Masterarbeit, 2022
78 Seiten, Note: 2,0
1 Problemstellung, Gang der Untersuchung und Zielsetzung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Grundlagen ErbStG
2.2 Werttheorien der Unternehmensbewertung
2.3 Kategorisierung der Bewertungsmethoden
2.4 Methodenpluralismus i. S. d. § 11 BewG
3 Analyse ausgewählter erbschaft- und schenkungsteuerlicher Bewertungsmethoden
3.1 Das klassische Ertragswertverfahren
3.2 Die DCF-Verfahren
3.3 Das vereinfachte Ertragswertverfahren
3.4 Das Multiplikatorverfahren
4 Kriteriengeleitete kritische Würdigung der Bewertungsverfahren
4.1 Herleitung der Kriterien
4.2 Zeithorizont
4.2 Komplexität
4.3 Genauigkeit
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwiefern die aktuellen Bewertungsmethoden im deutschen Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht geeignet sind, eine verfassungsgemäße und präzise Bemessungsgrundlage für Unternehmen zu ermitteln, und ob hierzu Anpassungen des ErbStG notwendig sind.
Die subjektive Wertkonzeption und die Bedeutung der Zukunftsorientierung
Im Laufe der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde die objektive durch die subjektive Wertkonzeption abgelöst. Diese wurde vor allem von Münstermann, Busse von Colbe sowie Käfer entwickelt. Basis der subjektiven Werttheorie ist die Annahme, dass jegliche Wertermittlung auf den Interessen des Bewertungssubjekts beruht. Somit steht nicht der allgemeine Nutzen des Bewertungsobjekts im Vordergrund, sondern vielmehr seine Nutzenstiftung für das Bewertungssubjekt. Einen für sich stehenden objektiven Wert hat ein Unternehmen demzufolge nicht, sondern es erlangt diesen Wert durch den Bezug zu einem spezifischen Subjekt. Daher gibt es gem. der subjektiven Unternehmensbewertung ebenso viele Unternehmenswerte wie Bewertungssubjekte.
Die vermehrte Anwendung der subjektiven Werttheorie resultierte darin, dass sich das Prinzip der Zukunftsorientierung durchsetzte. Nach diesem bestimmt sich der Wert eines Unternehmens anhand der geplanten zukünftigen Einzahlungsüberschüsse zzgl. eines potentiellen Liquidationserlöses. Diese Überschüsse sind mit Hilfe eines angemessenen Kalkulationszinsfußes zu diskontieren. Außerdem kehrt sich die subjektive Unternehmensbewertung von der Einzelbewertung (Substanzwert) ab und wendet sich der Gesamtbewertung zu. Daher werden nicht die einzelnen Wirtschaftsgüter isoliert bewertet, sondern vielmehr der Nutzen, welcher sich aus der Synergie der einzelnen Wirtschaftsgüter ergibt.
Wesentliche Schwächen der subjektiven Werttheorie stellen die einseitige Betrachtungsweise sowie die fehlende Überprüfbarkeit der Wertermittlung dar. Durch die Fokussierung auf das Bewertungssubjekt und dessen individuelle Interessen, ist es für Außenstehende häufig nicht möglich, dessen Handlungsweise bei der Wertermittlung nachzuvollziehen. Insbesondere in Konfliktsituationen, wie bspw. im Zuge der erbschaft- und schenkungsteuerlichen Bewertung, ist dies als problematisch zu betrachten.
1 Problemstellung, Gang der Untersuchung und Zielsetzung: Einleitung und Definition des Forschungsrahmens der Arbeit im Bereich der erbschaftsteuerlichen Unternehmensbewertung.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der ErbStG-Grundlagen, Werttheorien und Kategorisierung der verschiedenen Bewertungsmethoden.
3 Analyse ausgewählter erbschaft- und schenkungsteuerlicher Bewertungsmethoden: Detaillierte Darstellung von Ertragswert-, DCF-, vereinfachtem Ertragswert- und Multiplikatorverfahren.
4 Kriteriengeleitete kritische Würdigung der Bewertungsverfahren: Kritische Untersuchung der Verfahren anhand der Kriterien Zeithorizont, Komplexität und Genauigkeit.
5 Fazit und Ausblick: Aggregation der Ergebnisse und abschließende Bewertung der Eignung der Verfahren für steuerliche Zwecke.
Unternehmensbewertung, Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer, Ertragswertverfahren, DCF-Verfahren, Multiplikatorverfahren, Steuerreform, Bemessungsgrundlage, Gemeiner Wert, Zeithorizont, Komplexität, Genauigkeit, KMU, Bewertungsgesetz, Steuerrecht.
Die Arbeit analysiert die Bewertungsmethoden für Unternehmen im Rahmen der deutschen Erbschaft- und Schenkungsteuer und bewertet kritisch deren Eignung zur Bestimmung einer angemessenen steuerlichen Bemessungsgrundlage.
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung, die spezifischen regulatorischen Anforderungen des ErbStG sowie eine detaillierte Analyse und Würdigung der verschiedenen Bewertungsverfahren ab.
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie gut die derzeitigen Bewertungsmethoden den gemeinen Wert von Unternehmen widerspiegeln und ob eine Modifikation des Erbschaftsteuerrechts erforderlich ist.
Es wird eine systematische Analyse der gängigen Bewertungsmethoden durchgeführt und eine kritische Auseinandersetzung anhand der Kriterien Zeithorizont, Komplexität und Genauigkeit vorgenommen.
Im Hauptteil werden das Ertragswertverfahren, DCF-Methoden, das vereinfachte Ertragswertverfahren und das Multiplikatorverfahren auf ihre theoretische Ausgestaltung und praktische Anwendbarkeit untersucht.
Die Arbeit zieht die Kriterien Zeithorizont, Komplexität und Genauigkeit heran, um die Stärken und Schwächen der verschiedenen Bewertungsansätze für steuerliche Zwecke zu beurteilen.
Obwohl das vereinfachte Verfahren weniger komplex und kostengünstiger für KMU ist, neigt es laut den Untersuchungsergebnissen häufig zu ungenaueren Ergebnissen und einer tendenziellen Überbewertung.
Das Multiplikatorverfahren dient primär der Plausibilisierung bereits ermittelter Werte und zeigt in den untersuchten Kriterien des Zeithorizonts und der Genauigkeit deutliche Schwächen.
Der Autor fordert eine differenzierte Betrachtung und stellt fest, dass insbesondere das vereinfachte Ertragswertverfahren und das Multiplikatorverfahren methodische Mängel aufweisen, die eine Modifikation des ErbStG ratsam erscheinen lassen.
Das Ertragswertverfahren und die DCF-Methoden werden in der Literatur und Rechtsprechung aufgrund ihrer höheren methodischen Genauigkeit als Referenzverfahren für eine rechtsrichtige Wertermittlung angesehen.
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