Bachelorarbeit, 2022
80 Seiten, Note: 1,0
1 Die Entwicklung des Umgangs mit Menschen mit Behinderung innerhalb der deutschen Gesellschaftsordnung
1.1 Der Nationalsozialismus und die Perspektive der Eugenik
1.2 Die Entwicklung der Interessenvertretungen nach dem Zweiten Weltkrieg
2 Die Disability Studies – Ein Perspektivenwechsel auf Behinderung innerhalb Deutschlands?
2.1 Die Wissenschaft der Disability Studies und die Behindertenbewegungen
2.2 Die Etablierung der Disability Studies innerhalb Deutschlands
2.3 Die Macht der Normen und die Disability Studies – mit Ansätzen Foucaults
2.4 Das individuelle Modell von Behinderung und die Kritik der Disability Studies an diesem traditionellen Denkmuster
2.5 Das soziale Modell von Behinderung und dessen veränderte Denkweise
2.6 Die kritische Reflexion des sozialen Modells von Behinderung
2.7 Das kulturelle Modell von Behinderung und dessen vertieftes Verständnis
2.8 Die Disability Studies, das kulturelle Modell von Behinderung und deren kritische Reflexion der traditionellen Wissenschaftsansätze
2.9 Der Prozess der Kategorisierung und Differenzierung
2.10 Die Disability Studies und deren multidimensionale Perspektive
3 Das Potenzial der Disability Studies für die Transformation der deutschen Gesellschaftsordnung im Sinne des Paradigmas der Inklusion
3.1 Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK)
3.2 Die Bundesrepublik Deutschland und deren Verpflichtungen als Teil der ratifizierenden Vertragsstaaten der UN-BRK
3.3 Die UN-BRK und das Paradigma der Inklusion innerhalb Deutschlands
3.4 Das Paradigma eines inklusiven Deutschlands und die Disability Studies
3.4.1 Die Disability Studies und deren Verständnis von Behinderung
3.4.2 Die Disability Studies und deren Forschungsparadigma
4 Abschluss der Arbeit
4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse und Beantwortung der Fragestellung
4.2 Das sozialarbeiterische Handlungsfeld der deutschen Behindertenhilfe
4.3 Ausblick – Das Paradigma einer inklusiven Gesellschaft
4.3.1 Das Stigma der Behinderung
4.3.2 Die Utopie einer guten Gesellschaft
4.3.3 Abschlusszitat
Die Arbeit untersucht das Potenzial der Disability Studies für eine inklusive Transformation der deutschen Gesellschaftsordnung. Dabei wird hinterfragt, ob dieser Forschungsansatz neue Erkenntnisse liefert, die eine gleichberechtigte Partizipation von Menschen mit Behinderung ermöglichen und kontrastierend zum historischen NS-Umgang stehen.
2.4 Das individuelle Modell von Behinderung und die Kritik der Disability Studies an diesem traditionellen Denkmuster
„Im Oktober 2006 erschien in der amerikanischen Fachzeitschrift „Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine“ eine Fallbeschreibung, die von Hormontherapie, Gebärmutter- und Brustdrüsenentfernung an einem Kind berichtete, das mit einer schweren Mehrfachbehinderung geboren wurde und zu Hause lebt“ (Waldschmidt 2007b, S. 119).
Diese Form einer medizinischen Intervention an einem sechs Jahre alten Kind wurde aufgrund des Willens der Eltern durchgeführt und war mit der Intention verbunden „das Wachstum und die sexuelle Entwicklung ihrer Tochter“ in seinem derzeitigen Entwicklungsstadium zu beenden, „weil sie auch in Zukunft für sie sorgen wollten und befürchteten, dass ein zu großes Körpergewicht ihre eigenen Kräfte überfordern würde“ (Waldschmidt 2007b, S. 119). Diesem medizinischen Eingriff wurde seine Legitimität durch eine in der dortigen geographischen Region etablierten Institution, in Form der „Ethikkommission der University of Washington in Seattle, USA“, zugesprochen, und zwar mit der Begründung, dass diese „klinische Intervention eine spätere Heimeinweisung verhindern, die Unterbringung in der Familie gewährleisten und somit den Interessen des Kindes dienen würde“ (ebd.).
1 Die Entwicklung des Umgangs mit Menschen mit Behinderung innerhalb der deutschen Gesellschaftsordnung: Das Kapitel beleuchtet historische Exklusionsprozesse, insbesondere die NS-Eugenik, und stellt sie der Entstehung erster Behindertenbewegungen gegenüber.
2 Die Disability Studies – Ein Perspektivenwechsel auf Behinderung innerhalb Deutschlands?: Dieses Kapitel führt die Disability Studies als kritische Wissenschaft ein und diskutiert verschiedene Behinderungsmodelle im Kontext von Machtstrukturen und Kategorisierungsprozessen.
3 Das Potenzial der Disability Studies für die Transformation der deutschen Gesellschaftsordnung im Sinne des Paradigmas der Inklusion: Hier wird untersucht, wie die Disziplin auf Basis der UN-BRK und aktueller Gesetzgebung wie dem BTHG zur gesellschaftlichen Inklusion beitragen kann.
4 Abschluss der Arbeit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert das Handlungsfeld der Sozialen Arbeit und entwirft ein Zukunftsbild der Inklusion sowie die Utopie einer guten Gesellschaft.
Disability Studies, Behinderung, Inklusion, Behindertenhilfe, UN-BRK, Eugenik, Soziale Arbeit, Partizipation, Stigma, Kategorisierung, Normalität, Sozialdarwinismus, Empowerment, Barrierefreiheit, Menschenrechte.
Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche Konstruktion von Behinderung und das transformatorische Potenzial der Disability Studies für die deutsche Gesellschaft im Sinne einer inklusiven Ordnung.
Historische Entwicklung des Umgangs mit Menschen mit Behinderung, theoretische Behindertenmodelle, Menschenrechtsperspektive, Inklusion als Paradigma und das sozialarbeiterische Handlungsfeld.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Disability Studies durch eine multidisziplinäre und kritische Perspektive helfen können, exkludierende Strukturen abzubauen und Partizipation zu fördern.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, ergänzt durch die methodischen Ansätze der Disability Studies, insbesondere mit Bezügen zu Foucaults Diskursanalyse.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Etablierung der Disability Studies, der Kritik an herkömmlichen Behinderungsmodellen (individuell vs. sozial vs. kulturell) und der Umsetzung der UN-BRK.
Dazu zählen Inklusion, Disability Studies, soziale Barrieren, Stigmatisierung, Teilhabe und das individuelle bzw. soziale Modell von Behinderung.
Während das individuelle Modell Behinderung als defizitäres persönliches Problem definiert, versteht das soziale Modell Behinderung als ein durch gesellschaftliche Barrieren produziertes Phänomen.
Es postuliert, dass Menschen mit Behinderung als Experten in eigener Sache aktiv und gleichberechtigt in Forschungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen werden müssen.
Sie dient als rechtlicher und politischer Ankerpunkt, um die deutsche Behindertenhilfe von einem traditionellen Fürsorgegedanken hin zu einem emanzipatorischen, inklusiven Verständnis zu transformieren.
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