Bachelorarbeit, 2022
52 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen der Lebensversicherungsnachfrage und des Faktors Kultur
2.1. Die Lebensversicherungsnachfrage
2.2. Grundlegende Geschichte des Konzeptes Kultur
2.3. Dimensionalistische Herangehensweisen
2.3.1. Einführung in Hofstedes Kulturdefinition
2.3.2. Die Kulturdimensionen Hofstedes im Detail
2.4. Bisherige Ergebnisse zum Einfluss von kulturellen Faktoren auf den Lebensversicherungsbedarf
2.4.1. Zwischenfazit über den Einfluss dimensionalistischen Kulturdeterminanten auf den Lebensversicherungsbedarf
2.4.2. Alternative Definitionen dimensionalistischer Kulturdeterminanten
2.5. Ausgewählte, nicht-dimensionalistische Faktoren
3. Die Lebensversicherungsmärkte und ihre kulturellen Determinanten im Vergleich
3.1. Methodik & Auswahl der untersuchten Länder
3.2. Einführung in den deutschen Lebensversicherungsmarkt
3.3. Einführung in den chinesischen Lebensversicherungsmarkt
4. Vergleich des Einflusses kultureller Determinanten auf den Lebensversicherungsbedarf
4.1. Vergleich der dimensionalistischen Kulturdeterminanten in den Lebensversicherungsmärkten
4.2. Zwischenfazit zum Einfluss der dimensionalistischen Kulturdimensionen.
4.3. Vergleich der nicht-dimensionalistische Kulturdeterminanten in den Lebensversicherungsmärkten
4.4. Zwischenfazit der nicht-dimensionalistischen Kulturdeterminanten
5. Fazit & Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht unter Zuhilfenahme der theoretischen und empirischen Literatur die Frage, inwiefern der Faktor „Kultur“ Einfluss auf den Lebensversicherungsbedarf eines Landes hat. Zudem wird der Einfluss der dabei identifizierten Determinanten auf den Lebensversicherungsbedarf in den Märkten Deutschland und China betrachtet.
2.1. Die Lebensversicherungsnachfrage
Wie zuvor erwähnt, bietet die Lebensversicherung ihren Konsumenten mehrere Funktionen, wodurch sich Lebensversicherungsprodukte weltweit in drei allgemeine Kategorien einteilen lassen können. Auf der einen Seite finden sich Versicherungen, die nur einen Todesfallschutz bieten, auf der anderen Seite Produkte, die hauptsächlich als Sparprodukt ausgelegt sind. Weiterhin existieren Produkte, die beide Komponente miteinander verbinden.
Wie OUTREVILLE in seiner Untersuchung zahlreicher Forschungsarbeiten feststellt, gehen fast alle theoretischen und empirischen Arbeiten über die Nachfrage nach Lebensversicherungen vom Modell von Yaarii und Hakansson aus. Die Nachfrage nach Versicherungen wird hierbei im Rahmen des Lebenszeitallokationsprozesses der Verbraucher betrachtet. In dem Modell maximiert der Verbraucher seinen Lebenszeitnutzenfunktion. Wichtige Variablen der Versicherungsnachfrage sind das Vermögen, das erwartete Einkommen, die erwartete Rendite für alternative Investitionsalternativen und der subjektive Diskontierungsfunktionen zur Bewertung dieser Entscheidungen.
LEWIS erweitert das Modell, indem er in die Nutzenfunktion des Versicherungsnehmenden auch die Präferenzen und Lebenszeitnutzen der Begünstigten seiner Lebensversicherung integriert und maximiert. Dazu gehören sein Partner und seine Nachkommen. Wie OUTREVILLE herausfindet, wird angenommen dass das Ausmaß der Risikoaversion einen Einfluss auf diese Diskontierungsfaktoren hat und es wird die Hypothese aufgestellt, dass die Risikoaversion positiv mit dem Versicherungskonsum in einer Nation korreliert.
1. Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Problemstellung, erläutert die Relevanz der Untersuchung des kulturellen Einflusses auf den Lebensversicherungsbedarf und gibt einen Überblick über den Aufbau der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen der Lebensversicherungsnachfrage und des Faktors Kultur: Das Kapitel legt die theoretischen Fundamente der Versicherungsnachfrage dar und führt die dimensionalistischen Ansätze nach Hofstede sowie ergänzende kulturelle Determinanten ein.
3. Die Lebensversicherungsmärkte und ihre kulturellen Determinanten im Vergleich: Hier wird die methodische Herangehensweise erläutert und eine Einführung in die historische Entwicklung der Märkte in China und Deutschland gegeben.
4. Vergleich des Einflusses kultureller Determinanten auf den Lebensversicherungsbedarf: In diesem zentralen Teil werden die kulturellen Faktoren der beiden Märkte gegenübergestellt und ihr Einfluss auf die Nachfrage analysiert.
5. Fazit & Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, kritisiert die statische Natur der verwendeten Modelle und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsrichtungen.
Lebensversicherungsbedarf, Kultur, Hofstede, Deutschland, China, Machtdistanz, Individualismus, Ungewissheitsvermeidung, Maskulinität, Langzeitorientierung, Sparquote, Bildungsgrad, Urbanisierung, Religion, Lebensversicherungsmarkte
Die Arbeit untersucht den Einfluss kultureller Faktoren auf den Lebensversicherungsbedarf und vergleicht dabei die Märkte von China und Deutschland.
Die zentralen Themen umfassen die ökonomische Theorie der Versicherungsnachfrage, die kulturelle Prägung durch Hofstedes Dimensionen sowie sozioökonomische Faktoren wie Bildung und Sparverhalten.
Das primäre Ziel ist es, inwiefern der Faktor „Kultur“ den Lebensversicherungsbedarf beeinflusst und wie sich dies in einem Vergleich zwischen China und Deutschland darstellt.
Die Arbeit nutzt eine theoretische und empirische Literaturanalyse sowie einen qualitativen Vergleich anhand von Kennzahlen wie der Versicherungsdichte und -durchdringung.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung der Versicherungsnachfrage, der Erläuterung kultureller Dimensionen und dem detaillierten Vergleich der beiden Märkte.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Lebensversicherungsbedarf, Kulturdimensionen, Machtdistanz, Individualismus, China, Deutschland und regulatorische sowie sozioökonomische Einflussfaktoren.
Die Religion wird als nicht-dimensionaler Faktor betrachtet, da sie kulturelle Einstellungen zu Tod, Vorsorge und Risiko maßgeblich beeinflusst.
China weist eine hohe Machtdistanz auf (80), während Deutschland eine im Vergleich deutlich geringere Ausprägung (35) zeigt.
Das hohe Sparverhalten in China führt dazu, dass Ersparnisse häufig als direktes Mittel der Absicherung genutzt werden, anstatt Lebensversicherungsprodukte in gleichem Maße wie in Deutschland abzuschließen.
Die Dimensionen sind statisch und bilden nur nationale Durchschnitte ab, was die Erfassung dynamischer Veränderungen und regionaler Unterschiede erschwert.
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