Diplomarbeit, 2004
86 Seiten, Note: 1,7
1 Beschreibung der Borderline-Persönlichkeitsstörung
1.1 Die Geschichte des Störungsbegriffs
1.2 Definition der Borderline-Persönlichkeitsstörung
1.2.1 Die Entwicklung einer Persönlichkeitsstörung
1.2.2 Allgemeine Kriterien einer Persönlichkeitsstörung nach dem DSM-IV
1.2.3 Diagnostische Kriterien der Borderline-Störung nach dem DSM IV
1.3 Epidemiologie
1.4 Verlauf und Prognose
1.5 Differenzialdiagnose und Komorbidität
1.6 Ätiologie
1.7 Persönlichkeitsstruktur eines Menschen mit Borderline-Erkrankung nach Kernberg
1.7.1 Störung der Entwicklung des Selbst als Ursprung der Borderline-Erkrankung
1.7.2 „Primitive Abwehrmechanismen“
1.7.3 Identitätsdiffusion und pathologische Auffassung von anderen
1.7.4 Fähigkeit der Realitätsprüfung
1.7.5 Zusammenfassung
2 Verhaltensweisen und Symptome von Menschen mit einer Borderline-Störung
2.1 Erläuterung der Kriterien nach dem DSM-IV
2.1.1 Das verzweifelte Bemühen, tatsächliches und vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden
2.1.2 Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch den Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist
2.1.3 Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung
2.1.4 Impulsivität in mindestens zwei selbstschädigenden Bereichen
2.1.5 Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder –drohungen oder Selbstverletzungsverhalten
2.1.6 Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung
2.1.7 Chronisches Gefühl der Leere
2.1.8 Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren
2.1.9 Vorübergehende, durch Belastung ausgelöste paranoide Vorstellung oder schwere dissoziative Symptome
2.2 Weitere wichtige Merkmale der Borderline-Störung
2.2.1 Hang zur Depression
2.2.2 Antisozialität und delinquentes Verhalten
2.2.3 Drogenmissbrauch
2.2.4 Essstörungen
2.2.5 Sexualität
2.2.6 Ressourcen
2.3 Zusammenfassung
3 Sozialarbeit mit Borderline-Persönlichkeiten: Behandlungsmethoden und Interventionen
3.1 Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) nach LINEHAN
3.1.1 Der dialektisch-behaviorale Behandlungsansatz
3.1.2 Dialektische Strategie
3.1.3 Die Therapeutische Beziehung in der DBT
3.1.4 Sozialarbeiterische Strategien
3.2 Das Kommunikationsmodell: SET
3.2.1 Unterstützung
3.2.2 Mitgefühl
3.2.3 Wahrheit
3.2.4 Ein Fallbeispiel
3.3 Aufgabenbereiche und Bedeutung der Sozialarbeit im Umgang mit psychisch Kranken/ Borderline-Persönlichkeiten
3.4 Der ganzheitlich-systemische Anspruch der Sozialarbeit
3.5 Empowerment
3.5.1 Erlernte Hilflosigkeit
3.5.2 Das Konzept der Salutogenese
3.5.3 Die professionelle Haltung in der Empowerment-Arbeit
3.5.4 Empowerment-Strategien
3.6 Angehörigenarbeit
3.6.1 Die Welt einer Borderline-Persönlichkeit verstehen
3.6.2 Auswirkungen des Borderline-Verhaltens auf den Angehörigen
3.6.3 Verantwortung übernehmen
3.6.4 Grenzen setzen
3.6.5 Hilfe in Anspruch nehmen
3.7 Zusammenfassung
4 Schlussbemerkung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die komplexen Verhaltensmuster der Borderline-Persönlichkeitsstörung aus sozialarbeiterischer Sicht zu beleuchten und wirksame Interventionsmethoden für die Praxis sowie für die Arbeit mit Angehörigen aufzuzeigen.
2.1.1 Das verzweifelte Bemühen, tatsächliches und vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden
Tess: „Wenn ich mich verlassen fühle, empfinde ich eine Mischung aus Isolation, Angst und Entfremdung von meiner Umgebung. Ich gerate in Panik. Ich komme mir verraten und benutzt vor und habe das Gefühl, sterben zu müssen.“
Für Borderline-Persönlichkeiten löst die Vorstellung verlassen zu werden ebenso wie jedes Signal, welches darauf hindeutet, Panik und damit gleichzeitig häufig äußerste Angst und in dessen Folge Wut aus. Das Selbstbild, Denken und Handeln fügen und verändern sich dem Impuls der Angst entsprechend. Die Angst vor dem Verlassenwerden kann mit traumatischen Erfahrungen aus der Kindheit zusammenhängen.
Berit: „Und dazwischen immer der Mann, der auf das Kind einschlägt – mein Vater. Und die Frau, die dann fortgeht – meine Mutter. Warum lässt sie mich so alleine?“
Menschen mit einer Borderline-Störung neigen dazu, im allein gelassen werden eine Bestätigung ihres negativen Selbstbildes zu sehen. Weil sie „böse“ sind, werden sie verlassen. Zudem führt die oftmals fehlende Objektkonstanz der Borderliner dazu, Abwesenheit mit Verlassenwerden zu verwechseln. Zeitweiliges Alleinsein wird von ihnen als immerwährende Isolation empfunden. Das innere Bild wichtiger Bezugspersonen in sich lebendig zu halten wenn diese nicht tatsächlich präsent sind, ist für Menschen mit Borderline-Störung ein sehr schwerer Akt. Im Grunde genommen sind sie wie Kinder, die bei der Abwesenheit der Eltern außer sich geraten und tief verunsichert sind.
1 Beschreibung der Borderline-Persönlichkeitsstörung: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung, die diagnostischen Kriterien nach dem DSM-IV sowie das psychodynamische Strukturmodell nach Kernberg.
2 Verhaltensweisen und Symptome von Menschen mit einer Borderline-Störung: Eine detaillierte Aufarbeitung der Kernsymptome wie Impulsivität, Identitätsstörung und Affektinstabilität sowie komorbider Merkmale.
3 Sozialarbeit mit Borderline-Persönlichkeiten: Behandlungsmethoden und Interventionen: Hier werden die DBT nach Linehan, das SET-Modell und Empowerment-Strategien zur Unterstützung von Betroffenen und Angehörigen praxisorientiert dargestellt.
4 Schlussbemerkung: Ein Resümee über die Notwendigkeit von fachlicher Qualifikation und reflexiver Teamarbeit in der Sozialpsychiatrie.
Borderline-Persönlichkeitsstörung, Sozialarbeit, DBT, Linehan, SET-Modell, Empowerment, Angehörigenarbeit, Impulsivität, Identitätsdiffusion, Abwehrmechanismen, Psychodynamik, Salutogenese, psychische Erkrankung, Krisenintervention, Sozialtherapie
Die Arbeit untersucht das Störungsbild der Borderline-Persönlichkeitsstörung und leitet daraus konkrete sozialarbeiterische Handlungsstrategien und therapeutische Ansätze ab.
Neben der psychiatrischen Symptombeschreibung und den psychodynamischen Ursachen fokussiert die Arbeit auf die Bedeutung der Sozialarbeit, das Empowerment-Konzept sowie die Unterstützung von Angehörigen.
Die Arbeit widmet sich der Frage, wie Fachkräfte der Sozialen Arbeit durch fundiertes Wissen über Borderline-Störungen adäquate Interventionsschritte planen und umsetzen können.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine fundierte Literaturanalyse psychiatrischer Klassifikationssysteme (DSM-IV) und psychodynamischer Theorien (Kernberg, Linehan).
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der Borderline-Symptome und eine systematische Darstellung von Behandlungsmethoden wie der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) und dem SET-Modell.
Zentrale Begriffe sind Borderline-Störung, DBT, Empowerment, soziale Arbeit, Identitätsdiffusion, Affektinstabilität und Angehörigenarbeit.
Es bietet eine praktikable und strukturierte Kommunikationsrichtlinie für den Alltag, um auch bei unvorhersehbarem Verhalten der Klienten konstruktiv, authentisch und sicher zu agieren.
Die Einbeziehung von Angehörigen wird als essenziell bewertet, um nicht nur das soziale Netzwerk zu stabilisieren, sondern den Angehörigen selbst durch Beratung und Aufklärung vor Überforderung zu schützen.
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