Bachelorarbeit, 2020
66 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Rassismus
2.1 Begriffserklärung
2.2 Entstehung
2.3 Formen
2.3.1 Direkter Rassismus
2.3.2 Indirekter Rassismus
2.3.3 Personaler Rassismus
2.3.4 Struktureller Rassismus
2.3.4.1 Institutioneller Rassismus
2.3.4.2 Symbolischer Rassismus
2.3.5 Umgekehrter Rassismus
2.4 Kinder und Rassismus
2.4.1 Erfahrungen
2.4.2 Exkurs: Anti-Bias-Ansatz
3. Rassismus in Kinderbüchern anhand von Beispielen
3.1 Die kleine Hexe von Otfried Preußler
3.2 Jim Knopf von Michael Ende
3.3 Pippi Langstrumpf von Astrid Lindgren
3.4 Der Struwwelpeter von Heinrich Hoffmann
4. Pädagogischer Umgang mit rassistischen Kinderbüchern
5. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwiefern sich Rassismus in ausgewählten Kinderbüchern widerspiegelt und welche pädagogischen Handlungsmöglichkeiten bestehen, um den Umgang mit diesen Werken zu gestalten.
3.1 Die kleine Hexe von Otfried Preußler
Deutlich wird dies besonders, als im Dorf der kleinen Hexe Fastnacht gefeiert wird. Alle Kinder sind verkleidet, doch die Kostüme entsprechen nicht denen, die heutzutage üblich sind. Stattdessen stehen auf der Straße Kinder, die aussehen, als kämen sie aus anderen Ländern. Zumindest dann, wenn den Klischees und Vorurteilen treu geblieben wird. Die kleine Hexe wundert sich über diese Ansammlung und fragt ihren Raben: „Wie kamen die beiden Negerlein auf die verschneite Dorfstraße? Und seit wann gab es Türken und Indianer in dieser Gegend? Türken mit roten Mützen und weiten Pluderhosen – und Indianer, die gräulich bemalte Gesichter hatten und lange Speere über den Köpfen schwangen? […] Auch die kleinen Chinesinnen und der Menschenfresser, die Eskimofrauen, der Wüstenscheich und der Hottentottenhäuptling stammten nicht aus der Schaubude“ (Preußler 1957, S. 86).
Obgleich diese Bezeichnungen den Rassismus bereits verdeutlichen, folgen daraufhin die Handlungen der verkleideten Kinder, die jeweils auf die verkörperte Person und ihre Herkunft zutreffen soll: „Die kleinen Türken warfen Papierschlangen. Der Hottentottenhäuptling brüllte: ‚Uaaah! Uaah!‘ Der Menschenfresser schrie: ‚Hungärrr! Hungärr! Wer will sich frrressen lassen?‘ Die Chinesenmädchen kreischten auf Chinesisch, die Eskimofrauen quietschen in der Eskimosprache und die Cowboys schossen mit Stöpselpistolen in die Luft“ (ebd., S. 86 f.).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit von Rassismus und dessen frühzeitige Konfrontation für Kinder, unter anderem durch Kinderliteratur, und führt in das Thema der Arbeit ein.
2. Rassismus: Dieses Kapitel definiert Rassismus als ideologisches Konzept und stellt verschiedene Formen dar, darunter direkten, indirekten, personalen, strukturellen (inkl. institutionellem und symbolischem) sowie umgekehrten Rassismus.
2.4 Kinder und Rassismus: Es wird analysiert, wie Kinder Rassismus wahrnehmen, welche emotionalen Folgen dies hat und welche Rolle pädagogische Konzepte wie der Anti-Bias-Ansatz spielen.
3. Rassismus in Kinderbüchern anhand von Beispielen: Hier erfolgt eine kritische Untersuchung von vier Kinderbuchklassikern auf rassistische Klischees und Vorurteile in der literarischen Darstellung.
3.1 Die kleine Hexe von Otfried Preußler: Das Kapitel analysiert, wie die Fastnachtsszene rassistische Stereotype und koloniale Fremdbezeichnungen in einer Fantasiewelt reproduziert und wie diese in Neuausgaben modifiziert wurden.
3.2 Jim Knopf von Michael Ende: Die Untersuchung befasst sich mit der Repräsentation von Hautfarbe und ethnischen Klischees sowohl in der Darstellung von Jim Knopf als auch des Landes China/Mandala.
3.3 Pippi Langstrumpf von Astrid Lindgren: Analysiert werden die kolonialen Erzählmuster, die den Vater als "Negerkönig" und die Bewohner der Insel als unterwürfig darstellen, sowie die Debatten um textliche Anpassungen.
3.4 Der Struwwelpeter von Heinrich Hoffmann: Es wird untersucht, wie "Die Geschichte von den schwarzen Buben" durch die stigmatisierende Bestrafung Schwarzer Hautfarbe rassistische Vorstellungen im Kontext des 19. Jahrhunderts konserviert.
4. Pädagogischer Umgang mit rassistischen Kinderbüchern: Dieses Kapitel diskutiert Strategien, wie Pädagogen vorurteilsbewusst mit rassistischer Literatur im Lernumfeld umgehen können.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein reflektierter Umgang mit rassistischen Inhalten in Kinderbüchern notwendig ist, wobei die Entscheidung über den Einsatz letztlich den Pädagogen und Eltern obliegt.
Rassismus, Kinderliteratur, Vorurteile, Anti-Bias-Ansatz, Stereotype, Rassifizierung, Kindheitspädagogik, Identitätsentwicklung, Diskriminierung, Kolonialismus, Diversität, Machtverhältnisse, Sprachsensibilität, Klassiker, Intersektionalität.
Die Bachelorarbeit untersucht, wie rassistische Stereotype und Klischees in bekannten Kinderbüchern dargestellt werden und welche Auswirkungen diese auf die Wahrnehmung von Kindern haben.
Die Themenfelder umfassen die Definition von Rassismus, dessen historische Entwicklung, die psychologischen Auswirkungen von rassistischen Erfahrungen auf Kinder und pädagogische Ansätze zur vorurteilsbewussten Erziehung.
Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern spiegelt sich Rassismus in Kinderbüchern wider und wie sollte der pädagogische Umgang mit diesen Büchern erfolgen?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie die Untersuchung exemplarischer Textpassagen und Abbildungen aus vier ausgewählten Kinderbuchklassikern, um rassistische Darstellungsformen kritisch zu beleuchten.
Der Hauptteil analysiert spezifische Fallbeispiele in den Büchern "Die kleine Hexe", "Jim Knopf", "Pippi Langstrumpf" und "Der Struwwelpeter" und diskutiert deren rassifizierte Narrative.
Rassismus, Kinderliteratur, Vorurteile, Anti-Bias-Ansatz, Identitätsentwicklung, Diskriminierung und Stereotype.
Verlage reagieren unterschiedlich: Einige streichen rassistische Begriffe, andere ersetzen sie durch neutralere Ausdrücke, während wieder andere die Originaltexte beibehalten und die Debatte als Teil der Historie betrachten.
Dieser Ansatz bietet Strategien, um Vorurteile bei Kindern abzubauen, ein starkes Selbstbewusstsein zu fördern und Kindern Werkzeuge zu geben, sich gegen diskriminierendes Verhalten zu positionieren.
Kritiker argumentieren, dass dadurch die künstlerische Werktreue verloren geht und dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Buches wichtiger ist als das bloße Tilgen historisch gewachsener Begriffe.
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