Bachelorarbeit, 2022
44 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. „Der Peloponnesische Krieg“ des Thukydides
2. Die Pentekontaetie
2.1 Athen und die „vollendete Demokratie“ des Perikles
2.2 Der Aufstieg Athens zur maritimen Großmacht und der Seebund
2.3 Sparta und der Peloponnesische Bund
2.4 Der Antagonismus zwischen Athen und Sparta
3. Der Ausbruch des Peloponnesischen Krieges
3.1 Die Kerkyra Krise
3.2 Die Ereignisse um Poteidaia
3.3 Das megarische Psephisma
3.4 Konferenz in Sparta und der Beginn des Krieges
4. Der „wahre“ Grund für den Krieg
5. Fazit und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die Kausalzusammenhänge und zeitgenössischen Deutungen, die zum Ausbruch des Peloponnesischen Krieges führten, mit besonderem Fokus auf die Rolle von Athen und Sparta sowie deren jeweilige Bündnissysteme.
3.1 Die Kerkyra Krise
Die erste Station auf dem „Weg in den Krieg“ bildete ein Bürgerkrieg in Epidamnos, der heutigen Hafenstadt Durrës in Albanien. Um zu verstehen, wie diese Stadt, die außerhalb der Einflussgebiete von Sparta und Athen lag, den ersten Anlass für den Peloponnesischen Krieg bilden konnte, müssen zunächst die Region und deren Geschichte genauer beleuchtet werden. Vorreiter in der Kolonisation der Adria in archaischer Zeit war Korinth. Neben der bedeutenden Stadt Syrakus auf Sizilien, ist auch Kerkyra eine Kolonie und Gründung Korinths gewesen. Das Verhältnis von Mutterstadt und Kolonie entzweite sich aber recht schnell und es entstand eine Konkurrenzsituation, in der es um die Vorherrschaft in der Adria ging. Kerkyra konnte sich zur Schutzmacht des Handels in der Region aufschwingen und dabei seine Unabhängigkeit bewahren. Mit einer Flotte von 120 Trieren war diese nicht zu unterschätzen und übertraf teilweise sogar die der reichsten Griechenstädte.
Epidamnos wiederum wurde von Kerkyra gegründet, jedoch mit Hilfe von Korinthern. Daher sehen beide Poleis sich in der Rolle der Mutterstadt. Der regional begrenzte Bürgerkrieg in Epidamnos weitete sich nun aus, als beide Konfliktparteien sich Hilfe bei ihren Mutterstädten suchten. Für Korinth kam diese Einladung, in den Konflikt einzugreifen, sehr gelegen. Sie bot die ersehnte Chance, den verlorenen Einfluss in der Ägäis durch eine verstärkte Präsenz in der Adria wieder wettzumachen. Korinth sah in diesem Konflikt die Chance, Kerkyra als Schutzmacht der Region abzulösen und den eigenen Einfluss neu zu begründen und zu sichern.
Einleitung: Vorstellung der wissenschaftlichen Relevanz des Themas und Analyse der Primärquelle Thukydides im Kontext der griechischen Klassik.
1. „Der Peloponnesische Krieg“ des Thukydides: Kritische Untersuchung der Glaubwürdigkeit und Methodik des Geschichtsschreibers Thukydides als zentrale Quelle.
2. Die Pentekontaetie: Analyse der rund 50 Jahre zwischen den Perserkriegen und dem Peloponnesischen Krieg als Entwicklungsphase der Großmachtkonstellationen.
2.1 Athen und die „vollendete Demokratie“ des Perikles: Beschreibung der innenpolitischen Transformation Athens, der Radikaldemokratie und der Rolle des Perikles.
2.2 Der Aufstieg Athens zur maritimen Großmacht und der Seebund: Untersuchung der Entwicklung Athens zum hegemonialen Seebundführer und dem Konzept des „mare clausum“.
2.3 Sparta und der Peloponnesische Bund: Darstellung der gesellschaftlichen und politischen Strukturen Spartas sowie der defensiven Ausrichtung des Peloponnesischen Bundes.
2.4 Antagonismus zwischen Athen und Sparta: Analyse der stetigen Verschlechterung der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Mächten.
3. Der Ausbruch des Peloponnesischen Krieges: Einleitung in die Eskalationsphase, die das Spannungsfeld zwischen den Machtblöcken aufzeigt.
3.1 Die Kerkyra Krise: Untersuchung des lokalen Konflikts in Epidamnos als ersten wesentlichen Anlass für den Krieg durch Einbeziehung von Athen und Korinth.
3.2 Die Ereignisse um Poteidaia: Analyse der Spannungen um die makedonische Chalkidike als direkten Folgekonflikt der Interventionspolitik.
3.3 Das megarische Psephisma: Diskussion des Handelsausschlusses gegen Megara als dritten Kriegsauslöser und dessen diplomatische Konsequenzen.
3.4 Konferenz in Sparta und der Beginn des Krieges: Schilderung der gescheiterten diplomatischen Schlichtungsversuche auf der Konferenz in Sparta.
4. Der „wahre“ Grund für den Krieg: Kritische Reflexion der Motive hinter den Anlässen und Bewertung des Präventivschlag-Arguments.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einordnung des Konflikts als Idealbild für das Scheitern diplomatischer Koexistenz.
Peloponnesischer Krieg, Thukydides, Athen, Sparta, Pentekontaetie, Perikles, Seebund, Peloponnesischer Bund, Kerkyra-Krise, Poteidaia, Megarisches Psephisma, Hegemonie, Antike, Diplomatie, Machtpolitik.
Die Arbeit analysiert die Ursachen für den Ausbruch des Peloponnesischen Krieges im 5. Jahrhundert v. Chr. und die zeitgenössischen Deutungen dieses konfliktreichen Ereignisses.
Zentrale Themen sind die Entwicklung der Machtverhältnisse zwischen Athen und Sparta, die Stabilität der jeweiligen Bündnissysteme sowie die Interpretation des Werkes von Thukydides als historische Primärquelle.
Das Ziel ist es, nachvollziehbar zu machen, warum es trotz bestehender Friedensverträge zu einem umfassenden Krieg kam und welche Rolle dabei politische Eigendynamiken spielten.
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die antike Quellen, insbesondere das Werk des Thukydides, in Verbindung mit moderner deutsch- und englischsprachiger Forschungsliteratur kritisch auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Vorereignissen (Pentekontaetie), die präzise Analyse der drei auslösenden Ereignisse (Kerkyra, Poteidaia, Megara) und eine kritische Diskussion der tieferliegenden Kriegsgründe.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Machtpolitik, Hegemonie, Bündnissysteme, Perikles, Thukydides und das Spannungsfeld zwischen der athenischen Seemacht und der spartanischen Tradition charakterisiert.
Ja, laut der Arbeit verlieh die als Orakelspruch legitimierte Verfassung Spartas den Institutionen eine Stabilität, die in der Antike außergewöhnlich war und den Staat vor Tyrannei und Bürgerkriegen schützte.
Die Arbeit beleuchtet Perikles ambivalent: Einerseits wird er als tadelloser Volksführer beschrieben, der die Athener durch Einsicht führte, andererseits werden Theorien diskutiert, ob er durch eine provokante Politik gezielt eine Krise herbeiführte oder sich dem Druck der Volksmenge beugte.
Die Arbeit zeigt, dass das Psephisma zwar ein erheblicher Streitpunkt war, aber primär als Mittel angesehen werden kann, mit dem Athen Konkurrenz innerhalb seiner hegemonialen Sphäre ausschalten wollte; es war somit ein Katalysator in einem bereits angespannten diplomatischen Klima.
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