Bachelorarbeit, 2008
75 Seiten, Note: 2.25
1 Einleitung
2 Arbeits-Hypothese
3 Auseinandersetzung
3.1 Weshalb ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema wichtig?
3.2 Wie wurde untersucht?
3.2.1 Methodik
4 Bedeutung von Informationstechnologie
4.1 für die Schweiz
4.2 für Entwicklungsländer in Afrika
4.3 Verhältnis Internetbenutzer zur Bevölkerung
5 Schweizer IT-Projekte in Entwicklungsländern Afrikas
5.1 Projekte verschiedener schweizer Institutionen/Hilfswerke
6 Das Internet in Afrika
6.1 aus politischer Sicht
6.2 aus afrikanischer Sicht
7 Bedarfsfrage (IT in den Entwicklungsländern Afrikas)
8 Transportfrage
9 Energieversorgung
10 Verfügbarkeit von Daten
11 OLPC - der 100$-Laptop
12 ClassmatePC
13 Vergleich des OLPC mit dem ClassmatePC
14 Ausrangierte PC’s der Schweiz als Alternative zu OLPC/ClassmatePC
14.1 Verfügbarkeit
14.2 Verwendbarkeit
14.3 Im Vergleich mit dem OLPC-Laptop und dem ClassmatePC
14.3.1 Material
14.3.2 Energie
14.3.3 Kosten
14.3.4 Entsorgung nach Gebrauch
15 Ergebnisse der Untersuchung
16 Résumé
Die Arbeit untersucht kritisch die Sinnhaftigkeit spezialisierter IT-Projekte für Entwicklungsländer, wie den OLPC-Laptop, und vergleicht diese mit dem Einsatz ausrangierter, voll funktionsfähiger Hardware aus der Schweiz, um der Forschungsfrage nachzugehen, ob Afrika primär spezielle Billig-Computer benötigt oder ob eine nachhaltige alternative IT-Versorgung vorzuziehen ist.
1. Einleitung
Alle sieben Sekunden stirbt ein Kind unter zehn Jahren an Hunger. Weit über 800 Millionen Menschen sind dauernd schwer unterernährt. Zwischen der Sahara und Südafrika leben fast 200 Millionen Menschen ohne ausreichende Nahrung, etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung Afrikas. Im letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts (1990 – 2000) ist die Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen um rund 100 Millionen gestiegen (Ziegler 2003, p. 60).
Gleichzeitig wächst der Welthandel mit beeindruckender Geschwindigkeit. In weniger als zehn Jahren hat sich das Welthandelsvolumen verdreifacht (Ziegler 2003, p. 12). Das grösste Handelsvolumen erzielt neben Brennstoffen der Informations- und Kommunikationssektor (Ziegler 2003, p. 65).
Das Vermögen der 15 reichsten Menschen der Erde übertrifft das Brutto-Inlandprodukt sämtlicher afrikanischer Staaten zwischen der Sahara und Südafrika (Ziegler 2003, p. 60). Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer – eine Binsenwahrheit.
Obwohl sich die Verbreitung des Internets in allen Schichten und in sämtlichen Gebieten des täglichen Lebens ständig erhöht, ist die Nutzung des Internets nach wie vor in erster Linie den so oder so bereits Privilegierten vorbehalten (Kim 2003, p. 228).
1 Einleitung: Beleuchtet das existenzielle Gefälle zwischen den industrialisierten Nationen und den afrikanischen Entwicklungsländern unter besonderer Berücksichtigung der ungleichen Verteilung von Wohlstand und IT-Zugang.
2 Arbeits-Hypothese: Stellt die These auf, dass die Produktion neuer Billig-Computer für Afrika wenig sinnvoll ist, solange voll funktionsfähige Gebrauchtgeräte aus der Schweiz dort zum Nulltarif bereitgestellt werden könnten.
3 Auseinandersetzung: Erläutert die Relevanz des Themas und beschreibt die methodische Vorgehensweise, bestehend aus Literaturanalyse, Experteninterviews und Daten aus Hilfsprojekten.
4 Bedeutung von Informationstechnologie: Analysiert den Stellenwert der IT in der Schweiz sowie ihre komplexe Rolle und die infrastrukturellen Hürden in afrikanischen Ländern.
5 Schweizer IT-Projekte in Entwicklungsländern Afrikas: Dokumentiert die geringe Priorität, die viele Schweizer Hilfswerke der IT-Förderung beimessen, und stellt einzelne Projektinitiativen vor.
6 Das Internet in Afrika: Untersucht die Diskrepanz zwischen der politischen Vision einer Informationsgesellschaft und der komplexen sozialen und afrikanischen Realität.
7 Bedarfsfrage (IT in den Entwicklungsländern Afrikas): Hinterfragt, ob der Bedarf an IT in Afrika tatsächlich durch "technologische Entwicklungshilfe" gedeckt werden muss oder ob Bildungsgrundlagen vorrangig sind.
8 Transportfrage: Thematisiert die logistischen Herausforderungen und Kosten, die mit dem Versand gebrauchter Computer nach Afrika verbunden sind.
9 Energieversorgung: Diskutiert die energetischen Probleme vor Ort und die Unzulänglichkeit westlicher Computerlösungen für Regionen mit instabilen oder fehlenden Stromnetzen.
10 Verfügbarkeit von Daten: Beschreibt die frustrierende Internetrealität in vielen afrikanischen Gebieten, geprägt von geringer Bandbreite und hohen Verbindungskosten.
11 OLPC - der 100$-Laptop: Analysiert das "One Laptop Per Child"-Konzept auf seine technologische Tauglichkeit und kindgerechte Umsetzung.
12 ClassmatePC: Betrachtet die INTEL-Alternative, deren Design und Softwareumgebung im Vergleich zum OLPC bewertet werden.
13 Vergleich des OLPC mit dem ClassmatePC: Zieht ein kritisches Fazit zur technischen Leistungsfähigkeit, Akkukapazität und Bedienbarkeit beider Modelle im direkten Praxistest.
14 Ausrangierte PC’s der Schweiz als Alternative zu OLPC/ClassmatePC: Untersucht die Machbarkeit einer Strategie, bei der hochwertige Gebraucht-Hardware aus der Schweiz zur IT-Versorgung genutzt wird.
15 Ergebnisse der Untersuchung: Fasst zusammen, dass die untersuchten Billig-Laptops oft hinter den Erwartungen zurückbleiben und eine nachhaltige IT-Versorgung noch nicht realisiert wurde.
16 Résumé: Zieht das Fazit, dass Afrika nicht mit kurzfristigen Computer-Spenden, sondern mit einer langfristig durchdachten Entwicklung geholfen werden sollte, gemäß der Aussage: "Africa is not yet ready".
Informationstechnologie, Entwicklungsländer, Afrika, OLPC, ClassmatePC, Computer-Spenden, digitale Kluft, IT-Infrastruktur, Elektroschrott, nachhaltige Entwicklung, Bildungsförderung, Schweiz, Technologietransfer, Internetzugang, Entwicklungshilfe.
Die Bachelor-Arbeit untersucht kritisch die Sinnhaftigkeit von spezialisierten IT-Projekten für Entwicklungsländer, insbesondere Afrika, und stellt diese gegen die Nutzung gebrauchter IT-Hardware aus Industriestaaten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Verfügbarkeit von IKT, der Infrastrukturproblematik, ökologischen Fragen der Entsorgung, der technischen Evaluation von Laptops wie dem OLPC und dem ClassmatePC sowie der Rolle von Hilfsorganisationen.
Es soll geklärt werden, ob die Produktion spezieller Billig-Computer für den Export nach Afrika zielführend ist oder ob die Verwendung bereits existierender, ausrangierter PC-Hardware aus der Schweiz eine bessere Alternative darstellt.
Der Autor nutzte einen Mix aus Literaturrecherche, quantitativen Fragebögen an Hilfswerke sowie qualitative Experteninterviews und direkte Praxistests der genannten Computer-Modelle.
Der Hauptteil analysiert detailliert die technologische Relevanz, die energetischen und infrastrukturellen Anforderungen in Afrika, die Eignung spezieller Bildungs-Laptops sowie die logistischen Aspekte gebrauchter IT.
Die wichtigsten Begriffe sind Informationstechnologie, digitale Kluft, nachhaltige Entwicklung, OLPC, ClassmatePC, technologische Entwicklungshilfe und Elektroschrott-Problematik.
Der Autor bemängelt die instabile Software, die unzureichende Ausreifung der Gerätekonzepte und ihre mangelnde Anpassung an die spezifischen Umweltbedingungen (Staub, fehlende Stromnetze) in afrikanischen Einsatzgebieten.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Afrika aktuell nicht von der einseitigen Zufuhr westlicher Technik profitiert, da grundlegende infrastrukturelle Voraussetzungen fehlen und Projekte oft an der Realität vor Ort vorbeigehen.
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