Bachelorarbeit, 2008
96 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung und Zielstellung der Arbeit
2 Historische Betrachtung
2.1 Gerechtigkeit
2.2 Gedanke der Grundsicherung (Antike bis Renaissance)
2.3 Vorläufer des Grundeinkommens
2.3.1 Thomas Morus
2.3.2 Juan Luis Vives
2.3.3 Marquis de Condorcet
2.4 Vordenker des Grundeinkommens
2.4.1 Thomas Paine
2.4.2 Thomas Spence
2.4.3 Charles Fourier
2.4.4 Joseph Charlier
2.4.5 John Stuart Mill
2.5 Ansätze im 20. Jahrhundert
2.6 Kritische Würdigung der ersten Denker
3 Neue Ideen staatlicher Grundsicherung
3.1 Bedingungsloses Grundeinkommen
3.2 Negative Einkommensteuer
3.3 Solidarisches Bürgergeld
3.4 Lohnauffüllung / Kombilohn
3.5 Participation Income
3.6 Zusammenfassung
4 Umsetzungen eines Grundeinkommens
4.1 Alaska
4.2 Brasilien
4.3 Aktuelle Diskussion in der Europapolitik
5 Modell
6 Kritische Würdigung
6.1 Das Grundeinkommen als Armenhilfe
6.2 Bedeutung für das Steuersystem
6.3 Einfluss auf die Bildung
6.4 Veränderung des Arbeitslebens
6.5 Einfluss auf die freie Entfaltung
6.6 Politische Umsetzbarkeit
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den historischen Hintergrund des bedingungslosen Grundeinkommens zu beleuchten, verschiedene Modelle zu analysieren und deren ökonomische Auswirkungen sowie Umsetzungsmöglichkeiten kritisch zu bewerten.
2.1 Gerechtigkeit
Gerechtigkeit ist, so der erste Gedanke, der ehrliche Ausgleich von Interessen. Diese Interessen können sowohl in physischer als auch in nicht fassbarer Form vorliegen. Die physische Form ist beispielsweise der Austausch zweier Güter. So erscheint es auf den ersten Blick gerecht, einen Apfel mit einer Birne zu tauschen, wohl aber ungerecht einen Apfel gegen eine Schaufel. Natürlich spielt neben der Bewertung auch die Präferenzen der Individuen bezüglich der einzelnen Güter eine große Rolle. Die nicht fassbare Form beinhaltet das ehrbare Handeln (z.B. soziale Gerechtigkeit) aber auch Objektivität (z.B. juristische Gerechtigkeit). Schon in der Renaissance war es für Kaufleute wichtig ehrlich zu sein - die Vertragstreue war die bedeutendste Tugend.
In der gegenwärtigen Gesellschaft ist Gerechtigkeit unverzichtbar. Sie ist so wichtig, dass sie den Bürgern der Bundesrepublik Deutschland als Grundrecht eingeräumt wird. Damit werden alle in Deutschland lebenden Menschen als angesehen und so willkürliches Handeln bzw. Diskriminierung rechtlich ausgeschlossen. Nicht zuletzt dieser Aspekt ist die Grundlage für eine solide und erfolgreiche Wirtschaftsordnung in entwickelten Staaten. Gerechtigkeit bedeutet allerdings auch die Beseitigung der traditionellen Vorrechte. Ein jeder Mensch muss die gleichen Möglichkeiten eingeräumt bekommen, sein Leben zu gestalten. Diese im 21. Jahrhundert selbstverständlichen Rechte mussten jedoch in der Vergangenheit erkämpft werden, wie der nachfolgende Abschnitt aufzeigen soll.
1 Einführung und Zielstellung der Arbeit: Diese Einführung erläutert die Relevanz des Grundeinkommens angesichts steigender Arbeitslosigkeit und Ungleichheit und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2 Historische Betrachtung: In diesem Kapitel werden die philosophischen Wurzeln des Gerechtigkeitsbegriffs sowie frühe Denker und Vorläufer eines Grundeinkommenskonzepts von der Antike bis zum 20. Jahrhundert analysiert.
3 Neue Ideen staatlicher Grundsicherung: Hier werden moderne Ansätze wie das bedingungslose Grundeinkommen, die negative Einkommensteuer, das solidarische Bürgergeld, der Kombilohn und das Participation Income vorgestellt.
4 Umsetzungen eines Grundeinkommens: Dieses Kapitel widmet sich der praktischen Implementierung des Grundeinkommens, unter anderem am Beispiel von Alaska und Brasilien, sowie der aktuellen Europapolitik.
5 Modell: Dieser Teil enthält eine mathematische ökonomische Analyse, in der mittels eines RBC-Modells das optimale Grundeinkommen und der Steuersatz in einer Volkswirtschaft hergeleitet werden.
6 Kritische Würdigung: Hier erfolgt eine ausführliche Diskussion der Auswirkungen eines Grundeinkommens auf Armutsbekämpfung, Steuersystem, Bildung, Arbeitswelt und gesellschaftliche Teilhabe.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die ökonomische und politische Machbarkeit sowie die gesellschaftlichen Konsequenzen eines Grundeinkommens.
Grundeinkommen, Bedingungsloses Grundeinkommen, Soziale Sicherung, Einkommensteuer, Gerechtigkeit, Arbeitsangebot, Konsum, Solidarisches Bürgergeld, Negative Einkommensteuer, Umverteilung, Sozialstaat, Wirtschaftsordnung, Wohlfahrt, Armutsbekämpfung, Finanzierung
Die Arbeit analysiert das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens aus historischer, theoretischer und ökonomischer Perspektive, um dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft zu evaluieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Gerechtigkeitsgedankens, dem Vergleich verschiedener aktueller Grundsicherungsmodelle und einer ökonomischen Modellierung ihrer Wirkungen.
Das Ziel ist es, den historischen Kontext des Grundeinkommens aufzuzeigen, verschiedene Modelle systematisch zu vergleichen und mittels einer Modellrechnung die ökonomische Optimalität zu untersuchen.
Die Arbeit kombiniert eine deskriptive historische Analyse mit einer formalen ökonomischen Modellierung (RBC-Modell) zur Herleitung optimaler fiskalpolitischer Parameter.
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Ansätze von Vordenkern als auch moderne Transfermodelle diskutiert und deren Auswirkungen auf Konsum, Arbeit und Steuersystem analysiert.
Zentrale Begriffe sind Grundeinkommen, Bedingungslosigkeit, Soziale Sicherung, Negative Einkommensteuer, Solidarisches Bürgergeld, ökonomische Modellierung und Umverteilung.
Das solidarische Bürgergeld ähnelt eher dem Modell der negativen Einkommensteuer, da es an spezifische Rahmenbedingungen und ein bestimmtes System der Finanzierung durch Steuern gekoppelt ist.
Die Variable χ repräsentiert die Präferenzen der Konsumenten bezüglich der Arbeitszeit gegenüber der Freizeit und beeinflusst maßgeblich das optimale Arbeitsangebot im Modell.
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