung von Sprachkompetenz und Herkunft für die schulische Selektion.
6. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit eines gesamtgesellschaftlichen Paradigmenwechsels für mehr Bildungsgerechtigkeit.
7. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der für die Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Institutionelle Diskriminierung, Migrationshintergrund, Bildungsbenachteiligung, Schulsystem, Selektionsprozesse, Schullaufbahn, Übergangsschwellen, Sprachfähigkeit, soziale Herkunft, ethnische Herkunft, Schulerfolg, Chancengleichheit, Bildungssoziologie, Diskriminierungsforschung, Selektionspraxis
Die Bachelorarbeit analysiert die spezifischen Prozesse und Mechanismen institutioneller Diskriminierung, denen Kinder mit Migrationshintergrund innerhalb des deutschen Schulsystems ausgesetzt sind.
Die Themen umfassen Begriffe und Formen der Diskriminierung, die Rolle von Schuleinzugsbezirken, Sprachkompetenz als Selektionskriterium sowie den Einfluss der sozialen und ethnischen Herkunft auf Bildungsentscheidungen.
Das Ziel ist es, aufzudecken, warum Diskriminierung gegenüber Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund primär an den Übergangsschwellen des Primarbereichs geschieht und wie diese Prozesse mechanisch ablaufen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse bestehender wissenschaftlicher Literatur und Fallstudien, insbesondere der Untersuchung von Gomolla und Radtke zur institutionellen Diskriminierung an Bielefelder Schulen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung und eine detaillierte Erörterung der Übergangsschwellen (Einschulung, SOLB-Überweisung, Übergang zur Sekundarstufe) sowie der Mechanismen, die diese Selektionen steuern.
Wichtige Schlagworte sind institutionelle Diskriminierung, Bildungsbenachteiligung, Selektionsprozesse, Migrationshintergrund, Schullaufbahn und Bildungschancen.
Übergangsschwellen wie Einschulung oder der Wechsel auf weiterführende Schulen sind jene kritischen Phasen, an denen organisatorische Routinen und Entscheidungsmuster der Schule massiven Einfluss auf die zukünftige Bildungslaufbahn von Kindern nehmen.
Die Arbeit stellt dar, dass Sprachdefizite häufig als latente Begründung genutzt werden, um Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in niedrigere Schulformen zu lenken, anstatt sie individuell zu fördern.
Sie liefert einen Erklärungsansatz, bei dem Minderheiten als koloniale Subjekte innerhalb des bestehenden Systems behandelt werden, um ökonomische und politische Vorteile der Majoritätsgesellschaft abzusichern.
Ja, die Arbeit zeigt auf, dass die als unzureichend wahrgenommene Mitarbeit türkischer Eltern oft als kulturell begründetes Ausschlusskriterium durch Lehrkräfte herangezogen wird, um schulischen Misserfolg vorherzusagen.
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