Diplomarbeit, 2008
103 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Globalisierung der Finanzmärkte
2.1 Treibende Kräfte der Finanzmarktglobalisierung
2.1.1 Deregulierung und Liberalisierung der Finanzmärkte
2.1.2 Technologischer Fortschritt
2.1.3 Innovative Finanzinstrumente
2.2 Globalisierung im Bankensektor
2.2.1 Die Rolle der Banken auf den Finanzmärkten
2.2.2 Die Rolle anderer Finanzmarktteilnehmer
2.2.2.1 Private Equity-Fonds
2.2.2.2 Hedge Fonds
2.3 Vor- und Nachteile globalisierter Finanzmärkte
3. Finanzkrisen
3.1 Bankenaufsicht, Einlagensicherung und Bilanzierungsvorschriften als Grundlage von Vertrauen in Finanzmärkte
3.2 Spekulation und spekulative Blasen
3.2.1 Spekulation
3.2.2 Spekulative Blasen
3.3 Erklärungsansätze von Finanzkrisen
3.3.1 Definition und Typisierung
3.3.2 Krisenmodelle
3.3.2.1 Erste Generation
3.3.2.2 Zweite Generation
3.3.2.2.1 Herdenverhalten
3.3.2.2.2 Ansteckungseffekte
3.3.2.3 Dritte Generation
3.3.2.3.1 Moral Hazard Ansatz
3.3.2.3.2 Bank Run Ansatz
3.3.2.3.3 Balance Sheet Ansatz
3.4 Bank Runs und Bankenkrisen
3.4.1 Informationsasymmetrien, Moral Hazard und Adverse Selektion
3.4.2 Bank Runs
3.4.3 Systemrisiken und Bankenkrisen
3.4.4 Der Fall Northern Rock
4. Die Subprime-Krise in den USA
4.1 Der Greenspan Put und die Great Moderation
4.2 Der Markt für Hypothekenkredite in den USA
4.3 Kreditverbriefung und das Originate to Distribute-Modell
4.3.1 Kreditverbriefung
4.3.2 Die Originate to Distribute-Verbriefungskette
4.4 Die Subprime-Krise und ihre Folgen
4.5 Übertragung Richtung EU
5. Ansatzpunkte und politische Optionen zur Verbesserung der Finanzmarktstabilität
5.1 Die Rolle der internationalen Organisationen
5.1.1 Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und Basel II
5.1.2 Der Internationale Währungsfonds
5.2 Die Rolle der Notenbanken
5.3 Transparenz auf den Finanzmärkten
5.3.1 Die Rolle der Ratingagenturen
5.3.2 Transparenz auf dem Markt für Kreditverbriefungen
5.4 Risiko- und Liquiditätsmanagement von Banken
5.5 Bankenaufsicht
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen, Abläufe und Auswirkungen internationaler Finanzkrisen, mit einem besonderen Fokus auf die Entstehung der Subprime-Krise in den USA. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Mechanismen zu entwickeln, die zur Instabilität von Finanzmärkten führen, und daraus politische Lösungsansätze zur Stärkung der globalen Finanzmarktstabilität abzuleiten.
3.2.1 Spekulation
Aschinger definiert Spekulation als „jede durch Gewinnstreben motivierte Ausnutzung erwarteter zeitlicher Preisunterschiede eines Gutes auf einem bestimmten Markt.“ Die Preisentwicklung eines Gutes vom Zeitpunkt des Erwerbs bis zum Zeitpunkt der Veräußerung ist allerdings unsicher und Spekulation damit mit Risiken behaftet. Indes liegt aber auch eine wesentliche Funktion von Spekulation in der Übernahme von Risiken. Spekulanten verfolgen einzig und allein das Ziel, ein gekauftes bzw. verkauftes Gut in Erwartung kurzfristiger Preisänderungen zu einem späteren Zeitpunkt wieder mit Gewinn zu verkaufen bzw. zu kaufen. Hierbei ist der Spekulant weder an einer langfristigen Wertsteigerung des Gutes, noch an Erträgen aus der Nutzung des Gutes interessiert. Von dieser Definition abzugrenzen sind Arbitragegelegenheiten, bei denen zwar auch Preisdifferenzen auf verschiedenen Märkten ausgenutzt werden, diese Differenzen aber aktuell bestehen, so dass Arbitrage risikofrei ist.
Arbitrage wird daher häufig auch als Einladung zum free lunch interpretiert und steigert durch die Vereinheitlichung der Preise für identische Güter auf unterschiedlichen Märkten die Effizienz der Märkte und ist damit gesamtwirtschaftlich wünschenswert. Aber auch Spekulation kann aus gesamtwirtschaftlicher Sicht wünschenswert sein, da der Handel mit Gütern erleichtert sowie Preisschwankungen verringert werden und somit die Wirkungsweise der Märkte verbessert wird. Dies ist jedoch nur bei einer preisstabilisierenden Spekulation der Fall, hingegen kann eine preisdestabilisierende Spekulation die Markteffizienz beeinträchtigen und zu Marktversagen führen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Debatte um die Globalisierung der Finanzmärkte ein und stellt die Subprime-Krise als zentrales Beispiel für deren Instabilität dar, woraus die Forschungsfragen der Arbeit abgeleitet werden.
2. Globalisierung der Finanzmärkte: Dieses Kapitel analysiert die treibenden Faktoren der Finanzmarktglobalisierung, wie Deregulierung und technologischen Fortschritt, sowie deren Auswirkungen auf Banken und andere Finanzmarktakteure.
3. Finanzkrisen: Hier werden die theoretischen Grundlagen von Finanzkrisen gelegt, einschließlich der Rolle von Bankenaufsicht, Spekulation und verschiedenen Krisenmodellen zur Erklärung systemischer Instabilitäten.
4. Die Subprime-Krise in den USA: Dieses Kapitel untersucht detailliert die Hintergründe der US-Hypothekenkrise, insbesondere den Einfluss von Kreditverbriefungen und die Übertragungskanäle in Richtung EU.
5. Ansatzpunkte und politische Optionen zur Verbesserung der Finanzmarktstabilität: Dieser Abschnitt erörtert Maßnahmen internationaler Organisationen und Notenbanken zur Krisenprävention, Verbesserung der Transparenz sowie zur Stärkung des Risikomanagements und der Bankenaufsicht.
6. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und resümiert die Notwendigkeit einer engen internationalen Kooperation zur Sicherung der Finanzmarktstabilität.
Finanzkrisen, Globalisierung, Finanzmarktstabilität, Subprime-Krise, Bankenregulierung, Kreditverbriefung, Spekulation, Moral Hazard, Adverse Selektion, Bank Run, Liquiditätsrisiko, Finanzinnovationen, Basel II, Ratingagenturen, Risikomanagement.
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen der fortschreitenden Globalisierung der Finanzmärkte und der Entstehung systemischer Finanzkrisen, wobei die US-Subprime-Krise als primäres Fallbeispiel dient.
Zentrale Themen sind die treibenden Kräfte der Finanzmarktintegration, die Rolle des Bankensektors, die Mechanismen hinter spekulativen Blasen und die regulatorischen Herausforderungen zur Sicherung der Finanzmarktstabilität.
Das Ziel ist es, die Ursachen für das Scheitern von Stabilitätsmechanismen in Finanzmärkten aufzuzeigen und Lösungsansätze zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit des globalen Finanzsystems zu diskutieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Krisenmodelle (erste bis dritte Generation) und wendet diese theoretischen Erkenntnisse auf den Verlauf und die Folgen der Subprime-Krise an.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Globalisierung und der Krisenentstehung sowie eine detaillierte Fallstudie zur Subprime-Krise, gefolgt von einer Diskussion politischer Handlungsoptionen.
Schlüsselbegriffe sind neben Finanzkrisen und Globalisierung insbesondere Kreditverbriefung, Moral Hazard, Informationsasymmetrien, Bank Runs und die Regulierungsstandards nach Basel II.
Sie werden kritisch hinterfragt, weil sie im Verbriefungsprozess durch unzureichende Bewertungen und mangelnde Unabhängigkeit vom Emittenten dazu beigetragen haben, die systemischen Risiken komplexer Finanzprodukte zu verschleiern.
Es wird als entscheidende Ursache für die Krise identifiziert, da es durch die Trennung von Kreditvergabe und Risikoübernahme die Anreize zur Prüfung der Kreditqualität massiv untergraben hat.
Der IWF wird hinsichtlich seiner Wirksamkeit in der Krisenprävention bewertet, wobei die Arbeit die moralische Gefahrenproblematik ("Moral Hazard") seiner Hilfsprogramme analysiert.
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