Magisterarbeit, 2005
107 Seiten, Note: 1,0
1. INHALT UND KONZEPTION DER ARBEIT
2. DIE GESCHICHTE DES JAKOBSWEGES
2.1. DIE JAKOBUSLEGENDE
2.2. DIE MISSIONSTÄTIGKEIT DES APOSTELS IN SPANIEN
2.3. AUFSTIEG UND NIEDERGANG DER SANTIAGO-PILGERFAHRT
2.4. DIE ERNENNUNG DER JAKOBSWEGE ZUR ERSTEN EUROPÄISCHEN KULTURSTRAßE
3. DIE STRUKTUR DES JAKOBSWEGES IM MITTELALTER
3.1. DIE IDEOLOGISCHE EBENE
3.1.1. Politische Umstände als Auslöser der Pilgerfahrt
3.1.2. Exkurs: Der Strukturwandel der mittelalterlichen Gesellschaft
3.1.3. Rechtsschutz
3.1.4. Der mittelalterliche Pilgerführer
3.2. DIE RÄUMLICHE EBENE
3.2.1. Das Wegenetz
3.2.2. Die Unterkünfte
3.3. DIE PERSÖNLICHE EBENE
3.3.1. Die Entwicklung der Pilgerschaft
3.3.2. Religiöse Motive
3.3.3. Die Motive im Wandel
3.3.4. Handel und Wirtschaft
3.3.5. Der Missbrauch der Pilgerfahrt
3.4. DER STRUKTURWANDEL DER PILGERFAHRT NACH MIECK
3.5. ZUSAMMENFASSUNG
4. DIE STRUKTUR DES HEUTIGEN JAKOBSWEGES
4.1. DIE IDEOLOGISCHE EBENE
4.1.1. Die Zielsetzung des Europarats
4.1.2. Exkurs: Identität
4.1.3. Bildung einer europäischen Identität
4.1.4. Der Jakobsweg als Kulturstraße
4.1.4.1. Marketing und Tourismusförderung
4.1.4.2. Kommunikation
4.1.4.3. Erlernen und Erleben von Geschichte
4.2. DIE RÄUMLICHE EBENE
4.2.1. Das Wegenetz
4.2.2. Die Unterkünfte
4.3. DIE PERSÖNLICHE EBENE
4.3.1. Die Motive der Jakobspilger
4.3.2. Authentizität
4.4. DIE DARSTELLUNG DES JAKOBSWEGES IN DEN TAGESZEITUNGEN UND PILGERBERICHTEN
4.4.1. Tageszeitungen
4.4.2. Pilgerberichte
4.5. ZUSAMMENFASSUNG
5. AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen Veränderungen des Jakobsweges von einer mittelalterlichen Pilgerstätte hin zur modernen Europäischen Kulturstraße. Ziel ist es, die Faktoren für den heutigen Erfolg des Jakobsweges zu identifizieren und die Unterschiede sowie Kontinuitäten zur mittelalterlichen Pilgertradition aufzuzeigen, wobei die Bedeutung der politischen und touristischen Instrumentalisierung durch den Europarat im Mittelpunkt steht.
3.1.1. Politische Umstände als Auslöser der Pilgerfahrt
Der Beginn der Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela ist nach einer Theorie von Odilo Engels nicht auf eine von unten drängende Volksfrömmigkeit zurückzuführen, sondern auf eine kirchenpolitische Entwicklung. Damit erhält der Jakobsweg in seinen Anfängen eine politische Dimension oder, um es im Bezug zur vorliegenden Arbeit auszudrücken: Der Auslöser der Pilgerfahrt befindet sich nicht auf persönlicher, sondern auf ideologischer Ebene.
Ausgangspunkt für diese Annahme sind verschiedene Haupttheorien über die Translation der Gebeine des Heiligen Jakobus nach Santiago, die allerdings nur teilweise oder gar keine Zustimmung in der wissenschaftlichen Diskussion finden. Eine umfassende Übersicht insbesondere über den Forschungsstand, die Diskussionen und die Haupttheorien gibt Robert Plötz. Er verweist zunächst auf eine Hypothese von J. Pérez de Urbel, die auf einer in Mérida gefundene Inschrift auf einem Gedenkstein in einer Marienkirche basiert. Eine sichere Datierung der Inschrift ist nicht möglich, aber aufgrund des Schriftbildes wird der Zeitraum zwischen 601 und 648 angenommen. Urbel stellt in Bezug auf die Inschrift die Hypothese auf, dass die Reliquien aufgrund der umfangreichen Handelsbeziehungen zu Afrika und dem Orient über den Seeweg nach Mérida kamen, bei der Weihe der Marienkirche im Altar geblieben sind und wegen der Maureneinfälle nach Compostela gebracht wurden.
1. INHALT UND KONZEPTION DER ARBEIT: Einführung in die Thematik der Arbeit, Zielsetzung der Untersuchung und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise anhand von drei Ebenen.
2. DIE GESCHICHTE DES JAKOBSWEGES: Historischer Abriss von der Entstehung der Legende über den mittelalterlichen Aufstieg und Niedergang bis hin zur modernen Ernennung als Kulturstraße.
3. DIE STRUKTUR DES JAKOBSWEGES IM MITTELALTER: Tiefgehende Analyse der mittelalterlichen Pilgerschaft unterteilt in ideologische, räumliche und persönliche Aspekte, inklusive einer Untersuchung des Strukturwandels.
4. DIE STRUKTUR DES HEUTIGEN JAKOBSWEGES: Darstellung der modernen Strukturen des Jakobsweges als Kulturstraße, Fokus auf Europarat-Ziele, Identitätsbildung, Tourismuskonzepte und zeitgenössische Pilgermotive.
5. AUSBLICK: Reflexion über die zukünftige Entwicklung und die Gefahr der Kommerzialisierung bei gleichzeitiger Bewahrung der Authentizität.
Jakobsweg, Santiago de Compostela, Pilgerfahrt, Kulturtourismus, Europäische Identität, Europarat, Mittelalter, Reliquienkult, Authentizität, Strukturwandel, Pilgermotive, Kulturstraße, Infrastruktur, Wallfahrt.
Die Arbeit analysiert die strukturellen Gegebenheiten und Veränderungen des Jakobsweges vom Mittelalter bis zur Gegenwart, wobei der Fokus besonders auf seiner Rolle als Europäische Kulturstraße liegt.
Die Arbeit beleuchtet die ideologischen Hintergründe, die räumliche Infrastruktur und die persönlichen Beweggründe der Pilger in zwei verschiedenen Epochen.
Ziel ist es, die Faktoren zu bestimmen, die für den heutigen Erfolg des Jakobsweges verantwortlich sind, und die Transformation der Pilgerfahrt in einen kulturtouristischen Kontext zu verstehen.
Die Arbeit nutzt eine strukturierte Analyse anhand von drei definierten Ebenen (ideologisch, räumlich, persönlich) sowie die Auswertung von Fachliteratur und zeitgenössischen Pilgerberichten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der mittelalterlichen Strukturen und eine darauf aufbauende Analyse des heutigen Jakobsweges als Kulturstraße.
Zentrale Begriffe sind Identitätsbildung, Authentizität, Kulturtourismus, Strukturwandel und die pilgerpsychologische Motivation.
Der Europarat ist der Initiator, der durch die Ernennung zur Ersten Europäischen Kulturstraße die infrastrukturelle und ideologische Neuausrichtung des Weges maßgeblich beeinflusst hat.
Während im Mittelalter oft Bußpilger, Arme oder strafrechtlich Verurteilte unterwegs waren, ist das heutige Pilgern durch eine enorme Diversität an Motiven geprägt, die von spiritueller Sinnsuche bis hin zu sportlichem Ehrgeiz reicht.
Es existiert ein Spannungsfeld zwischen einem idealisierten, "wahren" Pilgerbild (Fußmarsch, Askese) und der touristischen Realität, was häufig zu internen Konflikten zwischen verschiedenen Pilgergruppen führt.
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