Bachelorarbeit, 2022
60 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Fragestellung und Methodik
3. Grundlagen der Schutzimpfungen
3.1 Historie der Impfung und des Impfdiskurses
3.2 Grundlegende Wirkweise
3.3 Bedeutungen und mögliche Risiken
4. Kinderschutzimpfungen in Deutschland
4.1 Aktuelle Impfempfehlungen und Impfquoten
4.2 Aktuelles Infektionsgeschehen
4.3 Impfbereitschaft der Eltern
5. Faktoren der Impfentscheidung
5.1 Vertrauen
5.2 Risikowahrnehmung
5.3 Informationssuche
5.4 Soziales Verantwortungsgefühl und Ausführungsbarrieren
5.5 Sonstige Einflussfaktoren
6. Beweggründe elterlicher Impfskepsis und Impfablehnung
6.1 Sicherheitsbedenken
6.2 Risikobereitschaft
6.3 Beratungspersonen
6.4 Medieneinfluss
6.5 Sonstige Gründe
7. Diskussion
8. Fazit
Die Arbeit untersucht mittels eines systematischen Literaturreviews die zentralen Einflussfaktoren auf die elterliche Impfentscheidung in Deutschland. Dabei wird insbesondere analysiert, warum einige Eltern impfskepsis zeigen oder grundlegend ablehnend gegenüber Schutzimpfungen eingestellt sind, um daraus Maßnahmen zur Stärkung des Vertrauens in Impfstoffe und das Gesundheitssystem abzuleiten.
3.1 Historie der Impfung und des Impfdiskurses
Die ersten Impfungen – damals noch „Variolationen“ genannt – wurden als Versuche der Pockenbekämpfung vor mehr als drei Jahrhunderten in China und Indien durchgeführt. Auch wenn die Menschen sich in dieser Zeit noch nicht den Auslösern von Infektionserkrankungen sicher waren, konnten sie beobachten, dass eine durchgemachte Infektion vor einer erneuten Erkrankung schützt (Seiffert & Dscheng, 1937, S. 28). Zur Impfung wurde damals fein verriebener Schorf von Pockenerkrankten genutzt, den man entweder in die Nasenlöcher oder auf zugeführte Wunden gesunder Menschen gab (Herwald, 2021, S. 29). Zwar gab man sich Mühe, nur Impfmaterial milder Pockenfälle zu nehmen, die Krankheitserreger waren dennoch replikationsfähig und lösten lebensgefährliche und teils tödliche Infektionen aus (Helmstädter, 2008, S. 12).
Eine erste wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Schutz vor Pocken durch Impfungen wurde 1796 vom englischen Landarzt Edward Jenner durchgeführt (Bazin, 2000, S. 35). Dieser entwickelte sein Interesse durch Überlieferungen, dass Milchmädchen, die an den Kuhpocken erkrankt waren, vor menschlichen Pocken geschützt seien (Herwald, 2021, S. 29). Schlussfolgernd übertrug er den Inhalt einer Kuhpockenblase über einen Schnitt in den Oberarm eines Jungen. Diesen infizierte er einige Wochen später mit den Menschenpocken, wobei der Junge gesund blieb (Engelken et al., 2007, S. 34). Dieses aus heutiger Sicht höchst unethische Experiment galt damals als großer Durchbruch und stellt die Geburtsstunde moderner Schutzimpfungen dar. Trotz der Entdeckung des Impfverfahrens durch Jenner konnte die Welt jedoch erst im Jahr 1980 durch die von der WHO ins Leben gerufene weltweite Impfkampagne für von Pocken befreit erklärt werden (Hirte, 2015, S. 11).
1. Einleitung: Beschreibt die Bedeutung von Schutzimpfungen als erfolgreiche Gesundheitsmaßnahme und führt in die Problematik der "Impfmüdigkeit" sowie deren globale gesundheitliche Relevanz ein.
2. Fragestellung und Methodik: Definiert die Forschungsfragen zur Impfentscheidung und legt das methodische Vorgehen mittels eines systematischen Literaturreviews fest.
3. Grundlagen der Schutzimpfungen: Bietet einen historischen Rückblick, erläutert die immunologischen Wirkweisen und stellt die Risiken sowie den Nutzen von Impfungen gegenüber natürlichen Infektionen dar.
4. Kinderschutzimpfungen in Deutschland: Detailliert die aktuellen STIKO-Empfehlungen, analysiert Impfquoten in Deutschland und fasst das aktuelle Infektionsgeschehen sowie die allgemeine Impfbereitschaft zusammen.
5. Faktoren der Impfentscheidung: Nutzt das "5C-Modell", um psychologische Faktoren wie Vertrauen, Risikowahrnehmung und Informationssuche, die das Impfverhalten prägen, tiefgehend zu erörtern.
6. Beweggründe elterlicher Impfskepsis und Impfablehnung: Konkretisiert die Hauptursachen für skeptisches Verhalten, darunter Sicherheitsbedenken, Medieneinfluss und die Rolle von Beratungspersonen.
7. Diskussion: Synthetisiert die Ergebnisse, reflektiert über Strategien zur Förderung der Impfbereitschaft und diskutiert die Limitationen der vorliegenden Literatur.
8. Fazit: Führt die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, durch Informationsvermittlung und Vertrauensaufbau Impflücken zielgruppenspezifisch zu schließen.
Schutzimpfung, Impfmüdigkeit, Impfskepsis, Impfentscheidung, Risikowahrnehmung, Herdenimmunität, Säuglings- und Kindesalter, 5C-Modell, Vertrauen, Informationssuche, Impfkomplikationen, Impfprävention, Elterninformation, Impfquoten, Gesundheitskommunikation.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der Einflussfaktoren, die die Entscheidung von Eltern in Deutschland bezüglich der Schutzimpfung ihrer Kinder maßgeblich beeinflussen, insbesondere im Kontext von bestehender Skepsis oder Ablehnung.
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Immunisierung, die aktuelle Situation der Kinderschutzimpfungen in Deutschland, psychologische Faktoren des Entscheidungsprozesses sowie Ursachen für Impfskepsis (z.B. Medieneinfluss, Sicherheitsbedenken) ab.
Es sollen die Faktoren identifiziert werden, die elterliche Impfentscheidungen positiv sowie negativ beeinflussen, und es soll geklärt werden, aufgrund welcher Beweggründe sich Eltern explizit gegen eine Schutzimpfung entscheiden.
Die Arbeit basiert auf einem systematischen Literaturreview, in dem relevante Studien und Forschungsergebnisse zum Thema Impfentscheidung identifiziert, ausgewertet und kritisch diskutiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Analyse der aktuellen Impfsituation in Deutschland, eine Untersuchung psychologischer Entscheidungsfaktoren (5C-Modell) und eine spezifische Betrachtung der Beweggründe hinter Impfskepsis.
Wichtige Begriffe sind Impfmüdigkeit (Vaccine Hesitancy), Vertrauen, Risikowahrnehmung, Herdenimmunität und das 5C-Modell, anhand dessen die Impfpsychologie strukturiert wird.
Das Vertrauen in den Kinderarzt wird als wesentlicher Faktor für eine positive Impfentscheidung hervorgehoben; ein mangelndes Vertrauensverhältnis in Kombination mit Skepsis kann hingegen zur Impfverweigerung führen.
Die Arbeit erläutert, dass Eltern in der Informationsflut oft Schwierigkeiten haben, wissenschaftlich fundierte Quellen von professionell gestalteten, impfkritischen Falschinformationen im Internet zu unterscheiden, was die Bildung einer informierten Entscheidung erschwert.
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