Diplomarbeit, 2008
78 Seiten, Note: 2,7
1. Kapitel Einleitung
2. Kapitel Einführung in die deutsche Erbschaftsteuer
2.1 Geschichte
2.2 Erbschaftsteuerarten
2.3 Grundzüge der Erbschaft- und Schenkungsteuer
2.4 Quantitative Wirkung
2.5 Erbschaftsteuer im internationalen Vergleich
2.6 Diskussion über die Erbschaftsteuer
3. Kapitel Erbschaftsteuerreform
3.1 Gründe
3.1.1 Urteil des Bundesverfassungsgerichts
3.1.1.1 Problematik und Urteil
3.1.1.2 Auswirkungen
3.1.2 Weitere Gründe
3.2 Ziele der Reform
3.3 Verlauf des Gesetzesvorhabens
3.4 Die Änderungen im Einzelnen
3.4.1 Allgemeine Änderungen
3.4.2 Bewertungen
3.4.3 Begünstigungen für Unternehmen
4. Kapitel Die optimale Erbschaftsteuer
4.1 Optimale Steuern
4.2 Effizienzargumente der Erbschaftsteuer
4.2.1 Allgemeine Betrachtung
4.2.2 Vererbungsmotive
4.3 Verteilungspolitische Sicht
4.3.1 Rechtfertigungen der deutschen Erbschaftsteuer
4.3.2 Wirkung von Freibeträgen und doppelter Progression
4.3.3 Entlastungen
4.4 Auswirkungen und Ineffizienzen
4.4.1 Wirkungsanalyse der aktuellen Erbschaftsteuer
4.4.2 Doppelbelastungen
4.4.3 Weitere Kosten
4.5 Zwischenfazit zur Effizienz- und Verteilungswirkung der Erbschaftsteuer in Deutschland
5. Kapitel Effizienz- und Verteilungswirkung der Reform
5.1 Aktuell vorhandene Elemente einer optimalen Erbschaftsteuer
5.2 Wirkung des Verkehrswertes
5.3 Die Ebene des Steuerpflichtigen
5.3.1 Steuersätze
5.3.2 Freibeträge und Tarifklassen
5.3.3 Schenkungen
5.3.4 Grundvermögen
5.3.5 Gesamtwirkungen der Reform auf der Ebene des Steuerpflichtigen
5.4 Die Ebene von Betriebsvermögen
5.4.1 Probleme bei der Bewertung zu Verkehrswerten
5.4.2 Das Verschonungsmodell
5.4.3 Wirkung der Reform auf das Betriebsvermögen
5.4.4 Empirische Ergebnisse
5.5 Wirkung der Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer
6. Kapitel Zusammenfassung und Beurteilung
Diese Arbeit analysiert die ökonomische Rationalität der Reform der Erbschaftsteuer in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung ihrer Effizienz- und Verteilungswirkungen. Es wird untersucht, inwieweit die Reform den Anforderungen einer optimalen Steuergestaltung entspricht, die unter anderem auf die Minimierung von Verzerrungen, die Sicherung der Unternehmensnachfolge und die Wahrung steuerlicher Gerechtigkeit abzielt.
3.1.1 Urteil des Bundesverfassungsgerichts
Vermögensgegenstände, die nicht aus Geld bestehen, wie beispielsweise Immobilien, müssen ebenso in Euro ausgedrückt werden, um eine erbschaftsteuerlichen Zugriff über die Bemessungsgrundlage zu gewähren. Wie diese Wertansätze ermittelt werden richtet sich nach §12 ErbStG. Dieser regelt, dass alle Vermögensgegenstände mit Verkehrswerten anzusetzen sind. Der Verkehrswert ist dabei, nach der Definition des § 9 Abs.2 BewG, der Wert des Wirtschaftsgutes, der in Abhängigkeit der Beschaffenheit dieses bei Veräußerung eines gewöhnlichen Geschäftsverkehrs zu erzielen wäre.
Am 22.Mai 2002 hat der Bundesfinanzhof (BFH) ein Verfahren zur Erbschaftsteuer ausgesetzt und dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt, um zu prüfen, ob das geltende Bewertungsverfahren verfassungswidrig ist. Hintergrund waren die oben genannten Ausnahmen, die zu einer möglichen Ungleichbehandlung der Vermögensgegenstände führten. Nach Ansicht des BFH werden Erben von Immobilien, Betriebsvermögen und Anteilen von Kapitalgesellschaften bevorzugt, was ein Verstoß gegen den in Art. 3 Abs.1 GG geregelten Gleichheitsgrundsatz mit sich zieht.
Das Bundesverfassungsgericht bestätigte die Verfassungswidrigkeit in seinem im November 2006 beschlossenen und am 31. Januar 2007 veröffentlichten Urteil, mit der Begründung, dass die Bewertungsverfahren zu starken Unterbewertungen des Immobilien- und Betriebsvermögen führen. Dadurch ergeben sich willkürliche Ergebnisse, die den Gleichheitsgrundsatz verletzen. Desweiteren machte das oberste Gericht dem Gesetzgeber bis 31.Dezember 2008 die Auflage, dass die Besteuerungsgrundlage bei allen Vermögensarten der tatsächliche und einheitliche Verkehrswert sein muss. Erst nach der einheitlichen Bewertung können einzelne Vermögensarten privilegiert werden, wenn dies dem Gemeinwohl entspricht. Bis dahin ist das alte Gesetz anzuwenden.
1. Kapitel Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische und politische Bedeutung der Erbschaftsteuer ein und skizziert die Fragestellung der Arbeit bezüglich ihrer ökonomischen Bewertung.
2. Kapitel Einführung in die deutsche Erbschaftsteuer: Hier wird der historische Kontext, die verschiedenen Steuerarten sowie die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen der deutschen Erbschaft- und Schenkungsteuer dargelegt.
3. Kapitel Erbschaftsteuerreform: Dieser Teil befasst sich mit den Gründen, Zielen und den konkreten inhaltlichen Änderungen der Reform, insbesondere unter Berücksichtigung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts.
4. Kapitel Die optimale Erbschaftsteuer: Hier werden theoretische Grundlagen einer optimalen Steuer erhoben, um Kriterien für die Bewertung von Effizienz- und Verteilungswirkungen festzulegen.
5. Kapitel Effizienz- und Verteilungswirkung der Reform: In diesem zentralen Kapitel wird evaluiert, inwieweit die neuen Reformelemente den theoretischen Anforderungen an eine optimale Besteuerung gerecht werden.
6. Kapitel Zusammenfassung und Beurteilung: Das Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Reform vor dem Hintergrund der ökonomischen und verteilungspolitischen Zielsetzungen.
Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer, Steuerreform, Erbschaftsteuerreformgesetz, Verkehrswert, Betriebsvermögen, Effizienz, Verteilungswirkung, Unternehmensnachfolge, Freibeträge, Steuersätze, Steuergerechtigkeit, Bewertungsgesetz, Steuerbilanzwerte, Gemeinwohl
Die Diplomarbeit untersucht die ökonomische Rationalität der Erbschaftsteuerreform in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf deren Effizienz und die Auswirkungen auf die Vermögensverteilung.
Die zentralen Themen umfassen die Bewertung von Vermögensgegenständen, die steuerliche Begünstigung von Unternehmen und die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen der Besteuerung.
Das Ziel der Arbeit ist es zu bewerten, ob die Reform der Erbschaftsteuer ökonomisch sinnvoll ist und ob sie in Richtung eines optimalen Steuersystems führt.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse der optimalen Steuerlehre sowie einer empirischen und normativen Bewertung der gesetzlichen Änderungen im Erbschaftsteuerreformgesetz.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Anforderungen an eine optimale Steuer, die konkreten Änderungen durch die Reform und deren praktische Auswirkungen auf verschiedene Steuerpflichtige und Unternehmensformen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Erbschaftsteuer, Verkehrswert, Betriebsvermögen, Effizienz, Steuerreform und Unternehmensnachfolge.
Die Umstellung auf den Verkehrswert führt in der Regel zu einer höheren Bemessungsgrundlage, was ohne Anpassungen der Freibeträge zu einer höheren Steuerbelastung führen würde.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Verschonung aus betriebswirtschaftlicher Sicht zwar die Unternehmensnachfolge erleichtert, aus einer rein effizienzorientierten Sicht jedoch problematisch und nur schwer zu begründen ist.
Diese Differenzierung soll dem Prinzip der Generationensolidarität und der Kontinuität der Familie Rechnung tragen, was theoretisch in einer optimalen Steuergestaltung berücksichtigt werden kann.
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