Diplomarbeit, 2008
84 Seiten, Note: 2,5
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Eingrenzung der Handlungsfelder
2.1 Schilddrüsenerkrankungen aufgrund von Jodmangel
2.1.1 Euthyreote Struma
2.1.1.1 Struma diffusa
2.1.1.2 Struma nodosa
2.1.2 Hypothyreose
2.1.3 Hyperthyreose
2.1.4 Auftreten der Jodmangelerkrankungen
2.2 Prävention
2.2.1 Primärprävention
2.2.2 Sekundärprävention
2.2.3 Tertiärprävention
2.3 Jodversorgung
2.3.1 Jodaufnahme durch Lebensmittel
2.3.1.1 Natürliche Jodvorkommen
2.3.1.2 Verwendung von jodiertem Speisesalz in Privathaushalten
2.3.1.3 Verwendung von jodiertem Speisesalz in der Industrie
2.3.1.4 Jodierung von Futtermittel
2.3.2 Möglichkeiten der Ausweitung der Jodprophylaxe
2.3.2.1 Jodierung des Trinkwassers
2.3.2.2 Aufklärungskampagne zum Thema „Jodmangel“
3 Kosten der Handlungsfelder
3.1 Kosten der jodmangelbedingten Schilddrüsenerkrankungen
3.1.1 Direkte Kosten
3.1.1.1 Ambulante Kosten
3.1.1.2 Stationäre Kosten
3.1.2 Indirekte Kosten
3.1.2.1 Humankapitalansatz
3.1.2.2 Friktionskostenansatz
3.1.3 Intangible Kosten
3.1.4 Kostenübersicht
3.2 Kosten der Präventionsmaßnahme
4 Bewertung der Ergebnisse
4.1 Grundformen der Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen
4.1.1 Kosten-Nutzen-Analyse
4.1.2 Kosten-Effektivitäts-Analyse
4.1.3 Kosten-Nutzwert-Analyse
4.2 Anwendbarkeit der Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen
4.2.1 Auswirkungen einer ausreichenden Jodversorgung
4.2.2 Bestimmung des erzielbaren Nutzens
5 Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, ob eine Ausweitung der Jodprophylaxe unter dem Aspekt der Kostenersparnis im deutschen Gesundheitswesen anzustreben ist. Dabei wird analysiert, inwieweit eine verbesserte Jodversorgung das Auftreten von Schilddrüsenerkrankungen senken und damit medizinische Folgekosten reduzieren kann.
2.1.1.1 Struma diffusa
Die Struma diffusa (bei euthyreoter Stoffwechsellage) beschreibt eine gleichmäßige Vergrößerung (Hyperplasie) der Schilddrüse. Der ursächliche Zusammenhang liegt zum größten Teil in einem permanenten Jodmangel, wodurch die Schilddrüse die Hormonproduktion nicht ungehindert fortsetzen kann. Dies wird in der Hirnanhangdrüse – als übergeordnetes Zentrum im Hirn – registriert und sorgt für eine Stimulation der Schilddrüse. Diese wächst, um das wenig vorhandene Jod bestmöglich zu nutzen.
Diese Art der Erkrankung weist in Deutschland die höchste Prävalenz der Schilddrüsenerkrankungen auf. Die Schwankungsbreite liegt bei 20 – 50 % in der Bevölkerung. Die notwendige Therapie hängt von dem Beschwerdebild des Patienten und dem möglichen Risiko bei der Entstehung von Folgeerkrankungen ab. Je nach Stadium stehen drei Therapieverfahren zur Verfügung: die medikamentös-konservative, die Radiojod- und die operative Therapie. Grundsätzlich sollten alle Strumen behandelt werden, die die geschlechtsspezifischen Normalwerte überschreiten.
Therapiemöglichkeiten: Besteht die Struma noch nicht lange bzw. ist diese noch nicht zu groß (Strumagröße < 50 ml), stellt die medikamentöse Therapie mit Jodid als Basistherapie einen kausalen Therapieansatz dar. Dies trifft i.d.R. bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu, da hier der reine Jodmangel als Auslösefaktor vorliegt. Die Dosis liegt bei etwa 100-200 µg pro Tag.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die angespannte Ausgabensituation im deutschen Gesundheitswesen und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob eine intensivierte Jodprophylaxe ökonomisch vorteilhafte Einsparungen bei Schilddrüsenerkrankungen ermöglichen kann.
2 Eingrenzung der Handlungsfelder: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Jodmangel als Ursache von Schilddrüsenerkrankungen, definiert Präventionsstrategien und bewertet aktuelle Ansätze der Jodversorgung wie Salzjodierung oder Trinkwasserzusätze.
3 Kosten der Handlungsfelder: Hier erfolgt eine detaillierte Aufschlüsselung der direkten, indirekten und intangiblen Kosten, die durch jodmangelbedingte Schilddrüsenerkrankungen und entsprechende Präventionsmaßnahmen im Gesundheitssystem entstehen.
4 Bewertung der Ergebnisse: Dieser Abschnitt analysiert verschiedene gesundheitsökonomische Methoden wie die Kosten-Nutzen-Analyse und untersucht mittels Experteninterviews das realistische Einsparpotenzial einer intensivierten Jodprophylaxe.
5 Fazit: Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass eine konkrete Bezifferung der Einsparungen zum aktuellen Zeitpunkt aufgrund fehlender empirischer Fakten nicht möglich ist, betont jedoch die Bedeutung einer ausreichenden Jodversorgung für die künftige Senkung von Krankheitsraten.
Jodmangel, Schilddrüsenerkrankungen, Jodprophylaxe, Gesundheitsökonomie, Kosten-Nutzen-Analyse, Prävention, Struma, Struma diffusa, Struma nodosa, Gesundheitskosten, Kosteneinsparung, Schilddrüsenoperation, Radiojodtherapie, Jodversorgung, Lebensqualität
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen von Präventionsmaßnahmen gegen Jodmangel, konkret die Frage, ob eine Intensivierung der Jodprophylaxe die Behandlungskosten von Schilddrüsenerkrankungen signifikant senken kann.
Die zentralen Themen sind die medizinischen Grundlagen von Schilddrüsenerkrankungen (wie Struma), die verschiedenen Formen der Prävention und die gesundheitsökonomische Bewertung von Behandlungskosten.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine Ausweitung der Jodprophylaxe unter dem Aspekt der Kostenersparnis für das deutsche Gesundheitswesen medizinisch und ökonomisch sinnvoll ist.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zu medizinischen und ökonomischen Grundlagen sowie eine qualitative Expertenbefragung (Interviews mit Endokrinologen und Nuklearmedizinern), um die Einschätzungen von Fachleuten zur Jodversorgung zu erfassen.
Im Hauptteil werden zunächst die Schilddrüsenerkrankungen definiert, gefolgt von einer detaillierten Erfassung der direkten (ambulante/stationäre Versorgung) und indirekten Kosten sowie der Bewertung mittels ökonomischer Analysemodelle.
Wichtige Begriffe sind Jodmangel, Jodprophylaxe, Struma, Kosten-Nutzen-Analyse, Gesundheitsökonomie und Schilddrüsenerkrankungen.
Die Struma diffusa bezeichnet eine gleichmäßige Vergrößerung des Schilddrüsengewebes, während die Struma nodosa durch knotige Veränderungen des Schilddrüsengewebes gekennzeichnet ist.
Die Bewertung ist schwierig, da sie subjektive Empfindungen wie Schmerzen oder Stress erfordert, die sich nur schwer direkt in Geldeinheiten umrechnen lassen, was eine objektive ökonomische Messung erschwert.
Die befragten Experten sind sich weitgehend einig, dass die bestehende freiwillige Jodsalzprophylaxe sinnvoll ist, sehen jedoch unterschiedliche Notwendigkeiten für eine weitere Ausweitung – von verstärkter Aufklärung bis hin zur Trinkwasserjodierung.
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