Bachelorarbeit, 2008
46 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Forschungsstand
2 Begriffsdefinitionen der Hysterie im Wandel der Zeit
2.1 Definition des Hysteriebegriffs
2.2 Symptome der Hysterie
3 Die Entwicklung der Auffassungen über Hysterie in der Geschichte der Medizin
3.1 Die Hysterie in der altägyptischen Medizin
3.2 Die Geburt des Hysteriebegriffs in der hippokratischen Medizin
3.3 Die Hysterie in der griechisch- römischen Medizin
3.4 Hysterie im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zwischen Krankheit und Sünde
3.4.1 Hysterie als Besessenheit und Hexenwerk im christlichen Mittelalter und der frühen Neuzeit
3.4.2 Medizinische Denkstile
4 Die Entwicklung der Hysterie von der Nervenkrankheit zur psychischen Störung
4.1 Anfänge und Vorläufer
4.2 Psychiatrische Denkrichtungen im 19. Jahrhundert
4.3 Der Weg zur psychogenen Krankheitsauffassung
5 Schlussbemerkungen
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, einen medizinhistorischen Überblick über den Wandel des Verständnisses von Hysterie zu geben. Die zentrale Forschungsfrage untersucht die unterschiedlichen Krankheitsauffassungen im Zeitverlauf, die Einbettung dieser Konzepte in die jeweiligen medizinischen Denkstile sowie den entscheidenden Durchbruch zum Verständnis psychogener Störungen unter Sigmund Freud.
3.2 Die Geburt des Hysteriebegriffs in der hippokratischen Medizin
Weitreichende politische und kulturelle Veränderungen lieferten besonders seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. die Grundlagen zur Entwicklung der griechischen Hochkultur. Auf dieser Grundlage konnten sie die Phänomene der Welt besser erklären und einordnen. Philosophen und Naturforscher versuchten, die Natur rational zu erfassen und zu erforschen. Damit begannen sie, die religiös-mythische Weltsicht in Frage zu stellen. Die Entwicklungen in den naturphilosophischen Anschauungen beeinflussten in erheblichem Maße auch die Entstehung der ersten wissenschaftlichen Heilkunde. Auf der Grundlage dieser Naturphilosophie begann man, in der griechischen Medizin nicht mehr die Sünden oder übernatürliche Kräfte für Krankheiten verantwortlich zu machen, sondern sie im Körper selbst zu suchen.
Wie zuvor ausgeführt, gehen etliche Forschungsarbeiten davon aus, dass die altägyptische Krankheitsvorstellung der „wandernden“ Gebärmutter als krankmachendes Element zahlreicher Frauenkrankheiten einige Parallelen zur Theorie der überlieferten Quellen aus der klassischen griechischen Medizin aufweisen. Es wird daher angenommen, dass diese Theorie neben der griechischen Philosophie vor allem erstmals in der Hippokratischen Medizin Eingang gefunden hat. Mit Hippokratischer Medizin (ca. 300 v. Chr. – 1./2. Jh. n. Chr.) wird im Allgemeinen die nach HIPPOKRATES von Kos (ca. 460 v. Chr. – 375 v. Chr.) benannte Phase bezeichnet, in der sein Werk eine dominierende Rolle für die medizinische Entwicklung einnahm.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität und Kontroversität des Hysteriebegriffs ein und erläutert den medizinhistorischen Fokus der Arbeit.
1.1 Fragestellung: In diesem Unterkapitel werden die zentralen Forschungsfragen zur historischen Entwicklung der Krankheitsauffassungen und zum Wandel des medizinischen Denkens formuliert.
1.2 Forschungsstand: Hier wird der aktuelle Stand der Forschung dargelegt, wobei der Fokus auf Originaltexten und medizinhistorischen Übersichtswerken liegt.
2 Begriffsdefinitionen der Hysterie im Wandel der Zeit: Dieses Kapitel erläutert die Vielschichtigkeit des Hysteriebegriffs, der historisch mit unterschiedlichen Bedeutungsinhalten verknüpft war.
2.1 Definition des Hysteriebegriffs: Der Begriff wird als nicht genau umschriebenes Krankheitsbild definiert, das sich im Laufe der Zeit von einer rein gynäkologischen Ursache hin zu einer psychogenen Störung entwickelte.
2.2 Symptome der Hysterie: Hier werden die Hysteriesymptome in drei Gruppen unterteilt: körperliche Funktionsstörungen, psychische Funktionsstörungen und hysterische Verhaltensmuster.
3 Die Entwicklung der Auffassungen über Hysterie in der Geschichte der Medizin: Dieses Kapitel bietet einen historischen Rückblick auf die Ursachenzuschreibungen und medizinischen Ansätze seit der Antike.
3.1 Die Hysterie in der altägyptischen Medizin: Es wird untersucht, wie altägyptische Quellen Symptome beschreiben, die retrospektiv der Hysterie zugeordnet werden können, wobei die Theorie der „wandernden“ Gebärmutter eine zentrale Rolle spielt.
3.2 Die Geburt des Hysteriebegriffs in der hippokratischen Medizin: Hier wird der Übergang von religiös-mythischen zu rationalen medizinischen Erklärungsversuchen im antiken Griechenland beschrieben.
3.3 Die Hysterie in der griechisch- römischen Medizin: Das Kapitel analysiert den Einfluss der Solidarpathologie und zeigt, wie Mediziner wie Soranus anatomische Fortschritte in das Verständnis der Hysterie integrierten.
3.4 Hysterie im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zwischen Krankheit und Sünde: Diese Sektion beleuchtet den Rückfall in übernatürliche Krankheitsdeutungen und das Wirken kirchlicher Dogmen.
3.4.1 Hysterie als Besessenheit und Hexenwerk im christlichen Mittelalter und der frühen Neuzeit: Hier wird die Verfolgung psychisch kranker Frauen im Kontext von Hexenglaube und Besessenheit analysiert.
3.4.2 Medizinische Denkstile: Es wird dargestellt, wie die Renaissance einerseits wissenschaftliche Fortschritte ermöglichte, aber andererseits noch lange an autoritären Lehrmeinungen festhielt.
4 Die Entwicklung der Hysterie von der Nervenkrankheit zur psychischen Störung: Dieses Kapitel beschreibt den wissenschaftlichen Wandel in der Medizin vom 17. bis zum 19. Jahrhundert.
4.1 Anfänge und Vorläufer: Hier werden Mediziner vorgestellt, die begannen, die Hysterie als Nervenkrankheit mit somatischen Ursachen im Kopf zu deuten.
4.2 Psychiatrische Denkrichtungen im 19. Jahrhundert: Das Kapitel vergleicht somatische und psychologische Ansätze in der Psychiatrie des 19. Jahrhunderts.
4.3 Der Weg zur psychogenen Krankheitsauffassung: Hier wird die Arbeit von Jean Martin Charcot und der entscheidende Durchbruch durch die Psychoanalyse von Sigmund Freud thematisiert.
5 Schlussbemerkungen: Zusammenfassende kritische Bewertung des historischen Wandels des Hysteriebegriffs und Ausblick auf die heutige Verwendung.
Hysterie, Medizingeschichte, Psychiatrie, Psychogene Störung, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Jean Martin Charcot, Hippokrates, Uterustheorie, Nervenkrankheit, Denkkollektiv, Symptomwandel, somatoforme Störung, dissoziative Störung, Medizinhistorik.
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der medizinischen Deutungen des Krankheitsbildes „Hysterie“ von der Antike bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.
Die zentralen Themen sind der Wandel medizinischer Theorien, die Rolle des Geschlechterbildes in der Krankheitszuschreibung sowie die Verschiebung von körperorientierten zu psychodynamischen Erklärungsmodellen.
Das Ziel ist es, nachzuzeichnen, wie sich medizinische Sichtweisen zur Hysterie verändert haben, wie diese in die jeweiligen historischen Denkstile eingebettet waren und warum erst unter Freud der Durchbruch zum Verständnis psychischer Ursachen gelang.
Es handelt sich um eine medizinhistorische Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse von Originaltexten sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit historischer Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen Epochen der Hysteriedeutung: von der antiken Uterustheorie über die mittelalterliche Hexenverfolgung bis hin zur Entwicklung der Neurologie und Psychoanalyse im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Hysterie, Medizingeschichte, Psychiatrie, Psychoanalyse, psychogene Störung, Symptomwandel und Körper-Seele-Dualismus.
Sie wirkte über Jahrhunderte hemmend, da sie den Blick der Mediziner auf den weiblichen Unterleib fixierte und die Erkenntnis verzögerte, dass die Hysterie als psychische Störung im Gehirn bzw. der Psyche verankert ist.
Die Abschaffung erfolgte aufgrund der Uneinheitlichkeit der Symptomatik, der unklaren Ätiologie und der diskriminierenden Konnotation des Begriffs, der als reines „Frauenleiden“ stigmatisiert war.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

