Magisterarbeit, 2019
82 Seiten, Note: 14.00
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
I. Einleitung
II. Begründung und Rechtfertigung der Business Judgement Rule
A. Begründung
B. Rechtfertigung
III. Anwendung der Business Judgement Rule im US-amerikanischen Recht
A. Historische Entwicklung und oberflächlicher Blick auf Voraussetzungen der Business Judgement Rule
1. Generelle Formulierung
2. Not Interested
3. Business decision
4. Informed basis
5. Subjektive Good Faith
6. Rational Purpose
7. Beweislast
B. Die Folgen der Erfüllung und Nichterfüllung der Voraussetzungen der Business Judgement Rule
C. Zwischenfazit
IV. Anwendung der Business Judgement Rule im deutschen Recht
A. Historische Entwicklung der Business Judgement Rule in Deutschland
B. Tatbestandsvoraussetzungen der Business Judgement Rule
1. Unternehmerische Entscheidung
2. Handeln ohne Sonderinteressen und sachfremde Einflüsse
3. Handeln zum Wohle der Gesellschaft
4. Handeln auf der Grundlage angemessener Information
5. Guter Glaube
C. Verschuldensgrad
D. Darlegungs- und Beweislast
E. Durchsetzung der Ansprüche
F. Abwandlungen der Business Judgement Rule im deutschen Recht von amerikanischem Recht
V. Anwendung der Business Judgement Rule im türkischen Recht
A. Historie der Business Judgement Rule im türkischen Recht
B. Kodifizierung der Business Judgement Rule
C. Voraussetzungen der Business Judgement Rule
1. Unternehmerische Entscheidung von einem „vorsorglichen Geschäftsleiter“
2. Kriterium des Begriffs von “Tedbirli Yönetici (vorsorglicher Geschäftsleiter)” und Sorgfältigkeit
3. Genügende Information vor Entscheidung
4. Grundsatz von Treu und Glauben
5. Die interressenkonfliktfreie Entscheidung
6. Angemessenheit nach Corporate Governance Grundsatz
D. Verschuldensgrad
E. Darlegungs- und Beweislast
F. Bewertung und der Annäherung über Business Judgement Rule in verglichenen Ländern
Die vorliegende Arbeit untersucht die "Business Judgement Rule" (BJR) in ihrer Anwendung innerhalb des deutschen und türkischen Rechts sowie ihre Abwandlung vom US-amerikanischen Recht, um die haftungsrechtlichen Freiräume von Unternehmensleitern in einem dynamischen wirtschaftlichen Umfeld zu analysieren.
3. Genetelle Formulierung
Neben der Formulierung der Rechtsprechung ist auch die generelle Formulierung des American Law Institute (ALI) im Rahmen der Prinzipien von „Corporate Governance“ bedeutsam. In ALI § 4.01 lautet die Formulierung: „Ein director oder officer, der gutgläubig eine unternehmerische Entscheidung trifft, erfüllt seine Sorgfaltspflicht dann, wenn er bezogen auf den Gegenstand der unternehmerischen Entscheidung keinem Interessenkonflikt unterliegt, in Bezug auf den Gegenstand der unternehmerischen Entscheidung in dem Maße informiert ist, wie es der director oder officer unter den gegebenen Umständen vernünftigerweise für angemessen erachtet und rational davon ausgeht, die unternehmerische Entscheidung liege im besten Interesse der Gesellschaft.“
Damit kann man allgemeine Kriterien der BJR aufstellen, die sich im Wesentlichen so darstellen: 1) business judgement (unternehmerische Entscheidung) 2) Not interessted (ohne Eigen- oder Fremdinteresse) 3) Informed basis (angemessene Informationsgrundlage) 4) subjektive good faith (lautere Motivation) 5) rational Purpose (nachvollziehbarer Geschäftszweck). Darüber hinaus hat die Delawares-Rechtsprechung in prozessualer Hinsicht noch ein Kriterium aufgeführt, dass die BJR in der Rechtsnatur eine widerlegbare Vermutung (Presumption) darstellt. Solange der Board Mindestanforderungen beachtet hat, wird er vor einer Inhaltsüberprüfung seitens des Gerichts geschützt. Deshalb vereint BJR in US-amerikanischem Recht nicht nur materiellrechtliche, sondern auch prozessuale Aspekte in sich.
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die persönliche Haftung der Geschäftsleiter in der Aktiengesellschaft und führt in die Notwendigkeit unternehmerischer Risiken ein, die das Bedürfnis nach haftungsrechtlichen Schutzregeln wie der BJR begründen.
II. Begründung und Rechtfertigung der Business Judgement Rule: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen und rechtlichen Gründe für die Ausgestaltung der BJR, insbesondere die Notwendigkeit von Freiräumen für Managemententscheidungen trotz potenzieller Fehlentscheidungen.
III. Anwendung der Business Judgement Rule im US-amerikanischen Recht: Hier werden die Ursprünge und Voraussetzungen der BJR im US-Recht analysiert, wobei Konzepte wie "Not Interested", "Informed Basis" und "Good Faith" im Fokus stehen.
IV. Anwendung der Business Judgement Rule im deutschen Recht: Dieses Kapitel widmet sich der historischen Entwicklung und der Kodifizierung durch § 93 Abs. 1 S. 2 AktG sowie den spezifischen Voraussetzungen für deutsche Vorstandsentscheidungen.
V. Anwendung der Business Judgement Rule im türkischen Recht: Der letzte Teil untersucht die Integration der BJR in das junge türkische Handelsgesetz, die Rolle des "vorsorglichen Geschäftsleiters" und die Herausforderungen bei der Anwendung in einem sich wandelnden Rechtssystem.
Business Judgement Rule, Aktiengesetz, Vorstandsentscheidung, Organhaftung, Sorgfaltspflicht, US-amerikanisches Recht, türkisches Handelsgesetz, Beweislast, Interessenkonflikt, Corporate Governance, Haftungsbeschränkung, Risikomanagement, Good Faith, Geschäftsleiterermessen, Informed Basis.
Die Arbeit befasst sich mit der Business Judgement Rule (BJR), einem Rechtsgrundsatz, der Unternehmensleitern einen geschützten Freiraum für ihre Entscheidungen gewährt, sofern diese sorgfältig und ohne Interessenkonflikte getroffen wurden.
Die zentralen Themen sind der Vergleich der BJR zwischen den US-amerikanischen, deutschen und türkischen Rechtssystemen sowie die detaillierte Analyse der Tatbestandsvoraussetzungen für eine Haftungsfreistellung.
Das Ziel ist es, einen Überblick darüber zu schaffen, wie die BJR in verschiedenen Rechtsordnungen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Betrachtungsweisen Anwendung findet und wie sich die dogmatischen Grundlagen unterscheiden.
Die Arbeit bedient sich einer rechtsvergleichenden Methode, wobei sie die dogmatische Herleitung sowie die Anwendung in der Rechtsprechung und Literatur der drei untersuchten Länder analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des US-amerikanischen Vorbilds, der deutschen Kodifizierung in § 93 AktG und der türkischen Handelsrechtsreform hinsichtlich der Anwendungsvoraussetzungen und prozessualen Fragen.
Wichtige Begriffe sind unternehmerisches Ermessen, Sorgfaltspflicht, Beweislast, Haftungsprivilegierung und die "Informed Basis".
Es handelt sich um die Anforderung, vor einer Entscheidung alle materiell verfügbaren Informationen angemessen zu prüfen, wobei dieser Prozess als prozedurale Haftungsvoraussetzung dient.
Obwohl sie nicht explizit im Gesetzestext steht, wird sie in der Gesetzesbegründung des neuen TTK als Prinzip für "Geschäftsmannentscheidungen" anerkannt und gewinnt zunehmend an Bedeutung in Lehre und Praxis.
Die Arbeit diskutiert, dass Richter oft keine Wirtschaftsexperten sind und daher Gefahr laufen, Entscheidungen im Nachhinein (ex-post) unter Hindsight Bias falsch zu bewerten, anstatt den prozeduralen Ablauf (ex-ante) der Entscheidungsfindung zu respektieren.
Die Literatur kritisiert, dass der BGH in manchen Entscheidungen instabile Maßstäbe zur Informationsbeschaffung fordert, was für die Praxis zu einer Rechtsunsicherheit bezüglich der Haftungssituation führt.
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