Diplomarbeit, 2007
83 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Problemstellung
1.2 Gang der Arbeit
2 Grundlagen des Ratings
2.1 Begriffsabgrenzung
2.2 Ratingarten
2.3 Der Ratingprozess
2.4 Die Ratingindustrie
2.4.1 Charakteristika des Ratingmarktes
2.4.2 Bedeutung und Macht von Ratingagenturen
2.4.3 Funktionen von Ratingagenturen und ihren Ratings
2.4.3.1 Nutzenaspekte des Ratings aus Anlegersicht
2.4.3.2 Nutzenaspekte des Ratings aus Emittentensicht
2.4.3.3 Nutzen des Ratings für andere Marktakteure
3 Ratingagenturen zur Lösung des Principal-Agent-Problems auf dem Kapitalmarkt
3.1 Die einstufige Principal-Agent Beziehung auf dem Kapitalmarkt
3.1.1 Theoretische Grundlagen der Principal-Agent-Theorie
3.1.2 Die Principal-Agent-Beziehung als neoinstitutionalistische Finanzierungsbeziehung auf dem Kapitalmarkt
3.1.3. Charakteristika der Agency Beziehung zwischen Kapitalgeber und Kapitalnehmer
3.2 Zweistufige Principal-Agent-Theorie auf dem Kapitalmarkt
3.2.1 Reduzierung von Agency-Problemen durch das Rating
3.2.2 Zusätzliche Agency-Beziehungen durch Berücksichtigung von Ratingagenturen
3.2.2.1 Ratingagentur und Kapitalgeber
3.2.2.2 Ratingagentur und Kapitalnehmer
3.3 Versagenspotentiale auf dem Ratingmarkt
4 Volkswirtschaftliche Konsequenzen und Lösungsansätze eines möglichen Marktversagens
4.1 Volkswirtschaftliche Implikationen
4.2 Marktendogene Lösungsansätze
4.2.1 Freiwillige Selbstregulierung der Ratingagenturen
4.2.2 Kontrolle durch den Markt
4.3 Marktexogene Lösungsansätze
4.3.1 Gesetzliche Regulierung von Ratingagenturen
4.3.2 Der Anreizkontrakt als staatliches Regulierungsinstrument
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwieweit Ratingagenturen als Instrument zur Beseitigung von Principal-Agent-Problematiken auf dem Kapitalmarkt fungieren können und unter welchen Bedingungen dies gelingt oder scheitert.
2.4.1 Charakteristika des Ratingmarktes
Nach heutigen Schätzungen gibt es weltweit bis zu 150 RA. Dabei handelt es sich zum größten Teil um kleine und mittelgroße sowie spezialisierte Institutionen, die vor allem in den sogenannten emerging markets tätig sind. Dominiert wird der Ratingmarkt von den drei großen amerikanischen RA Moody’s Investor Service, Standard & Poor’s und Fitch Ratings. Zusammen verfügen diese drei Agenturen über einen Marktanteil von ca. 94 Prozent, 40 Prozent entfallen dabei auf Moody’s and S&P. Der Ratingmarkt zeichnet sich durch seine oligopolistische Marktstruktur aus; die wenigen großen Anbieter sehen sich einer relativ schwachen Konkurrenz vieler kleiner RA gegenüber. Bei genauerer Betrachtung der Marktanteilsverhältnisse könnte man sogar mitunter von einem Duopol sprechen. Dementsprechend ist der Wettbewerb auf dem Ratingmarkt nicht sehr ausgeprägt.
Eine weitere Besonderheit auf dem Ratingmarkt stellt die Vergütungsstruktur für die Ratingdienstleistung dar. Bei Betrachtung der Entwicklung lassen sich zwei Zeiträume unterscheiden, zwischen denen ein Wandel in der Vergütung stattgefunden hat. Während bis zum Jahre 1970 die Einnahmen der RA hauptsächlich aus Publikationserlösen und Abonnementgebühren stammen, müssen seither hauptsächlich die Emittenten für das Rating zahlen. Es wird davon ausgegangen, dass ca. 80 % der Gesamteinnahmen einer RA auf die Emittentengebühren zurückzuführen sind. Ein Hauptgrund für diesen Wandel waren die Kreditausfälle von commercial papers der amerikanischen Eisenbahngesellschaft Penn Central im Jahre 1970. Durch diese Ausfälle rückten die Kreditrisiken wieder stärker in den Blickpunkt der Investoren. In der Folge schrumpfte der Markt für commercial paper. So kam es dazu, dass Emittenten sich aus freien Stücken raten ließen, wobei es ihnen in erster Linie darum ging, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Der Ausfall von Commercial Paper der Penn Central begünstigte somit den Aufstieg der RA.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Komplexität der Finanzmärkte und führt in die Fragestellung ein, ob Ratingagenturen zur Lösung von Principal-Agent-Problematiken beitragen können.
2 Grundlagen des Ratings: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Ratings, beschreibt den Ratingprozess und analysiert die Struktur der Ratingindustrie sowie die Bedeutung der Agenturen.
3 Ratingagenturen zur Lösung des Principal-Agent-Problems auf dem Kapitalmarkt: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Principal-Agent-Theorie auf das Verhältnis zwischen Kapitalgebern und Kapitalnehmern angewendet und die Rolle von Ratings als Lösungsmechanismus kritisch untersucht.
4 Volkswirtschaftliche Konsequenzen und Lösungsansätze eines möglichen Marktversagens: Das Kapitel analysiert die Auswirkungen bei Versagen von Ratingagenturen und diskutiert sowohl marktinterne als auch staatliche Lösungsansätze wie Regulierung oder Anreizverträge.
5 Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einer kritischen Einschätzung zur notwendigen Regulierung der Ratingbranche.
Ratingagenturen, Kapitalmarkt, Principal-Agent-Theorie, Finanzintermediäre, Informationsasymmetrie, Adverse Selection, Moral Hazard, Kreditrisiko, Marktversagen, Regulierung, Reputationsmechanismus, Credit Rating, Ratingprozess, Anreizverträge, Basel II.
Die Arbeit analysiert die Rolle von Ratingagenturen als Informationsintermediäre und untersucht, ob sie in der Lage sind, die auftretenden Principal-Agent-Probleme zwischen Kapitalgebern und Kapitalnehmern auf den Finanzmärkten zu verringern.
Zentrale Themen sind die Grundlagen des Ratings, die Agency-Theorie im Finanzierungskontext, die Analyse von Interessenkonflikten bei Ratingagenturen sowie volkswirtschaftliche Lösungsansätze für Marktversagen.
Die zentrale Frage lautet, inwieweit Ratingagenturen ein geeignetes Instrument zur Beseitigung von Principal-Agent-Problematiken auf dem Kapitalmarkt darstellen.
Die Arbeit nutzt die neoinstitutionalistische Finanzierungstheorie und den Agency-Ansatz, um ökonomische Austauschprozesse und die Rolle von Informationsintermediären systematisch zu analysieren.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der einstufigen und zweistufigen Principal-Agent-Theorie, den spezifischen Agency-Beziehungen zwischen Investoren, Emittenten und Ratingagenturen sowie potenziellen Marktversagensgründen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Informationsasymmetrie, Moral Hazard, Reputation, Marktregulierung und Rating-Prozess definieren.
Die Kritik basiert auf der oligopolistischen Marktstruktur, dem mangelnden Wettbewerb und der Tatsache, dass Ratings oft als regulatorische "Lizenz" dienen, ohne dass die Agenturen für Fehlurteile umfassend haften.
Unsolicited Ratings können als Druckmittel auf Unternehmen genutzt werden, um diese zu einer offiziellen Beauftragung und Zahlung von Gebühren zu bewegen, was zu erheblichen Interessenkonflikten führen kann.
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