Bachelorarbeit, 2020
53 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
2.1. Konzentration und Aufmerksamkeit
2.2. Motorik
2.3. Koordination
2.3.1. Differenzierungsfähigkeit
2.3.2. Reaktionsfähigkeit
2.3.3. Kopplungsfähigkeit
2.3.4. Orientierungsfähigkeit
2.3.5. Gleichgewichtsfähigkeit
2.3.6. Umstellungsfähigkeit
2.3.7. Rhythmisierungsfähigkeit
3. Das Prinzip der bewegten Schule und das frühe Schulkindalter
3.1. Zeitraum des frühen Schulkindalters
3.2. Motorische Entwicklung im frühen Schulkindalter
3.3. Kognitive Entwicklung im frühen Schulkindalter
3.4. Bewegte Schule – Analyse der Bewegungsaufgaben unter dem Aspekt der koordinativen Fähigkeiten
3.4.1. Analyse des Moduls Bewegungspausen
3.4.2. Analyse des Moduls Lernen mit Bewegung
3.4.3. Interpretation der Analyseergebnisse
4. Der Einfluss von Koordinationsübungen auf Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit
4.1. Biologisch-neurologische Zusammenhänge
4.2. Aktueller Forschungsstand – Studien und Metaanalysen
4.3. Zwischenfazit: Koordination und Kognition
5. Abschluss
5.1. Abgrenzung
5.2. Fazit und kritische Reflektion
5.3. Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht, ob und wie Bewegung, die im Spektrum der Koordination liegt, die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistungen von Kindern im frühen Schulkindalter verbessern kann. Das Ziel der Arbeit ist es, einen förderlichen Zusammenhang nachzuweisen und kritisch zu beleuchten.
3.4.1. Analyse des Moduls Bewegungspausen
Die wenige Minuten umfassenden Bewegungspausen finden während des Unterrichts statt und sollen Motivation, kognitive Leistung und Konzentration steigern. In der folgenden Analyse soll deutlich gemacht werden, dass die den Kindern gestellten Bewegungsaufgaben in erster Linie koordinative Fähigkeiten ansprechen. Dazu werden ausgewählte Aufgaben vorgestellt, untersucht und den jeweiligen koordinativen Fähigkeiten zugeordnet.
Als Erstes wurde eine Bewegungsaufgabe ausgewählt, in der sich die Kinder von ihren Plätzen erheben, kreuz und quer durch den Klassenraum gehen und sich wieder setzen sollen, ohne dabei zu sprechen (Projekt StuBSS1, o.J., S. 3). Diese einfache, aber vielfältige Aufgabe spricht neben der Orientierungs-, Gleichgewichts- und Umstellungsfähigkeit auch die Reaktions- und Rhythmisierungsfähigkeit an. Die Kinder müssen sich im Klassenraum orientieren und zwischen Stühlen, Tischen, Schultaschen und Mitschüler_Innen einen Weg finden, müssen ihren Körper im Gleichgewicht halten, auf andere, ihnen entgegenkommende Kinder reagieren und ihre Gehbewegung situativ angepasst umstellen. Außerdem benötigen sie einen eigenen Gehrhythmus. Diese Aufgabe gehört generell zu den weniger anspruchsvollen Übungen, beinhaltet aber eine Fülle an koordinativen Angeboten.
Die nächste Aufgabe ist das Vorstrecken, Seithalten und Hochhalten der Arme im Stehen, wobei diese auch (gegengleich) gekreist werden. Zusätzlich sollen die Kinder mit ihren Fingern ‚Klavier spielen‘ oder nach der ‚Luft greifen‘ (ebd.). Beim gegengleichen Kreisen der Arme werden die Differenzierungs- und Kopplungsfähigkeit, das Gleichgewicht sowie die Rhythmisierungsfähigkeit angesprochen. Die Kinder müssen Teilbewegungen mehrfach hintereinander koppeln und dabei in zwei verschiedene Schwungrichtungen differenzieren. Die Gleichgewichtsfähigkeit wird angesprochen, da die Kinder ihr Standgleichgewicht gegen ihre Bewegungen ausgleichen müssen. Beim Schwingen müssen die Kinder ihren eigenen Rhythmus finden und diesen aufrecht erhalten, um eine dynamische Bewegung auszuführen. Das Bewegen der Finger spricht die gesamte Feinmotorik an, außerdem müssen kleine, ungewohnte Muskelgruppen angesteuert werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Bewegung für die kindliche Entwicklung dar und thematisiert das Problem des bewegungsarmen Alltags von Grundschulkindern sowie dessen Auswirkungen auf kognitive Prozesse.
2. Begriffsbestimmung: Hier werden die zentralen Begriffe Konzentration, Aufmerksamkeit, Motorik und die verschiedenen koordinativen Fähigkeiten wissenschaftlich definiert und in den Kontext sportmotorischer Modelle gesetzt.
3. Das Prinzip der bewegten Schule und das frühe Schulkindalter: In diesem Kapitel wird das frühe Schulkindalter charakterisiert und das Konzept der "bewegten Schule" anhand der Module Bewegungspausen und Lernen mit Bewegung analysiert.
4. Der Einfluss von Koordinationsübungen auf Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit: Dieses Kernkapitel untersucht die neurologischen Wirkmechanismen zwischen Bewegung und Gehirn und wertet empirische Studien zur Wirksamkeit der Bewegungsansätze aus.
5. Abschluss: Im letzten Kapitel werden die Erkenntnisse der Arbeit in einem Fazit zusammengeführt, kritisch reflektiert und in einem Ausblick zukünftige Forschungsbedarfe skizziert.
Koordination, Konzentration, Aufmerksamkeit, bewegte Schule, frühes Schulkindalter, Bewegungsaufgaben, kognitive Entwicklung, motorische Fähigkeiten, Neurologie, Leistungsfähigkeit, Bewegungspausen, Lernen mit Bewegung, Sportmotorik, Schulerfolg, Interventionsstudien.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen koordinativen Bewegungsübungen von Grundschulkindern und ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit, insbesondere bezogen auf Konzentration und Aufmerksamkeit.
Die Kerngebiete umfassen die Definition koordinativer Fähigkeiten, die Entwicklungsphasen im frühen Schulkindalter, das Konzept der "bewegten Schule" sowie neurologische Auswirkungen körperlicher Aktivität auf das Gehirn.
Das primäre Ziel besteht darin, durch theoretische Analyse und die Auswertung empirischer Studien nachzuweisen, dass koordinative Bewegungsaufgaben positive Effekte auf die Konzentrationsfähigkeit von Grundschülern haben.
Es handelt sich um eine reine Literaturarbeit, die auf einer umfassenden Aufarbeitung wissenschaftlicher Definitionen, theoretischer Modelle sowie der Auswertung bestehender Interventions- und Beobachtungsstudien basiert.
Der Hauptteil analysiert, wie spezifische Bewegungsmodule der "bewegten Schule" koordinative Anforderungen stellen und welche biologisch-neurologischen Prozesse durch diese Übungen im Gehirn aktiviert werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Koordination, Konzentration, Aufmerksamkeit, bewegte Schule und motorische Entwicklung bestimmt.
Bewegungspausen dienen dazu, durch kurze, physische Aktivierung die Konzentration neu zu fokussieren und dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder in einem sonst vorwiegend stillen Schulalltag gerecht zu werden.
In diesem Alter (ca. 6-10 Jahre) ist die motorische Entwicklung der Kinder in einer "günstigen Phase der Trainierbarkeit". Zudem bilden sie in dieser Zeit kognitive Voraussetzungen aus, um sich zielgerichtet zu konzentrieren und zu lernen.
Die Analyse zeigt, dass die Bewegungsaufgaben in der "bewegten Schule" keine zufälligen Übungen sind, sondern explizit koordinative Fähigkeiten (wie Gleichgewicht oder Rhythmisierung) ansprechen, welche wiederum die neurokognitiven Funktionen begünstigen.
Die Studien belegen mehrheitlich, dass ein systematischer Einbau von Koordinationsübungen in den Unterricht zu einer signifikanten Verbesserung der Konzentrationsleistungen führen kann, wobei dieser Effekt Zeit und Regelmäßigkeit benötigt.
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