Bachelorarbeit, 2019
56 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Kultur und Mehrdeutigkeit
2.1 Was ist Kultur?
2.2 Über den Verlust an Vielfalt und Mehrdeutigkeit
3. „Viva Polonia“ – Einführung in den Text
3.1 Steffen Möller – Perspektivität des Autors
3.2 Über Möllers Anfänge in Polen – Interview
3.3 Inhalt „Viva Polonia“ – Intention des Autors
3.4 Deutsch-Polnische Beziehung: Von der Vergangenheit bis zur Gegenwart
3.5 Aufarbeitung der deutsch-polnischen Sprachgeschichte
4. Darstellungsstrategien in „Viva Polonia“
4.1 Textformate und Schreibweisen – Möllers eigener Schreibstil
4.2 Polen: Kulturelle Reflexivität
4.3 Möllers Kulturvergleich „Deutschland/Polen“
5. Fazit
Diese Bachelorarbeit analysiert Steffen Möllers Werk „Viva Polonia“ im Hinblick auf die Konstruktion kultureller Mehrdeutigkeit sowie die verwendeten Darstellungsstrategien, um das Bild deutsch-polnischer Beziehungen zu hinterfragen und zu charakterisieren.
Steffen Möller – Perspektivität des Autors
Um das Buch „Viva Polonia“ zu verstehen und zu analysieren ist es wichtig auf die Person Steffen Möller einzugehen. Bestandteil seines Werkes sind subjektive Erfahrungen, Haltungen, Einstellungen und Anekdoten, die sich auf sein Leben zurückführen lassen. Das Aufzeigen seines Ichs ist ein Indikator für die Darstellung der polnischen Kultur und weist eine Differenzierung der Perspektive auf, die sich im Buch „Viva Polonia“ wiederspiegeln.
Steffen Möller wurde 1969 in Wuppertal geboren und wohnt seit 1994 in Warschau. Neben seiner Tätigkeit als Kabarettist und Entertainer erfuhr Möller große Bekannt-, und Beliebtheit durch seine Rolle als Schauspieler in der polnischen Telenovela „M jak Miłość“ (zu Deutsch: „L wie Liebe“) (Vgl. Möller, 2018, S.2/5/25). Aufgrund seiner intensiven Auseinandersetzung mit der deutsch-polnischen Gesellschaft, Kultur und der deutsch-polnischen Verständigung wurde Möller mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet (Vgl. Möller, 2018, S.2). Es wird somit ersichtlich, dass Möller eine einflussreiche Person ist, die in „Viva Polonia“ all jene polnische Vorurteile, heikle, aber auch alltägliche Thematiken aus dem Auge einer neutralen, deutschen Person aufgreift und sie durch eigene Erfahrungen beleuchtet, um dem Leser zu demonstrieren, dass Polen weitaus mehr ist als nur das Land hinter Berlin. Möllers Annäherung zur polnischen Kultur hat einen langen Ursprung und lässt sich auf das Jahr 1990 zurückführen, als er sich, zu dem Zeitpunkt war Möller Philosophie-, und Theologiestudent, für einen Italienischkurs anmeldete.
„Berlin erreicht zu haben schien mir für einen Wuppertaler schon eine akzeptable Leistung – aber nun musste es doch irgendwie weitergehen, in noch exotischere Gefilde. Das konnte nur Italien sein, das schönste Land der Welt“ (Möller, 2018, S. 13)
Aus diesem Abschnitt lässt sich seine fundamentale Charaktereigenschaft begründen, die sich wie ein roter Faden durch „Viva Polonia“ zieht: seine (Kultur-)Offenheit und Gier nach Erlebnissen. Möller ist somit ein Mensch der stets lernen, erleben und nie stagnieren will, gepaart mit einem hohen Maß an Selbstkritik und Selbstreflektion.
1. Einleitung: Stellt das Forschungsinteresse sowie die Relevanz der Themen Mehrdeutigkeit und Darstellungsstrategien in Steffen Möllers Werk dar.
2. Kultur und Mehrdeutigkeit: Definiert den Kulturbegriff und erläutert die theoretische Bedeutung von Ambiguität und Mehrdeutigkeit als zentrales Analyseraster für das Werk.
3. „Viva Polonia“ – Einführung in den Text: Fokussiert auf die Biografie des Autors, seine Motivation für das Buch sowie den historischen und sprachgeschichtlichen Kontext der deutsch-polnischen Beziehungen.
4. Darstellungsstrategien in „Viva Polonia“: Analysiert Möllers Schreibstil, seine Methoden als Kabarettist und seine Herangehensweise an die kulturelle Reflexivität Polens.
5. Fazit: Führt die Analyseergebnisse zusammen und bewertet die Wirkung von Möllers subjektivem Erzählstil auf das Deutschland-Polen-Verhältnis.
Viva Polonia, Steffen Möller, Kulturelle Mehrdeutigkeit, Darstellungsstrategien, Deutsch-polnische Beziehungen, Interkulturalität, Literaturwissenschaft, Sprachgeschichte, Polen, Identitätsbildung, Stereotypisierung, Ambiguität, Kulturreflexivität, Erfahrungsbericht, Mentalität.
Die Arbeit befasst sich mit Steffen Möllers Buch „Viva Polonia“ und untersucht, wie der Autor kulturelle Mehrdeutigkeit und Darstellungsstrategien nutzt, um die polnische Kultur und die deutsch-polnischen Beziehungen zu vermitteln.
Zentrale Themen sind der Kulturbegriff, die historische Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen, der Einfluss von Sprache auf die Identitätsbildung sowie die Analyse spezifischer narrativer Strategien Möllers.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Möller durch subjektive Erzählweisen und humorvolle Anekdoten Stereotypen auflösen oder bestätigen kann und welche Rolle die Mehrdeutigkeit dabei spielt.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse von Textauszügen aus dem Buch „Viva Polonia“, ergänzt durch fachgerechte Einordnungen historischer und soziologischer Hintergründe.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Kultur und Sprache, eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Person Möller sowie eine spezifische Analyse seiner Erzählstile und Kulturvergleiche.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verbindung von literaturtheoretischen Ansätzen mit Möllers subjektiven Erfahrungsberichten und der historischen Kontextualisierung deutsch-polnischer Kontakte aus.
Möller beschreibt die jüngere Generation in Polen als wesentlich weltoffener und mobiler, während die ältere Generation stärker durch die Schikanen und Erfahrungen der kommunistischen Ära geprägt ist.
Mehrdeutigkeit erlaubt es, komplexe interkulturelle Erfahrungen und Verhaltensmuster nicht als starre Wahrheiten, sondern als interpretierbare subjektive Erlebnisse darzustellen, was Diskussionen und Interaktion fördert.
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