Bachelorarbeit, 2022
57 Seiten, Note: 1,0
I Einleitung
1 Das Bilderbuch
1.1 Definition und Typologien
1.2 Das Verhältnis von Text und Bild im Bilderbuch
1.3 Das Bilderbuch im Diskurs und in der Unterrichtspraxis
2 Exemplarische Analyse des Bilderbuches Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor (Baltscheit 2010)
2.1 Grundlegendes zum Analysemodell nach Staiger (2022) sowie zum Fokus der Analyse
2.2 Sachanalyse
2.3 Didaktische Potenziale
2.3.1 Literarisches Lernen
2.3.2 Multimodales Lernen
3 Der Comic und die Graphic Novel
3.1 Comic und Graphic Novel – Begriffsklärung und Typologien
3.2 Zeichenrepertoire und Strukturelemente der Comic-Erzählung
3.3 Das Verhältnis von Text und Bild im Comic
3.4 Der Comic im Diskurs und in der Unterrichtspraxis
4 Exemplarische Analyse der Graphic Novel Pssst! (Herzog/Clante 2016)
4.1 Grundlegendes zum Analysemodell nach Abel/Klein (2016) sowie zum Fokus der Analyse
4.2 Sachanalyse
4.3 Didaktische Potenziale
4.3.1 Literarisches Lernen
4.3.2 Multimodales Lernen
II Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das didaktische Potenzial von bildbasierter Literatur, insbesondere von Bilderbüchern und Graphic Novels, für den Literaturunterricht, um zu klären, inwiefern Schüler*innen von der Auseinandersetzung mit Text-Bild-Kombinationen profitieren und dabei Kompetenzen im literarischen sowie multimodalen Lernen entwickeln können.
Exemplarische Analyse des Bilderbuches Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor (Baltscheit 2010)
Im vorliegenden Bilderbuch Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor (2010), das unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis im Jahr 2011 ausgezeichnet wurde, ist Martin Baltscheit Autor und Illustrator in einem. Es handelt sich um ein narrativ-fiktionales Problem-Bilderbuch, das die Demenzerkrankung sowie den Zusammenhalt der Generationen zum Thema macht. Durch das Zurückgreifen auf die Tierfabel mit dem Fuchs als vertrauter Fabelfigur sowie durch die Verwendung von mehrdeutiger Sprache (z. B. Verlust des Verstandes) wird eine kindgerechte Akkommodation vorgenommen, die das abstrakte und komplexe Phänomen der Demenzerkrankung für junge Leser*innen begreifbar macht.
Der Fuchs als Hauptfigur zeichnet sich zunächst durch Merkmale wie Schläue, List, Stärke und einen scharfen Verstand aus. „Ein Fuchs, der alles weiß, was ein Fuchs so wissen muss [...]” (Baltscheit 2010, S. 4), heißt es im Buch. Er ist ein erfolgreicher Jäger, überlistet seine Feinde (z. B. mithilfe eines Strohhalms) und lebt ein langes Leben voller Abenteuer. Den jüngeren Füchsen verrät er seine besten Tricks und Tipps und nimmt für sie eine Vorbildfunktion ein.
Mit zunehmendem Alter wird der Fuchs gebrechlicher, er bekommt graue Barthaare und ist mit Narben übersät. Zudem wird er auch vergesslich: Er bringt die Wochentage durcheinander, was zur Folge hat, dass er an einem Mittwoch alleine in der Kirche sitzt. Die Vergesslichkeit nimmt stetig zu, denn er vergisst Gedanken, Geburtstage von Freunden und sogar seine Leidenschaft: das Jagen. Später setzt er sich in ein Vogelnest, weil er den Heimweg nicht mehr findet. Mit der zunehmenden Verschlechterung seines Zustandes ist sich der Fuchs seiner eigenen Identität nicht mehr bewusst: „Der Fuchs hatte vergessen, dass er ein Fuchs war.” (ebd., S. 21). Der Höhepunkt der Geschichte stellt gleichzeitig den Höhepunkt der Demenzerkrankung des Fuchses dar.
I Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik einer bilddominierten Medienwelt ein und begründet die Notwendigkeit, bildbasierte Literatur stärker in den Deutschunterricht zu integrieren, um multimodale Kompetenzen zu fördern.
1 Das Bilderbuch: Das Kapitel definiert den Begriff des Bilderbuchs, erörtert dessen Typologien sowie das komplexe Verhältnis von Bild und Text und beleuchtet den derzeitigen Stand des Mediums im didaktischen Diskurs.
2 Exemplarische Analyse des Bilderbuches Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor (Baltscheit 2010): Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit Baltscheits Bilderbuch anhand eines Analysemodells, wobei insbesondere die intermodale Dimension und die Vermittlung von Demenz thematisiert werden.
3 Der Comic und die Graphic Novel: Dieses Kapitel widmet sich der Begriffsbestimmung von Comics und Graphic Novels, beschreibt ihre spezifischen Strukturelemente und analysiert das für das Medium charakteristische Zusammenspiel der Zeichenmodalitäten.
4 Exemplarische Analyse der Graphic Novel Pssst! (Herzog/Clante 2016): Die Analyse dieser Graphic Novel fokussiert auf die Darstellung von Identitätsfragen und Pubertät, wobei die besondere ästhetische Gestaltung und die narrativen Besonderheiten untersucht werden.
II Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht, dass beide untersuchten Erzählmedien aufgrund ihrer multimodalen Komplexität wertvolle Gegenstände für einen modernen Literaturunterricht darstellen.
Bilderbuch, Graphic Novel, Text-Bild-Interdependenz, Multimodalität, Literaturunterricht, Demenz, Identität, Rezeptionskompetenz, Bilddidaktik, Erzählmedien, Medienkompetenz, Deutschdidaktik
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Bilderbüchern und Graphic Novels als multimodale Medien im Literaturunterricht, um Kompetenzen im Umgang mit Text-Bild-Verflechtungen zu fördern.
Zentrale Themen sind die Didaktik von multimodalen Texten, die Analyse der Interdependenz von Bild und Text sowie die Thematisierung gesellschaftlich relevanter Probleme wie Demenz und Identitätssuche.
Das Ziel ist es, den Einsatz bildbasierter Literatur im Literaturunterricht theoretisch zu legitimieren und praktische Analysemöglichkeiten für Lehrkräfte aufzuzeigen.
Es wird eine exemplarische, modellgestützte Analyse von zwei spezifischen literarischen Werken durchgeführt, ergänzt durch fachdidaktische Reflexionen.
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen zu Bilderbuch und Comic sowie jeweils eine detaillierte exemplarische Analyse von Martin Baltscheits Bilderbuch und Annette Herzogs Graphic Novel.
Wichtige Begriffe sind Multimodalität, Bilderbuchanalyse, Comicanalyse, literarisches Lernen und die Integration visueller Medien in den Deutschunterricht.
Die Typografie wird in den Analysen als eigene Zeichenmodalität betrachtet, die bei der Bedeutungsbildung hilft, etwa um Verwirrungszustände bei einer demenzerkrankten Figur zu visualisieren.
Sie verknüpft die biologische Entwicklung eines Zitronenfalters mit dem Adoleszenzprozess der Protagonistin und fungiert als zentrales Symbol für die Themen Identität und Wandel.
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