Diplomarbeit, 2008
125 Seiten, Note: 1,85
Einleitung
I.) Die Entstehung des Themas „Russland und Europa“
II.) Danilevskij und die „pluribiozyklische Geschichtsdeutung“
III.) Zielsetzung und Fragestellungen
IV.) Der Aufbau der Arbeit
V.) Begriffsklärungen und Schreibweise
Teil A: Die russische Geschichte und der russische Denker Nikolaj Danilevskij Das Hauptwerk „Russland und Europa“
I.) Ein historischer Rückblick auf die russische Geschichte und Philosophie
1) Drei wesentliche Bausteine der russischen Geschichte bis Ende des 19. Jahrhunderts
a) Die russische Orthodoxie
b) Die territoriale Größe
c) Vom „Gendarm Europas“ zum „Befreier“?
2) Die Spaltung in der russischen Philosophie des 19. Jahrhunderts
a) Westler
b) Slawophile
3) Panslawismus und Eurasismus
II.) Wer war Nikolaj Jakovlevič Danilevskij?
1) Kurze Biographie (1822–1885)
2) Vergessenheit und Wiederentdeckung
3) Die Werke
III.) Das Hauptwerk „Russland und Europa“
1) Hauptideen
2) Schicksal des Buches
a) Die deutsche Teilübersetzung von Karl Nötzel (1920)
b) Polemik
Tei. B: Die Theorie der kulturhistorischen Typen von Danilevskij
I.) Das Prinzip der Periodisierung der Weltgeschichte und die Fortschrittsdefinition
II.) Die kulturhistorischen Typen (Zivilisationen) in der organischen Darstellung und der Kreislauf der Geschichte
III.) Die Tätigkeit des Volkes in der Geschichte
1) „Selbständiger Kulturtypus“
2) „Gottesgeiseln“
3) „Ethnografisches Material“
IV.) „Gesetze der kulturhistorischen Entwicklung“
1) „Verwandtschaft der Sprache“
2) „Politische Unabhängigkeit“
3) Grundlagen sind nicht übermittelbar/„Einwirkung ist nicht Übermittlung“
a) „Verpflanzung/Kolonisation“
b) „Einimpfung/Vermittlung“
c) „Bodenverbesserung/Vervollkommnung"
4) Mannigfaltigkeit
5) Periode des „Entwicklungsganges“
a) „Ethnografische Periode“
b) „Staatliche Periode“
c) „Zivilisationsperiode“
d) „Apathie der Selbstzufriedenheit oder Verzweiflung“
V.) Zivilisationsunterschiede
1) „Seelische Veranlagung“
2) „Unterschiede in den Glaubensbekenntnissen“
3) „Unterschiede in der historischen Erziehung“
VI.) Der „slawische kulturhistorische Typus“ und die „allgemeinen Zweige der Kulturtätigkeit“
1) „Die religiöse Tätigkeit“
2) „Die Kulturtätigkeit im engeren Sinne“ (Wissenschaft und Kunst)
3) „Die politische Tätigkeit“
4) „Die gesellschaftlich-ökonomische Tätigkeit“
VII.) Inkonsequenzen, Widersprüche und Idealisierungen in der Theorie der kulturhistorischen Typen
1) Fehlende Folgerichtigkeit und Widersprüche
2) Idealisierungen und “Prophezeiungen“
3) Kommentare und einige kritische Bemerkungen
Teil C: Der Kampf bei Danilevskij
I.) „Zusammenstöße der Völker“ in den Übergangsphasen
II.) „Kampf Europa gegen Europa“
III.) „Kampf mit Europa“
1) „Orientalische Frage“
a) „Mohammedanertum“ und die Türkei
b) Die Idee über „die Befreiung unterjochter Christen“
2) Der Kampf als „das einzige Rettungsmittel“
IV.) „Sein oder Nichtsein des allslawischen Bundes“
V.) Zerstörerische Kraft des Krieges als Friedensgarant?
Teil D: „Pluribiozyklische Geschichtsdeutung“ vor und nach Danilevskij (Orient und Okzident). „Kampf zwischen den Kulturen“?
I.) Staatskreislauftheorie und Kulturkreislauftheorie
1) Ibn Khaldūn und sein Lebenskreislauf des Staates
2) Vico und die „storia ideale eterna“
II.) Oswald Spengler und seine „Kreislauftheorie“
1) Kurze Biographie des Autors – sein Buch „Der Untergang des Abendlandes“
2) Der Kreislauf der Geschichte bei Spengler
3) Wesentliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei Spengler und Danilevskij
III.) Gegenwartsthesen zum Thema „Kampf“. Russland und Europa
Zusammenfassung
Anhang
Literaturverzeichnis
Ziel der Diplomarbeit ist die wissenschaftliche Darstellung der geschichtsphilosophischen Theorie von Nikolaj Danilevskij, die Kulturen als eigenständige, lebendige Organismen mit individuellen Lebenszyklen begreift. Die Arbeit untersucht dabei insbesondere die zentrale These eines unvermeidlichen Kampfes zwischen verschiedenen Zivilisationen – insbesondere zwischen Russland und Europa – und setzt diese in den Kontext historischer und politischer Entwicklungen des 19. Jahrhunderts sowie im Vergleich zu anderen zyklischen Geschichtsdeutern wie Ibn Khaldūn, Vico und Oswald Spengler.
Die Spaltung in der russischen Philosophie des 19. Jahrhunderts
Aus der europäischen Sicht kann man sich diese Spaltung in einem fingierten „Dialog“ zwischen Joseph Rudyard Kipling und Johann Wolfgang von Goethe wie folgt vorstellen:
– Kipling: „East and West – the twain shall never meet“
– Goethe: „Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen“
Bereits im Jahre 1836 wurde „ein Schuss in dunkler Nacht“ durch die Veröffentlichung des „Ersten philosophischen Briefes“ (ursprünglich verfasst in französischer Sprache) von Peter Čaadaev abgegeben, der aber sehr kritisch war und deswegen noch allein stand:
„ […] einsam stehen wir da in der Welt, haben ihr nichts gegeben […], damit man uns überhaupt bemerkt, musste sich unser Land von der Beringstraße bis zur Oder erstrecken […].“ (Čaadaev 2003: 16 f.)
Im alten Russland gab es vereinzelt philosophische Denker. Erst seit dem 19. Jahrhundert entstand eine Abgrenzung, „eine beginnende Lösung der russische Philosophie von der Religion“ (Maslin/Andreev 1990: 10 f). Dazu waren die folgenden Ideen von Bedeutung gewesen:
• Der Sinn und das Verständnis von Orthodoxie
• Die Entwicklung des nationalen Selbstbewusstseins des russischen Volkes
• Die Charakteristik/die Haupteigenschaften der russischen Nation
• Eine Analyse der russischen philosophischen Kultur
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der russischen Philosophie und die Relevanz der Beziehung Russlands zu Europa, insbesondere durch die Auseinandersetzung der „Intelligenzija“ mit der nationalen Identität.
Teil A: Die russische Geschichte und der russische Denker Nikolaj Danilevskij Das Hauptwerk „Russland und Europa“: Der erste Teil bietet einen historischen Rückblick auf die russische Geschichte und stellt die Biografie sowie die zentralen Ideen von Nikolaj Danilevskij vor, inklusive einer Analyse seines Hauptwerkes.
Tei. B: Die Theorie der kulturhistorischen Typen von Danilevskij: Dieser Teil widmet sich der detaillierten Ausarbeitung der geschichtsphilosophischen „Gesetze“ und der Periodisierung der Weltgeschichte nach Danilevskij sowie der Rolle des Volkes als handelndes Subjekt innerhalb dieser Theorie.
Teil C: Der Kampf bei Danilevskij: Dieser Abschnitt analysiert das Konzept des unvermeidlichen Kampfes zwischen verschiedenen Kulturtypen, wobei die „Orientalische Frage“ und die Idee einer panslawistischen Föderation als zentrale Beispiele dienen.
Teil D: „Pluribiozyklische Geschichtsdeutung“ vor und nach Danilevskij (Orient und Okzident). „Kampf zwischen den Kulturen“?: Der abschließende theoretische Teil stellt Danilevskijs Ansatz in einen Kontext mit anderen zyklischen Denkern wie Ibn Khaldūn, Vico und Oswald Spengler, um die Einzigartigkeit und die Rezeption seiner Lehre zu verdeutlichen.
Danilevskij, Russland und Europa, Kulturhistorische Typen, Geschichtsphilosophie, Zivilisation, Slawophilentum, Westler, Panslawismus, Pluribiozyklische Geschichtsdeutung, Oswald Spengler, Kulturkreislauftheorie, Nationalismus, Kultur, Völkerschaft, Gesellschaftsentwicklung
Die Arbeit analysiert die geschichtsphilosophische Theorie von Nikolaj Danilevskij und untersucht seine Konzeption der kulturhistorischen Typen sowie die daraus abgeleitete These eines unvermeidlichen Kampfes zwischen verschiedenen Zivilisationen.
Zentral sind die Entwicklung der russischen Identität, die kritische Auseinandersetzung mit dem europazentrischen Geschichtsbild und der Vergleich von Danilevskijs „pluribiozyklischer“ Geschichtsdeutung mit anderen bedeutenden Theoretikern der Zivilisationslehre.
Ziel ist es, Danilevskijs Theorie in ihren eigenen Kategorien darzustellen, ihre Mechanismen zu erläutern und kritisch zu hinterfragen, ob und inwieweit sein Konzept des „Kampfes zwischen den Kulturen“ heute noch für das Verständnis der Beziehungen zwischen Russland und Europa relevant ist.
Es handelt sich um eine systematische textanalytische Untersuchung, die den Originaltext Danilevskijs mit historischen Kontextanalysen sowie vergleichenden Perspektiven aus der Geschichtsphilosophie (Vico, Spengler, Ibn Khaldūn) verbindet.
Der Hauptteil ist in vier Teile untergliedert: Erstens die Einordnung in die russische Geschichte, zweitens die detaillierte Ausarbeitung der Theorie der kulturhistorischen Typen, drittens die Analyse des Begriffs „Kampf“ und viertens der vergleichende Überblick zur Staats- und Kulturkreislauftheorie.
Die Schlüsselbegriffe sind Kulturhistorische Typen, Zivilisation, Pluribiozyklische Geschichtsdeutung, Russland, Europa, Slawentum und Geschichtsphilosophie.
Die Arbeit ordnet diese Einschätzungen als historische Zeitdiagnose eines Denkers ein, der das Aufkommen massiver politischer und militärischer Spannungen aufgrund der zunehmenden Entfremdung zwischen slawischen und westlichen Kulturkreisen antizipierte.
Spengler dient als komparativer Fixpunkt. Die Arbeit zeigt Gemeinsamkeiten in der zyklischen Geschichtsauffassung auf, hebt jedoch auch die methodischen und philosophischen Unterschiede hervor, insbesondere im Hinblick auf den Optimismus Danilevskijs gegenüber dem Skeptizismus Spenglers.
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