Diplomarbeit, 2003
134 Seiten, Note: 1,2
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Definition des Risikos
2.1.1 Die informatorische Komponente
2.1.2 Die wertende Komponente
2.2 Arten von Risiken
2.3 Entwicklung der Risikomanagementsysteme
2.3.1 Das Versicherungsmanagement
2.3.2 Risikomanagement im engeren Sinne
2.3.3 Risikomanagement im weiteren Sinne
3 Das KonTraG
3.1 Der Weg zum KonTraG
3.1.1 Auf nationaler Ebene
3.1.2 Auf internationaler Ebene
3.2 Ziele des KonTraG
3.3 Kernaussagen durch das KonTraG
3.3.1 Vorstand
3.3.1.1 Das Risikomanagementsystem
3.3.1.2 Die Berichterstattung
3.3.1.3 Lagebericht
3.3.2 Abschlussprüfer
3.3.2.1 Prüfung des Lageberichts
3.3.2.2 Prüfung des Risikomanagementsystems
3.3.2.3 Prüfungsbericht
3.3.2.4 Bestätigungsvermerk
3.3.3 Aufsichtsrat
3.3.4 Haftung
3.4 Zwischenfazit
4 Das Risikomanagementsystem
4.1 Risikomanagement aus betriebswirtschaftlicher Sicht
4.2 Aufbau eines umfassenden Risikomanagements
4.2.1 Organisatorische Verankerung des Risikomanagements
4.2.2 Schwellenwerte und Selektion
4.2.3 Vorteile eines Risikomanagements
4.3 Risikomanagementprozess
4.3.1 Chancen-Risikostrategie
4.3.2 Chancen-Risikoidentifikation
4.3.3 Die Chancen- Risikoanalyse
4.3.4 Chancen-Risikobewertung
4.3.5 Chancen-Risikosteuerung
4.3.6 Die Chancen-Risikoüberwachung
4.3.7 Kommunikation und Dokumentation
4.3.8 Chancen-Risikokultur
5 Anforderungen an ein Risikomanagementsystem nach KonTraG
5.1 Frühaufklärungssysteme
5.2 Controlling
5.3 Internes Überwachungssystem
5.3.1 Interne Revision
5.3.2 Internes Kontrollsystem
6 Schlussbetrachtung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein ganzheitliches Risikomanagementsystem zu entwickeln, das sowohl den betriebswirtschaftlichen Anforderungen an ein effizientes Risikomanagement gerecht wird als auch die gesetzlichen Pflichten des KonTraG erfüllt. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie Unternehmen Risiken frühzeitig identifizieren, bewerten und steuern können, um ihren Fortbestand zu sichern und gleichzeitig Chancen wahrzunehmen.
2.1.1 Die informatorische Komponente
Kennzeichen der informatorischen ursachenbezogenen Komponente ist eine Entscheidungssituation. Diese besteht aus einer Ergebnismatrix mit einer begrenzten Anzahl bekannter Handlungsalternativen und entscheidungsunabhängiger Umweltzuständen. Als Kombination zwischen den Alternativen und dem jeweils bei einer Entscheidung eintretenden Zustand resultieren die Ergebnisse (Konsequenzen). Bei mehreren möglichen Umweltzuständen ist aber nicht bekannt, welcher eintreten wird. Darum wird der mögliche Eintritt durch Eintrittswahrscheinlichkeiten bestimmt.
Tritt ein Ereignis mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 ein, so spricht man von einer Entscheidung unter Sicherheit. Diese Situation ist aber kaum real, denn es gibt nur einen möglichen Umweltzustand. Von einer Entscheidung unter Risiko spricht man, wenn die für den Eintritt der Umweltzustände subjektiven oder objektiven Wahrscheinlichkeiten angegeben werden können. Können dagegen keine Wahrscheinlichkeiten für deren Eintritt angegeben werden, so liegt eine Unsicherheit vor. Die Terminologie ist aber nicht einheitlich geregelt. So spricht man auch von Entscheidungen unter Risiko und Ungewissheit als Bestandteile der Unsicherheit. Ebenso gibt es auch die Ungewissheit als Oberbegriff von Risiko und Unsicherheit. Weiterhin findet man die Unsicherheit i.w.S., bestehend aus Risiko und Unsicherheit i.e.S., bzw. die Ungewissheit i. e. S. und das Risiko als Bestandteile der Ungewissheit i. w. S. Zusätzlich muss noch bedacht werden, dass die der Entscheidung zugrunde liegenden Informationen sind eine Zufallsmenge und mit Unsicherheit behaftet. Diese Unsicherheit muss minimiert werden, um die Unsicherheit nicht noch zu verstärken.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Risikowahrnehmung ein und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Grundlagen: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Risikobegriffs, verschiedene Risikoarten und die historische Entwicklung von Risikomanagementsystemen dargelegt.
3 Das KonTraG: Dieses Kapitel analysiert detailliert die gesetzlichen Regelungen des KonTraG, insbesondere die Pflichten von Vorstand, Abschlussprüfer und Aufsichtsrat.
4 Das Risikomanagementsystem: Der Schwerpunkt liegt hier auf der praktischen Ausgestaltung eines umfassenden Risikomanagements, inklusive der organisatorischen Verankerung und des Risikomanagementprozesses.
5 Anforderungen an ein Risikomanagementsystem nach KonTraG: Dieses Kapitel befasst sich mit den spezifischen Instrumenten der Frühaufklärung, des Controllings und des internen Überwachungssystems unter der Perspektive des Gesetzes.
6 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftigen Anforderungen an ein systematisches Risikomanagement.
Risikomanagement, KonTraG, Risikowahrnehmung, Risikomanagementprozess, Früherkennungssystem, Risikopolitik, Unternehmensfortbestand, Risikocontrolling, Internes Überwachungssystem, Corporate Governance, Abschlussprüfer, Aufsichtsrat, Risikoportfolio, Risikoidentifikation, Risikobewertung.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung eines Risikomanagementsystems für Unternehmen, wobei der Fokus auf den gesetzlichen Anforderungen durch das KonTraG und einer effektiven betriebswirtschaftlichen Umsetzung liegt.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Risikobegriffs, die rechtliche Analyse des KonTraG, die Gestaltung eines integrierten Risikomanagementprozesses sowie die Aufgaben der internen Überwachungsorgane.
Das primäre Ziel ist es, ein Risikomanagementsystem aufzuzeigen, das gesetzliche Vorgaben (KonTraG) erfüllt und gleichzeitig als Führungsinstrument zur Steigerung des Unternehmenswerts dient.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und der Auswertung zahlreicher Fachpublikationen und relevanter Gesetzestexte, um den Stand der Diskussion und verschiedene Lösungsansätze zu systematisieren.
Im Hauptteil werden sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen des KonTraG als auch der betriebswirtschaftliche Aufbau eines umfassenden Risikomanagements, einschließlich Prozessphasen wie Identifikation, Bewertung und Steuerung, ausführlich analysiert.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Risikomanagement, KonTraG, Früherkennungssysteme, Risikopolitik, Interne Revision und Corporate Governance geprägt.
Das KonTraG definiert Risiko im Sinne von „bestandsgefährdenden Entwicklungen“. Es geht weniger um eine statistische Verlustgefahr als vielmehr um Ereignisse, die den Fortbestand des Unternehmens (Going Concern) gefährden können.
Der Abschlussprüfer hat bei börsennotierten Aktiengesellschaften die Pflicht, das Risikofrüherkennungssystem des Unternehmens zu prüfen und dem Aufsichtsrat über die Ergebnisse der Prüfung im Prüfungsbericht zu berichten.
Das Risikomanagement im engeren Sinne konzentriert sich primär auf die Abwehr von Schadensgefahren und den Schutz vor Verlusten, während das Risikomanagement im weiteren Sinne zusätzlich Chancen identifiziert und in die unternehmerische Planung integriert.
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