Magisterarbeit, 2004
110 Seiten, Note: 1
I. Einleitung
1. Problemdarstellung
2. Relevanzreflexion
3. Vorgehensweise und Aufbau
II. Methodisches Vorgehen
1. Ziel und Hypothesen der Arbeit
2. Methode
3. Forschungslage
4. Quellenlage
III. Geschichte des Söldnertums
1. Söldnertum vor dem Entstehen des Nationalstaates
2. Söldnertum in der nationalstaatlichen Phase der Weltgeschichte
3. Erneute Privatisierung des Krieges
IV. Begriffsdiskussion
1. Zugangsweisen
2. Linguistische Betrachtung zum Phänomen des Söldners
3. Politischer Gebrauch des Begriffs Söldner
4. Definitionsbemühungen und Söldnertypologien
5. Begriffe des postmodernen Söldnertums
V. Söldnertum und Völkerrecht
1. Völkerrechtliche Stellung des Söldners
2. Private Militärfirmen im Lichte des Völkerrechts
3. Völkerrechtliche Begründung für die Strafbarkeit von Söldnern
VI. Söldnertum im polnischen Strafrecht
1. Zugangsweisen
2. Rechtsgeschichtliche Entwicklung
3. Straftaten gegen die Landesverteidigung
4. Militärdienst in fremden Streitkräften
5. Dienst in militärischen Söldnerorganisationen
6. Anwerben für den Militärdienst in fremden Streitkräften
7. Anwerben für den Dienst in militärischen Söldnerorganisationen
8. Private Militärunternehmen im Lichte des polnischen Strafrechts
9. Zusammenfassung
VII. Söldnertum im deutschen Strafrecht
1. Zugangsweisen
2. Rechtsgeschichtliche Entwicklung
3. Straftaten gegen die äußere Sicherheit und Landesverteidigung
4. Wehrdienst in fremden Streitkräften
5. Anwerben für fremden Wehrdienst
6. Menschenraub
7. Friedensgefährdende Beziehungen
8. Private Militärunternehmen im Lichte des deutschen Strafrechts
9. Zusammenfassung
VIII. Vergleichende Analyse
IX. Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht die Rolle des Söldners als Rechtsfigur im deutschen und polnischen Strafrecht. Ziel ist es, zu ermitteln, ob die existierenden strafrechtlichen Regelungen dem Phänomen des "postmodernen Söldnertums" in Form von privaten Militärunternehmen (PMCs) überhaupt gerecht werden oder ob sie aufgrund veralteter Rahmenbedingungen obsolet sind.
1. Söldnertum vor dem Entstehen des Nationalstaates
Die Privatisierung des Krieges ist kein neues Phänomen. Für Sold und Beute dienende Krieger haben eine lange Geschichte. Sie soll hier in groben Zügen nachgezeichnet werden. Das geschieht zu einem, um zu zeigen, dass die Stigmatisierung und Kriminalisierung des Söldnertums, um die es ja in dieser Arbeit geht, weltgeschichtlich betrachtet ein junges Phänomen ist. Zum anderen soll aufgezeigt werden, dass es zwischen den neuesten, postmodernen Tendenzen der Privatisierung von militärischer Gewalt und vormodernen historischen Entwicklungen Analogien gibt. Militärfachleute sprechen in diesem Zusammenhang denn auch von der Rückkehr des „Mittelalters in der Sicherheitspolitik“.
Stark vereinfacht können drei Phasen in der Geschichte des Söldnertums unterschieden werden: Das Söldnertum vor dem Entstehen des Nationalstaates, das Söldnertum in der nationalstaatlichen Phase der Weltgeschichte und das Söldnertum in der Phase des sich allmählich auflösenden staatlichen Gewaltmonopols und der erneuten Privatisierung des Krieges in der Gegenwart. Bei der Beschreibung der drei Phasen soll aufgezeigt werden, welche Parallelen es zwischen dem Söldnertum der ersten Phase und dem der derzeit anbrechenden dritten Phase gibt, in der von einem Wiedererwachen des Söldnertums gesprochen werden kann.
Ausländische Krieger wurden von fast allen Weltreichen des Altertums angeworben, wenn auch der Begriff „ausländisch“ im modernen Sinne nicht zutrifft. Gemeint sind damit eher landesfremde Kämpfer, die dem herrschenden Volk, Volksstamm oder der regierenden Dynastie entstammen. Assyrer, Hethiter, Perser oder die Chinesen verließen sich bei der Eroberung und Absicherung ihrer Reiche auf Söldner. Auch bei den Griechen, Karthagern und Römern nahm das Söldnerwesen erheblichen Umfang ein.
I. Einleitung: Definiert das Phänomen des postmodernen Söldnertums als neue sicherheitspolitische Herausforderung und steckt den Rahmen der rechtsvergleichenden Untersuchung ab.
II. Methodisches Vorgehen: Erläutert die Anwendung der Mikrovergleichung als Methode, um die Strafrechtssysteme Deutschlands und Polens hinsichtlich ihrer Tauglichkeit gegenüber modernen Söldnern zu untersuchen.
III. Geschichte des Söldnertums: Zeichnet die historische Entwicklung vom Altertum über das Mittelalter bis zur Gegenwart nach und identifiziert Parallelen zwischen der vormodernen und der heutigen Privatisierung von Gewalt.
IV. Begriffsdiskussion: Analysiert linguistische und politische Dimensionen des Söldnerbegriffs und entwickelt Kriterien zur Definition privater Militärunternehmen (PMCs).
V. Söldnertum und Völkerrecht: Untersucht die völkerrechtlichen Rahmenbedingungen und die Problematik, dass PMCs aufgrund ihrer Struktur oft nicht unter klassische Söldnerdefinitionen fallen.
VI. Söldnertum im polnischen Strafrecht: Analysiert die spezifischen Straftatbestände des polnischen Strafgesetzbuches und deren Anwendbarkeit auf moderne Söldner und PMCs.
VII. Söldnertum im deutschen Strafrecht: Untersucht die im deutschen Strafgesetzbuch und Wehrpflichtgesetz verstreuten Regelungen und deren historische Wurzeln.
VIII. Vergleichende Analyse: Stellt die deutsche und polnische Rechtslage gegenüber, arbeitet Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus und bewertet die Praktikabilität der Normen.
IX. Schlussbemerkungen: Fazitiert, dass die bestehenden Strafgesetze beider Länder veraltet sind und fordert neue rechtliche Rahmenbedingungen für private Militärunternehmen.
Söldner, privates Militärunternehmen, PMC, Strafrecht, Rechtsvergleich, Polen, Deutschland, Kriegsführung, Gewaltmonopol, Landesverteidigung, Völkerrecht, Privatisierung, Sicherheit, Söldnertum, neue Kriege.
Die Magisterarbeit untersucht, wie das deutsche und polnische Strafrecht mit dem Phänomen der "neuen", postmodernen Söldner umgehen, die als private Militärunternehmen (PMCs) organisiert sind.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung des Söldnerwesens, die völkerrechtliche Einordnung von privaten Militärunternehmen sowie eine detaillierte rechtsvergleichende Analyse der polnischen und deutschen Strafgesetzgebungen.
Das Ziel ist festzustellen, ob die aktuellen, teilweise veralteten strafrechtlichen Normen in Deutschland und Polen in der Lage sind, die Tätigkeiten von modernen privaten Militärunternehmen effektiv zu erfassen und zu sanktionieren.
Die Verfasserin nutzt die Methode der rechtsvergleichenden Mikrovergleichung, um konkrete Rechtsinstitute und -probleme des deutschen und polnischen Strafrechts im Kontext des Söldnertums gegenüberzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung, eine Begriffsdiskussion, die völkerrechtliche Einbettung sowie die spezifische Analyse der Straftatbestände im polnischen und deutschen Strafrecht, gefolgt von einem direkten Vergleich.
Die wichtigsten Begriffe sind Söldner, private Militärunternehmen (PMC), Strafrecht, Rechtsvergleich, Landesverteidigung, Privatisierung, Völkerrecht und Sicherheitspolitik.
Sie kommt zu dem Schluss, dass die bestehenden Regelungen weitgehend veraltet sind und die Realität der PMCs aufgrund von Definitionslücken und fehlender völkerrechtlicher Eindeutigkeit kaum oder nur sehr schwer erfassen können.
Ja, Polen hat spezifischere Tatbestände, die sich explizit mit "Söldnerorganisationen" befassen, während Deutschland das Thema stärker über allgemeine Normen der Landesverteidigung und friedensgefährdender Beziehungen regelt.
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