Diplomarbeit, 2003
149 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1. Einleitung
1.1. Vorbemerkung
1.2. Problemstellung
1.3. Einschränkungen und Abgrenzungen
1.4. Informationsbedarf der MediaAnalyzer Software & Research GmbH
1.4.1. Wie kann das Verfahren auf bewegte Bilder übertragen werden?
1.4.2. Produziert das Verfahren bei bewegten Bildern sinnvolle Ergebnisse?
1.5. Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen zur Messung von Aufmerksamkeiten
2.1. Neurobiologische Grundlagen
2.1.1. Aufbau der Netzhaut im menschlichen Auge
2.1.2. Fixationen und Sakkaden
2.2. Wahrnehmungspsychologische Grundlagen
2.2.1. Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
2.2.2. Zusammenhang zwischen Aktivierung und Aufmerksamkeit
2.2.3. Bildkommunikation im Zeitbezug
2.3. Aufmerksamkeit im werbepsychologischen Kontext
2.4. Methodische Grundlagen für die Aufmerksamkeitsmessung bei TV-Werbespots
2.4.1. Einfluß der strategischen Werbeziele auf Bildinhalte
2.4.2. Semantische Klassifizierung von Bildinhalten
2.4.3. Schnittfrequenz und Bewegungen innerhalb einer Szene
2.4.4. Kopplung von Bild und Ton
2.5. Eigenschaften von Zielgruppen im Werbekontext
2.5.1. Altersspezifische Eigenschaften
2.5.2. Unterschiede in der Affinität zum Fernsehmedium
2.5.3. Auswirkung von persönlichen Einstellungen und Erfahrungen
2.6. Beschreibung des ETM-Verfahrens
2.6.1. Methodischer Ansatz des Meßverfahrens
2.6.2. Wissenschaftliche Validität der Meßmethode
2.6.3. Positionierung des Verfahrens
2.7. Testsoftware MediaAnalyzer AT
2.7.1. Merkmale der Testpersonen
2.7.2. Definition von Regionen
2.7.3. Visualisierung der Klicks
2.7.4. Export der Meßdaten nach MS-Excel
2.7.5. Interpolierte Aufmerksamkeit
2.7.6. Spezielle Dateiformate
3. Aufbau und Durchführung der Aufmerksamkeitsmessung
3.1. Auswahl der TV-Spots
3.2. Vorbereitung der Untersuchung
3.2.1. Definition von Zielgruppen
3.2.2. Anzahl und Auswahl der Testpersonen
3.2.3. Konzeption der ergänzenden Nachbefragung
3.2.4. Konfiguration der Testsoftware MediaAnalyzer AT
3.3. Erfassung der Daten mittels ETM-Verfahren
3.4. Befragung der Testpersonen
4. Auswertung der Meßdaten
4.1. Vorbemerkung
4.2. Aufbereitung der Klickdaten
4.2.1. Separation der Testvideos
4.2.2. Export der Daten nach MS-Excel
4.3. Einfluß der Mausklicks auf die Aufmerksamkeit
4.4. Quantitative Auswertung
4.4.1. Klickverhalten im Zeitverlauf
4.4.2. Geographische Verteilung der Aufmerksamkeit
4.4.3. Verhältnis zwischen Klickzahl und Szenenlänge
4.4.4. Verhältnis zwischen Klickrate, identischen Klicks und Szenenlänge
4.4.5. Normierte Aufmerksamkeitsfokussierung
4.5. Qualitative Auswertung anhand eines Beispiel-Spots
4.5.1. Interpretation der Marker- und Heatmap-Videos
4.5.2. Einfluß von Szenenschnitten auf die Aufmerksamkeit
4.5.3. Aufmerksamkeitsanteile semantischer Objekte
4.5.4. Zusammenhang zwischen Aufmerksamkeitsanteilen und Erinnerungsvermögen
4.5.5. Aufmerksamkeitsanteile im Zeitverlauf
4.6. Problematiken bei der Auswertung
5. Abschlußbetrachtung
5.1. Übersicht über die Ergebnisse
5.2. Abgeleitete Ergebnisse für die MediaAnalyzer Software & Research GmbH
5.2.1. Wie kann das Verfahren auf bewegte Bilder übertragen werden?
5.2.2. Produziert das Verfahren bei bewegten Bildern sinnvolle Ergebnisse?
5.3. Ausblick und Anregungen
Die Arbeit untersucht die Effektivität des "Eye-Tracking per Mouse"-Verfahrens (ETM) zur Aufmerksamkeitsmessung bei TV-Werbespots, um Schwächen audiovisueller Werbekonzeptionen zu identifizieren und methodisch fundierte Optimierungsmöglichkeiten für die MediaAnalyzer Software & Research GmbH aufzuzeigen.
Methodischer Ansatz des Meßverfahrens
Bei dem ETM-Verfahren werden nicht die Bewegungen der Augen aufgezeichnet, sondern räumliche Koordinaten von Mausklicks. Die Testperson sitzt während des Testlaufs vor einem Computer und sieht das eingespielte Untersuchungsmaterial. Der Proband klickt nun mit der Maus auf alle Orte innerhalb der visuellen Vorlage, die er zeitgleich mit den Augen fixiert.
Bei statischem Untersuchungsmaterial werden die eingespielten Vorlagen jeweils nur für eine bestimmte Zeit angezeigt, wodurch die Testperson während des Testlaufs in einen bewußt initiierten Zeitdruck gerät. Die Mausklicks erfolgen auf der Oberfläche des Untersuchungsmaterials, das in Form eines Videos vorgespielt wird. Dabei ist zu beachten, daß die Mausklicks während des Testlaufs keine interaktive Funktion wie z.B. bei der Bedienung eines Computerprogrammes oder der Navigation innerhalb einer Webseite haben, sondern ausschließlich als Werkzeug zur Konvertierung der aktuellen Blickrichtung in meßbare Koordinaten dienen. Es findet eine Kopplung zwischen den Augenbewegungen und den zielgerichteten Mausklicks der Testpersonen statt.
Auf dem gleichen Ansatz baut die Untersuchung von dynamischem Bildvorlagen auf. Im Gegensatz zu den speziell erzeugten Testvideos von statischen Bildvorlagen wird den Testperson nun ein reales Video vorgespielt. Denkbar sind Formate wie TV-Spots, Kino-Trailer oder andere Arten von Filmmaterial.
1. Einleitung: Definiert die Problemstellung der Aufmerksamkeitsevaluation von TV-Werbespots und leitet die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit her.
2. Grundlagen zur Messung von Aufmerksamkeiten: Vermittelt die neurobiologischen und psychologischen Basiskenntnisse sowie die technischen Details des ETM-Verfahrens und der MediaAnalyzer-Software.
3. Aufbau und Durchführung der Aufmerksamkeitsmessung: Beschreibt die Versuchsplanung, Probandenauswahl und die spezifische Konfiguration der Testumgebung für die Spot-Analyse.
4. Auswertung der Meßdaten: Detaillierte Darstellung der quantitativen und qualitativen Ergebnisse, einschließlich der Anwendung des semantischen Strukturmodells und der Analyse der NAF-Differenzen.
5. Abschlußbetrachtung: Führt die Ergebnisse zusammen, bewertet die Anwendbarkeit des ETM-Verfahrens für dynamische Bildinhalte und bietet Ausblicke für zukünftige Forschungsansätze.
Aufmerksamkeitsmessung, TV-Werbespots, Eye-Tracking per Mouse, ETM-Verfahren, MediaAnalyzer, Wahrnehmungspsychologie, Blickbewegungen, Fixationen, Sakkaden, Szenenanalyse, Werbewirksamkeit, Informationsverarbeitung, Klickdaten, Heatmap, Normierte Aufmerksamkeitsfokussierung
Die Arbeit befasst sich mit der explorativen Untersuchung und Validierung des "Eye-Tracking per Mouse"-Verfahrens (ETM) zur Messung der menschlichen Aufmerksamkeit bei der Betrachtung von TV-Werbespots.
Zentrale Themen sind die Verknüpfung von werbepsychologischen Theorien mit quantitativen Blickdaten, die Entwicklung von Analyseschlüsseln (semantisches Strukturmodell) und die technische Optimierung der Auswertung bei dynamischen Videosequenzen.
Das Hauptziel ist es zu klären, wie das ursprünglich für statische Medien entwickelte ETM-Verfahren auf bewegte Bilder übertragen werden kann und ob es dabei sinnvolle, qualitativ vergleichbare Erkenntnisse liefert.
Es wird ein experimenteller, explorativer Ansatz gewählt, bei dem die Augenbewegungen von Testpersonen durch zielgerichtete Mausklicks simuliert und über die Software "MediaAnalyzer AT" quantitativ sowie qualitativ ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Neurobiologie, Wahrnehmungspsychologie), das Versuchsdesign und eine umfassende Auswertung, die von allgemeinen Datenanalysen bis hin zur detaillierten Interpretation einzelner Beispiel-Spots reicht.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie ETM-Verfahren, Aufmerksamkeitsmessung, TV-Werbung, Blickbewegungsanalyse, Heatmap-Visualisierung und Werbewirksamkeitsforschung charakterisieren.
Die Arbeit zeigt, dass Szenenschnitte als steuernde Instrumente wirken können; eine erfolgreiche Führung der Aufmerksamkeit wird durch die NAF-Differenz (Normierte Aufmerksamkeitsfokussierung) messbar, wobei hohe positive Werte eine effektive Neufokussierung am Anfang einer neuen Szene belegen.
Diese Klassifizierung erlaubt es, zu verstehen, welche Bildinhalte (z. B. das Produktlogo vs. Handlungselemente im Hintergrund) die Aufmerksamkeit des Betrachters wie stark binden und ob die beabsichtigte Werbebotschaft tatsächlich wahrgenommen wird.
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