Bachelorarbeit, 2023
52 Seiten, Note: 1,9
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmung
2.1 Business-Englisch als Lingua Franca (BELF)
2.2 Foreign-Language-Anxiety
3 Forschungsstand
3.1 Auswirkungen von FLA
3.2 FLA und Arbeitszufriedenheit
4 Vorläufiges Fazit und Forschungslücke
5 Fragestellungen und Hypothesen
6 Methodik
6.1 Eingesetzte Messinstrumente
6.1.1 Erfassung der Anwendungshäufigkeit von BELF
6.1.2 Erfassung der Englischkenntnisse
6.1.3 Erfassung der Berufsposition
6.1.4 FLA in Formal-Settings-Skala (FLA-FS)
6.1.5 Skala zur Messung der Arbeitszufriedenheit (SAZ)
6.2 Durchführung der Untersuchung
6.3 Stichprobe
6.4 Datenauswertung
7 Ergebnisse
7.1 Deskriptive Statistik
7.1.1 Statistische Auswertung der Fragebögen
7.1.2 Varianzanalysen
7.2 Korrelationsanalysen
8 Diskussion
8.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
8.2 Praktische Bedeutung
8.3 Einschränkungen und Empfehlungen für die weitere Forschung
9 Fazit
Ziel der Bachelorarbeit ist es, den Zusammenhang zwischen der Fremdsprachenangst (Foreign-Language-Anxiety, FLA) im Kontext der Nutzung von Business-Englisch als Lingua Franca (BELF) und der Arbeitszufriedenheit bei nichtenglischsprachigen Beschäftigten zu analysieren. Dabei wird ebenfalls untersucht, ob die wahrgenommene berufliche Selbstverwirklichung durch diese Form der sprachinduzierten Angst beeinflusst wird, um daraus Management-Empfehlungen abzuleiten.
3.1 Auswirkungen von FLA
Wie eingangs erwähnt, kann FLA situationsspezifischen Angstreaktionen zugewiesen werden. Diese entstehen zunächst in der Amygdala, die ein Teil des menschlichen Gehirns und des limbischen Systems ist und Angstzustände verarbeitet. Durch eine Erhöhung der Adrenalinproduktion bereitet sie den Körper auf Kampf oder Flucht vor und erzeugt daher körperliche Veränderungen wie Schweißausbrüche, einen trockenen Mund oder einen erhöhten Puls (Aichhorn & Puck, 2017; Davis, 1992). Auf emotionaler Ebene erzeugt FLA bei Personen Gefühle von Verlegenheit und Scham in Bezug auf ihre sprachlichen Fähigkeiten und Kompetenzen. Dadurch erleben sie eine mentale Blockade in der Kommunikation, die durch die Tatsache, dass FLA beim Sprechen am höchsten ist, noch verstärkt wird (Cheng, Horwitz & Schallert, 1999). Aufgrund der Schamgefühle wird außerdem die Bereitschaft von Personen, sich anderen Teammitgliedern zu öffnen, gehemmt und die Bildung von vertrauensvollen Beziehungen erschwert (Mauranen & Ranta, 2009; Piekkari, Welch & Welch, 1997; Hinds, Neeley & Cramton, 2014; Tenze, Terjesen & Harzing, 2016; Dunn & Schweitzer, 2005). Des Weiteren führt FLA zu einer übermäßigen Selbstwahrnehmung im Hinblick auf das eigene Potential, d. h. den sprachlichen Fähigkeiten, und erzeugt Angst vor der negativen Beurteilung von anderen. Dadurch wird die Aufmerksamkeit der Person überwiegend auf sich selbst und andere gelenkt und nicht in adäquater Weise auf die arbeitsbezogene Tätigkeit, was eine Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit zur Folge hat (Eysenck, 1979).
Darüber hinaus haben Personen Schwierigkeiten, ihre Gedanken und Gefühle in der englischen Sprache auszudrücken, da sie ihre rhetorischen Fähigkeiten in der Muttersprache nicht vergleichbar anwenden können. Die eigene Authentizität kann daher nicht vollkommen ausgelebt werden, weshalb FLA ein vermindertes Selbstwertgefühl erzeugen kann (Tenzer & Pudelko, 2015). Zudem hat FLA auch Auswirkungen auf das Verhalten. Studien haben ergeben, dass nichtenglischsprachige Beschäftigte dazu neigen, auf passive, emotionsorientierte Bewältigungsstrategien zurückzugreifen, z. B. indem sie Unterhaltungen auf Englisch vermeiden, sich in Besprechungen nur nach Aufforderung äußern oder diesen von vornherein fernbleiben.
1 Einleitung: Diese Einführung thematisiert die weite Verbreitung von Business-Englisch als Lingua Franca (BELF) in deutschen Unternehmen und skizziert die damit einhergehenden potenziellen Störquellen in der Kommunikation sowie deren negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden.
2 Begriffsbestimmung: Hier werden die Kernbegriffe BELF, Foreign-Language-Anxiety (FLA) und Arbeitszufriedenheit definiert und theoretisch eingeordnet, wobei insbesondere das Konzept der Arbeitszufriedenheit nach Herzberg beleuchtet wird.
3 Forschungsstand: Dieser Abschnitt fasst vorhandene Erkenntnisse zu den emotionalen Auswirkungen von Sprachbarrieren und dem Konstrukt der Fremdsprachenangst im wirtschaftlichen Umfeld zusammen und identifiziert die Forschungslücke.
4 Vorläufiges Fazit und Forschungslücke: Das Kapitel schließt aus der Literatur, dass FLA physische und kognitive Folgen hat, und betont, dass dieses Thema in bestehenden Modellen der Arbeitszufriedenheit bisher zu wenig berücksichtigt wird.
5 Fragestellungen und Hypothesen: Basierend auf der Forschungslücke werden eine ungerichtete und zwei gerichtete Arbeitshypothesen formuliert, um den Zusammenhang zwischen FLA, Arbeitszufriedenheit und beruflicher Selbstverwirklichung empirisch zu prüfen.
6 Methodik: Es wird das Forschungsdesign beschrieben, das eine quantitative Online-Umfrage (n=104) mittels validierter Skalen (FLA-FS für Fremdsprachenangst, SAZ für Arbeitszufriedenheit) umfasst.
7 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren eine schwach negative Korrelation zwischen FLA und Arbeitszufriedenheit sowie eine stark positive Korrelation zwischen FLA und niedrigen Englischkenntnissen.
8 Diskussion: Die Resultate werden interpretiert, wobei die Bedeutung psychologischer Sicherheit und praktischer Management-Maßnahmen wie Diversitätskultur und Sprachförderung im Fokus stehen.
9 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Fremdsprachenangst die berufliche Selbstverwirklichung und das Wohlbefinden einschränkt und empfiehlt Unternehmen, FLA als zentrales Management-Thema zu integrieren.
Business-Englisch als Lingua Franca, BELF, Foreign-Language-Anxiety, Fremdsprachenangst, Arbeitszufriedenheit, berufliche Selbstverwirklichung, internationale Kommunikation, psychologische Sicherheit, Mitarbeiterführung, Sprachbarrieren, wirtschaftspsychologische Forschung, Risikovermeidung, Diversity Management, Angstkonstrukt, Unternehmensklima.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der durch Business-Englisch als Lingua Franca (BELF) verursachten Fremdsprachenangst (FLA) und der Arbeitszufriedenheit von nichtenglischsprachigen Beschäftigten.
Die zentralen Themen sind Sprachbarrieren in einem globalisierten Arbeitsumfeld, die psychologischen Auswirkungen von Fremdsprachenangst auf die Arbeitsleistung und die Bedeutung von psychologischer Sicherheit für die Zufriedenheit der Mitarbeitenden.
Das Hauptziel ist es, die bestehende Forschungslücke bezüglich des Zusammenhangs von FLA und Arbeitszufriedenheit zu schließen und konkrete Maßnahmen für Führungskräfte abzuleiten, um negative Auswirkungen von BELF zu mildern.
Es wurde eine quantitative Studie durchgeführt, bei der 104 Probanden mittels Online-Fragebögen befragt wurden. Die Daten wurden anschließend mit statistischen Verfahren wie dem t-Test, der einfaktoriellen ANOVA und Spearman-Korrelationen analysiert.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Arbeitszufriedenheit, das Konstrukt der FLA sowie deren physische, emotionale und verhaltensbezogene Auswirkungen auf das Individuum und die Teamdynamik.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Foreign-Language-Anxiety (FLA), Business-Englisch als Lingua Franca (BELF), Arbeitszufriedenheit, berufliche Selbstverwirklichung, psychologische Sicherheit und interkulturelle Kommunikation.
Die Ergebnisse dieser Studie zeigen keine signifikanten Unterschiede in der FLA-Ausprägung zwischen Männern und Frauen, was im Widerspruch zu manchen Vorläuferstudien steht.
Die Untersuchung ergab eine stark positive Korrelation: Beschäftigte mit geringeren Englischkenntnissen (Anfänger) weisen signifikant höhere Angstwerte auf als Beschäftigte mit fortgeschrittenen oder verhandlungssicheren Sprachkenntnissen.
Die Studie zeigt überraschenderweise, dass FLA auch bei Führungskräften auftreten kann, was für den Unternehmenserfolg kritisch ist, da diese Personen maßgebliche Entscheidungen treffen und Teams leiten.
Es wird empfohlen, FLA in das Diversity-Management aufzunehmen, psychologische Sicherheit zu etablieren, Sprachförderung anzubieten und englische Muttersprachler zu einem sprachlich inklusiven Verhalten zu verpflichten.
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