Masterarbeit, 2022
104 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Relevanz des Themas
1.2. Zielsetzung
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Verpackungen
2.1.1. Definition und Begriffsabgrenzung
2.1.2. Funktionen von Verpackungen
2.1.3. Verpackungen in der Lebensmittelindustrie
2.2. Nachhaltigkeit
2.2.1. Definition und Entstehung
2.2.2. Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung
2.2.3. Bedeutung der Nachhaltigkeit für die Unternehmenswelt
2.2.4. Nachhaltige Verpackungen
3. Konventionelle Verpackungen
3.1. Kunststoffe
3.1.1. Einführung und Begriffsabgrenzung
3.1.2. Eigenschaften von Kunststoffen
3.1.3. Arten von Kunststoffen
3.1.4. Recycling von Kunststoffen
3.2. Expandierter Polystyrol-Hartschaum (EPS)
3.2.1. Einführung und Begriffsabgrenzung
3.2.2. Eigenschaften des Expandierten Polystyrol-Hartschaums
3.2.3. Herstellung des Expandierten Polystyrol-Hartschaums
3.2.4. Recycling des Expandierten Polystyrol-Hartschaums
3.3. Papier, Pappe und Karton
3.3.1. Einführung und Begriffsabgrenzung
3.3.2. Herstellung von Papier
3.3.3. Recycling von Papier
3.4. Umweltauswirkungen von konventionellen Verpackungsmaterialien
4. Nachhaltige Verpackungen
4.1. Recycelte und recyclebare Verpackungsmaterialien
4.1.1. Einführung und Grundlagen
4.1.2. Bewertung des Recyclingansatzes
4.2. Biologisch abbaubare, kompostierbare und biobasierte Verpackungsmaterialien
4.2.1. Einführung und Begriffsabgrenzung
4.2.2. Arten von Biokunststoffen
4.2.3. Bewertung der Biokunststoffe
5. Verpackungskonzept am Praxisbeispiel des Unternehmens die Räucherei GmbH & Co. KG
5.1. Vorstellung des Unternehmens
5.2. Methodisches Vorgehen
5.3. Auswahl nachhaltiger Verpackungslösungen anhand des Scoring-Modells
5.3.1. Transportverpackungen mit Fokus auf B2C Kunden
5.3.2. Verkaufsverpackung Vakuumbeutel
5.4. Handlungsempfehlungen
6. Schlussbetrachtung
6.1. Fazit
6.2. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht eingehend die Problematik konventioneller Verpackungsmaterialien innerhalb der Lebensmittelindustrie und evaluiert kritisch, ob und unter welchen Voraussetzungen diese durch nachhaltige Alternativen ersetzt werden können. Das primäre Ziel besteht darin, durch eine fundierte wissenschaftliche Analyse sowie ein praktisches Konzept für das Unternehmen „Die Räucherei GmbH & Co. KG“ Antworten auf die zentrale Forschungsfrage zu finden, ob nachhaltige Verpackungslösungen die herkömmlichen Materialien zukünftig ersetzen können.
1.1. Problemstellung und Relevanz des Themas
Kunststoffe (ugs. Plastik oder Plaste) sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das Material ist leicht und kostengünstig. Merkmale, wie die Schutzfunktion, Haltbarkeit, Sterilität, Flexibilität und Geruchslosigkeit bergen gerade für die Verpackung und den Transport von Waren erhebliche Vorteile.
Seit den 1950er Jahren, bzw. seit der Entdeckung, dass sich ein Abfallprodukt der chemischen Industrie für die Produktion des Kunststoffs PVC eignet, steigt die Kunststoffproduktion Jahr für Jahr drastisch an. Im Jahr 2019 wurden circa 368 Millionen Tonnen Kunststoff weltweit produziert. Hochgerechnet kalkulieren Wissenschaftler daher mit über 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoffmaterial, welches jemals erzeugt wurde. Nur etwa 9% von diesem jemals produzierten Kunststoffmüll wurde bisher recycelt, 12% wurden verbrannt. Der Großteil (79%) endet auf Mülldeponien oder in unserer Umwelt wie z.B. den Ozeanen.
Die Verpackungsindustrie übernimmt hierbei den größten Anteil an der Gesamtverbrauchsmenge von Kunststoffen. Gründe für einen steigenden Verbrauch an Kunststoffverpackungen sind unter anderem zunehmender Distanzhandel, Convenience-Orientierung, Außer-Haus-Verbrauch von Lebensmitteln, sowie eine vermehrte Nachfrage nach kleineren Füllgrößen und/oder vorportionierten Einheiten.
Die Eigenschaften, welche Kunststoffe für Menschen so nützlich machen, stellen gleichzeitig ein großes Risiko dar. Merkmale wie die Dichte, Festigkeit und chemische Beständigkeit führen dazu, dass das Material in der Umwelt nicht biologisch abgebaut werden kann. Es zerfällt lediglich in immer kleinere Teile, dem sekundären Mikroplastik (< 5 mm). Die Kunststoffverschmutzung der Erde steigt somit Jahr für Jahr dramatisch an.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der weltweit massiv steigenden Kunststoffproduktion und deren negative ökologische Folgen ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Ersetzbarkeit durch nachhaltige Alternativen.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die zentralen Begrifflichkeiten „Verpackungen“ und „Nachhaltigkeit“ sowie das Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung definiert und auf die Relevanz für moderne Unternehmen übertragen.
3. Konventionelle Verpackungen: Das Kapitel bietet einen Überblick über primär genutzte Verpackungsmaterialien wie Kunststoff, Styropor und Papier/Karton sowie deren konkrete Umweltauswirkungen auf Mensch und Tierwelt.
4. Nachhaltige Verpackungen: Dieser Abschnitt behandelt Konzepte wie Recyclingmöglichkeiten und die Definition von Recyclingfähigkeit sowie biologisch abbaubare und biobasierte Alternativen nebst deren Vor- und Nachteilen.
5. Verpackungskonzept am Praxisbeispiel des Unternehmens die Räucherei GmbH & Co. KG: Der praktische Teil wendet ein Scoring-Modell an, um alternative Transport- und Verkaufsverpackungen für ein konkretes Fischereiunternehmen zu bewerten und konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.
6. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die gewonnen Erkenntnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Schritte in der Materialforschung und politischen Rahmenbedingungen.
Nachhaltigkeit, Verpackungsindustrie, Kunststoff, Recycling, Umweltauswirkungen, Lebensmittelindustrie, Biokunststoffe, Nutzwertanalyse, Verpackungsgesetz, Kreislaufwirtschaft, Mikroplastik, Ökobilanz, Ressourcenschonung, Verpackungskonzept, Stoffstrombild
Die Arbeit untersucht, ob und wie die Lebensmittelindustrie ihren hohen Verbrauch an konventionellen Verpackungsmaterialien durch nachhaltigere Lösungen ersetzen kann, ohne dabei die notwendigen Funktionalitäten zu gefährden.
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen von Verpackungen und Nachhaltigkeit, einer detaillierten Analyse konventioneller Verpackungsmaterialien und deren Risiken sowie der kritischen Auseinandersetzung mit modernen Alternativen wie Recyclingansätzen und Biokunststoffen.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Können nachhaltige Verpackungslösungen die konventionellen Verpackungsmaterialien zukünftig ersetzen?“
Neben einer systematischen Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung verwendet die Autorin ein strukturiertes Scoring-Modell (Nutzwertanalyse), um in einem praktischen Teil für ein spezifisches Unternehmen (Die Räucherei) Investitions- und Strategieentscheidungen für Verpackungen zu objektivieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Bestandsaufnahme konventioneller Materialien, eine Untersuchung nachhaltiger Ansätze (Recycling, Biokunststoffe) und das praktische Fallbeispiel, in dem spezifische Transport- und Verkaufsverpackungsalternativen mittels Nutzwertanalyse verglichen werden.
Nachhaltigkeit, Kunststoff, Recycling, Umweltauswirkungen, Verpackungskonzept, Kreislaufwirtschaft und Biokunststoffe sind die prägenden Begriffe.
Lebensmittel verlangen besondere Schutzfunktionen (hygenisch, lebensmittelkonform, temperaturstabil), wobei gleichzeitig strenge rechtliche Anforderungen erfüllt werden müssen, die den Einsatz von recycelten Materialien oder Biokunststoffen erschweren können.
Die Analyse verdeutlicht, dass für das Unternehmen bei Transportverpackungen die "Innobox" den höchsten Gesamtnutzen bietet, während bei Verkaufsbeuteln der "Vac 95+" trotz erdölbasierter Herkunft ökologisch aufgrund seiner 100-prozentigen Recyclingfähigkeit gegenüber komplexeren Bio-Verpackungen vorteilhaft bewertet wurde.
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